Die alte Mühle wird ein Fall für das sächsische Immobilien-Portal

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Die Gemeinde Heinsdorfergrund tritt vom Kauf des maroden Gebäudekomplexes zurück. Damit ist der Weg frei für andere Interessenten. Derweil soll nebenan im "Waldblick" bald Baurecht herrschen.

Hauptmannsgrün.

Das Immobilien-Portal des Freistaats weist derzeit für Reichenbach und Heinsdorfergrund mit einem unbebauten Grundstück am städtischen Höckergäßchen exakt ein Angebot aus. Das Mindestgebot für die 130 Quadratmeter-Fläche: 2770 Euro. In Kürze dürften Schnäppchenjäger auf dem Portal auch die alte Mühle von Hauptmannsgrün finden. "Falls die Gemeinde Heinsdorfergrund von einer Übernahme der Immobilie Abstand nehmen sollte, wird das Zentrale Flächenmanagement ZFM das Objekt anbieten und meistbietend abgeben", informiert Dieter W. Ruf, stellvertretender Leiter eben dieses beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement angesiedelten Geschäftsbereichs ZFM.

Diese Voraussetzung ist erfüllt. Der Heinsdorfer Gemeinderat hat nämlich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig seinen im Dezember gefassten Beschluss "zur Aneignung des herrenlosen Flurstücks" aufgehoben und macht damit quasi von seinem Vorkaufsrecht für die alte Mühle keinen Gebrauch. Damit ist der Weg frei für die Online-Verwertung über das Land Sachsen, dem die Mühle nach einer Verzichtserklärung des letzten Eigentümers zugefallen war. Das ZFM hatte die Mühle nicht sofort zur Versteigerung ausgeschrieben, da die Verwaltungsgemeinschaft Reichenbach und Heinsdorf um eine Rückstellung gebeten hatte. Die Gemeinde wollte in Zusammenarbeit mit dem Investor des neuen Hauptmannsgrüner Wohngebiets "Waldblick" mit Erwerb und Renaturierung der alten Mühle einen Versieglungsausgleich für die Neubauten im "Waldblick" schaffen. Dieser Plan ging nicht auf, da ihm das Landratsamt als Genehmigungsbehörde seine ursprünglich signalisierte Zustimmung mit dem Hinweis verweigerte, die Mühle sei "ein idealer Standort für Baumaßnahmen im Innenbereich".

Der daraufhin erfolgte Rücktritt vom Kauf könnte nun den Weg freimachen im Sinne der vom Landratsamt favorisierten Intension. Wie Bürgermeisterin Marion Dick in der jüngsten Ratssitzung sagte, meldet der Buschfunk eine diesbezügliche Nachfrage. "Es gibt bereits Interessenten", sagte die Ortschefin und bewertete diesen Umstand positiv. Auch andere Gemeinderäte äußerten sich optimistisch. "Es wäre zu begrüßen, wenn sich da etwas tun würde", sagte Matthias Junghänel. Er hatte im Hinblick auf eine mögliche Nutzung der Brache als Bauland als einziger Rat gegen den Ankaufbeschluss gestimmt.

Einen Erwerb der Immobilie auch ohne die beabsichtigte Verwertung hatte die Gemeinde mit ihrer derzeit auf Kante genähten Haushaltsplanung letztlich "aufgrund der mit dem Erwerb verbundenen Sicherungs- und Rückbaukosten" sowie eines fehlenden Alternativkonzepts verworfen.

Das Veto des Landratsamtes für die beabsichtige Renaturierung der Mühle hatte für Gemeinde, Stadt und "Waldblick"-Investor indes die Suche nach einem anderen Versieglungsausgleich zur Folge. Mit dem alten Silo an der Straße nach Voigtsgrün, dem Rückbau einer alten Gartenanlage in Mylau sowie positiven Entsieglungsbilanzen des Investors in der Zwickauer Region wurden von der Behörde als ungewöhnlich aber "innovativ" bezeichnete Alternativen gefunden. Allerdings hatte unter anderem dieses Prozedere die Erstellung einer Bausatzung für das Baugebiet in die Länge gezogen. Wie die Ortschefin sagte, solle der Baurecht schaffende Satzungsbeschluss in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen fallen.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.