Garten ohne Gift: Expertin gibt Tipps

Wegen der Coronakrise verbringen viele Menschen einen Großteil ihrer Zeit im Garten. Carola Scheunert gibt Tipps, wie Hobbygärtner Pflanzen ohne Gift schützen und behandeln können.

Waldenburg.

Carola Scheunert hat derzeit alle Hände voll zu tun, die täglich eingehenden Anrufe und E-Mails von ratsuchenden Hobbygärtnern zu beantworten. Die Waldenburgerin betreibt mit ihrem Mann Gerd seit 13 Jahren eine kleine Gärtnerei am Rande der Töpferstadt. Statt auf chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel setzen beide auf natürliche Mittel. "Unsere Pflanzen und unser Gemüse behandeln wir mit Kräuterauszügen, die wir selbst herstellen", so die 53-Jährige. Ihr Wissen gibt sie gern an Interessierte in ihrem Naturgarten weiter. "Leider ist das aufgrund der Pandemie derzeit nicht möglich. Wir merken aber gerade jetzt, dass der eigene Garten in Zeiten von Corona einen höheren Stellenwert gewinnt", sagt sie. Für die Leser der "Freien Presse" hat sie einige Tipps verraten, wie im heimischen Garten die Obst- und Gemüsepflanzen ganz ohne Chemiekeule wachsen und gedeihen können.

Anpflanzen: Tomatenpflanzen werden oft zu flach eingepflanzt, sagt Carola Scheunert. "Tomaten können vier bis fünf Zentimeter tief in den Boden eingegraben werden, sodass der dunkelbraune Teil des Stiels komplett bedeckt ist. Wichtig: Die Tomate braucht immer warme ,Füße'. Also unbedingt mulchen", empfiehlt die Expertin. Zudem födern eine Handvoll Brennnessel- und Hornspäne in der Pflanzgrube das Wachstum.

Pilze bekämpfen: Durch eine regelmäßige Gabe von Schachtelhalmtee (1:10 verdünnt) am Morgen oder Abend werden Tomatenpflanzen widerstandsfähiger gegenüber Pilzkrankheiten wie Beispiel Mehltau oder Sternrußtau. "Der hohe Kieselsäureanteil stärkt das Gewebe der Pflanzen", so Carola Scheunert. Als umweltschonendes Mittel eignet sich auch Milch. Wichtig dabei sei, frische Milch zu verwenden: "Die Mikroorganismen machen ja die Arbeit und sollten in der Milch noch am Leben sein. Am besten geeignet ist Rohmilch, die gibt es im Bioladen oder von der Milchtankstelle. Diese möglichst verdünnt einmal die Woche verabreichen."

Wässern: Pflanzen zu nass halten, ist laut Carola Scheunert einer der häufigsten Fehler im Garten. "Ist ein Schuh zu feucht, kriegt man Fußpilz. Auch eine Pflanze darf mal kurz austrocknen." Das mindere die Anfälligkeit für Pilze wie Mehltau und sorge für ein starkes Wurzelwachstum.

Mulchen: Eine Mulchschicht hilft, dass Wasser langsamer verdunstet und Unkrautwuchs unterdrückt wird, erklärt die Expertin. Allerdings sollten ihrer Meinung nach keine exotischen Materialien gekauft, sondern Pflanzen- oder Grasschnitt aus dem eigenen Garten oder Stroh verwendet werden. Ein zusätzlich aufgebrachtes Gartenflies verstärkt den Effekt.

Düngen: "Gerade für Obst und Gemüsebeete bietet es sich an, natürlichen Dünger zu benutzen. Viele Pflanzen, die in der Natur oder im Garten wachsen, eignen sich richtig zubereitet bestens dafür", sagt die Waldenburgerin. Ihr Tipp: Einen Liter angesetzte Brennnessel- oder Beinwelljauche mit zehn Litern Wasser verdünnen und den Pflanzen wöchentlich verabreichen.

Auf der Webseite von Carola Scheunert gibt es weitere Gartentipps. www.carolasnaturgarten.de


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