Die Story vom vertauschten Mantel

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Am 17. September wird die neue Spielzeit im sanierten Gewandhaus eröffnet. Unser Countdown soll auf das Ereignis einstimmen. Teil 9: Einlassdienst

Zwickau.

Am Freitag strömen die Besucher zur ersten Vorstellung der neuen Spielzeit ins Gewandhaus. Christel de Veer, Leiterin des Einlassdienstes, und ihre Mitarbeiter sind gerüstet. "Wir sind für die Begrüßung der Gäste zuständig, nehmen die Garderobe an, verkaufen die Programme und weisen den Weg zu den Plätzen", umreißt de Veer das Aufgabengebiet. Es geht um die Betreuung des Publikums vor, während und nach den Vorstellungen. "Wir achten darauf, dass es vor allem unseren älteren Besuchern gut geht, die nicht mehr gut zu Fuß sind." Hilfsbereitschaft, Höflichkeit und Freundlichkeit sind das A und O.

Christel de Veer kennt alle Stücke und geht in jede Generalprobe. "Ich bin auch oft während der Vorstellungen mit im Zuschauerraum, um mitzubekommen, falls es jemandem nicht so gut geht oder sonst irgendwie eingegriffen werden muss." Als sie das Team übernommen hat, waren es insgesamt 25 Personen. Derzeit sind es zehn Leute. Hinzu kommen Damen im Rentenalter, die zu Weihnachten bei den Märchenvorstellungen helfen. Die Einsatzstärke hängt von der Spielstätte und der zu erwartenden Besucherzahl ab. "In der Neuen Welt waren es teilweise neun Personen, wenn die Veranstaltung mit über 700 Gästen ausverkauft war", erinnert sich de Veer. Wegen Covid-19 seien im Moment die Besucherzahlen reduziert.

Christel de Veer übt seit elf Jahren ihre Tätigkeit beim Einlassdienst aus. "Im August 2010 bin ich mit meinem Mann hierher gekommen." Ihr Gatte Lutz de Veer wechselte damals von der Staatsoper Hannover an das Theater Plauen-Zwickau, wo er sieben Jahre als Generalmusikdirektor tätig war. Derzeit arbeitet er als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Staatstheater Nürnberg.

Das Einlassteam kommt anderthalb Stunden vorher, um die Besucher in Empfang zu nehmen. Christel de Veer ist zwei Stunden vor Beginn der Vorstellung im Gewandhaus. Gern erinnert sie sich an eine lustige Anekdote: "Wir hatten mal einen Gast, der im Rathaus-Café gesessen hat, bevor er zu uns zu einer Premierenvorstellung kam. Es war auch der letzte Gast, der gegangen ist. Er gab mir seine Garderobenmarke, ich ihm seinen Mantel heraus. Er sagte dann: ,Das ist nicht mein Mantel!' Er hing aber auf der Garderobenzahl, deren Marke mir der Besucher gegeben hatte." Ein paar Tage später meldete sich im Theater jemand, der fragte, ob dort vielleicht ein Mantel aufgetaucht sei, der keinen Besitzer hat. Es stellte sich heraus, dass er am gleichen Tag im Rathaus-Café gesessen hatte. "Und unser Besucher hatte dort fälschlicherweise nach dem falschen Mantel gegriffen und ihn bei uns abgegeben, ohne es zu bemerken. Erst hinterher. Die beiden haben sich später kurzgeschlossen und die Mäntel wieder getauscht. So was kann auch passieren."

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