E-Autos: Stadt Zwickau soll neue 50 Ladesäulen, aber nur eine Schnellladesäule bekommen

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Die Anzahl der zugelassenen Elektromobile im Landkreis wächst weiter. Allerdings ist es einfacher, ein Auto zu kaufen als eine Ladeinfrastruktur aufzubauen.

Zwickau.

Es wird leiser auf Westsachsens Straßen: Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der zugelassenen Elektromobile nahezu verdoppelt. Nach Auskunft des Landratsamtes sind derzeit 1095 elektrisch angetriebene Fahrzeuge zugelassen. Im August 2020 meldeten die Behörden 613 Elektroautos - verzeichneten damals aber bereits einen schnellen Zuwachs, da es im Juni 2020 noch ganze 130 Fahrzeuge weniger gewesen waren.

Zu den reinen E-Autos kommen laut Landratsamt noch 990 Plug-In-Hybride, die zwar elektrisch betrieben werden, zusätzlich aber noch Diesel oder Benzin tanken. Auch wenn damit der Anteil von Elektrofahrzeugen im Kreis massiv gestiegen ist: Er ist immer noch gering. Denn insgesamt sind im Landkreis rund 187.000 Fahrzeuge zugelassen. Damit sind es gerade einmal etwa 1,1 Prozent.

Dennoch: Mehr Elektroautos brauchen mehr Möglichkeiten zum Aufladen. Die Stadt Zwickau hat das im Blick, deswegen sollen innerhalb eines reichlichen Jahres in zahlreichen Stadtteilen rund 50 weitere Ladesäulen installiert werden. Die sind gedacht für E-Auto-Besitzer, die in Zwickau wohnen oder arbeiten. Mit anderen Worten: Es handelt sich um Anschlüsse, an denen die Akkus über mehrere Stunden hinweg aufgeladen werden. Geplant ist derzeit nur eine Schnellladesäule - die soll neben der B 93 am Parkplatz nahe des Bosch-Services Dörfelt entstehen.

Schnellladung mittels Gleichstrom ist vor allem attraktiv für Leute, die sich eben nicht so lange in einer Stadt aufhalten. Gründe, warum es so wenige Ladepunkte dieser Art gibt, nennt Mirko Bodach, Professor für Elektrotechnik an de Westsächsischen Hochschule Zwickau: "Die Infrastruktur für Gleichstromladung ist teuer - da ist es mit den rund 10.000 Euro für eine Drehstromsäule längst nicht getan." Außerdem müsse eine entsprechend stabile Energieversorgung gewährleistet sein. "Das ist zum Beispiel am Ubineum möglich, wo ein Zwischenspeicher existiert."

Darüber hinaus wird die Hochschule zwei selbst entwickelte Ladesäulen errichten, die Testzwecken dienen. Mit deren Hilfe soll sich zeigen, ob es sinnvoll ist, Autos nicht nur zu laden, sondern unter entsprechenden Voraussetzungen auch zu entladen, um das Stromnetz zu entlasten. Denkbar wäre das beispielsweise für VW-Mitarbeiter, die mit dem E-Auto zur Schicht fahren.

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