Steht die Investruine am Scheffelberg vor einem Verkauf?

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Seit mehr als 20 Jahren steht der halb fertige Rohbau des Seniorenheimes in der Landschaft. Der bauliche Zustand verschlechtert sich zunehmend. Jetzt gibt es einen Funken Hoffnung.

Zwickau.

Für die Investruine des Seniorenheimes an der Scheffelstraße in Zwickau-Eckersbach gibt es offenbar einen Interessenten. Das teilte die Pressestelle des Rathauses auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Demnach sollen in Kürze Gespräche mit dem möglichen Investor aufgenommen werden. Mehr sei allerdings auch der Verwaltung noch nicht bekannt, sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses.

Nicht bekannt ist daher auch, ob es sich dabei um den russischen Investor handelt, an den die Immobilie bereits im Sommer 2018 verkauft werden sollte. Damals hatte ein Vertreter des Eigentümers einen kurzfristigen Verkauf angekündigt. Später war davon allerdings nichts mehr zu hören. 2018 war zudem ein Insolvenzverfahren mangels Masse gegen die Eigentümerfirma eingestellt worden, wie Insolvenzverwalter Bruno Wolf mitteilte. Ob der aktuelle Eigentümer Pläne mit der Bauruine hat und welche das sind, ist nicht bekannt. "Es gibt keine aktuellen Aussagen des Eigentümers zur perspektivischen Nachnutzung", sagte Heike Reinke.

Inzwischen verschlechtere sich der Zustand des Bauwerkes, heißt es. "Derzeit gibt es gegebenenfalls noch die Nutzung der vorhandenen baulichen Substanz", sagte Reinke. Da der Bau solide ausgeführt worden sei, sei die Standsicherheit nicht in Gefahr. Allerdings wurden vorhandene Sicherungsmaßnahmen durch Vandalismus mehrfach zerstört. "Dazu wurde teilweise auch schweres Werkzeug wie Bolzenschneider oder Hebelwerkzeuge verwendet", sagte Reinke. Damit steigen bei der Stadt die Kosten für die Sicherung des Bauwerkes. Bereits in den vergangenen Jahren waren mehrere Ersatzvornahmen notwendig geworden. Die Kosten wurden mittels eines Bescheides an den Eigentümer weitergegeben. Ob diese bezahlt wurden, wurde mit Verweis auf den Datenschutzes nicht mitgeteilt.

1999 hatte der Bauherr mit damaligem Sitz im Schloss Steinpleis mit dem Bau des Seniorenheimes begonnen. Doch die für das Jahr 2000 geplante Fertigstellung kam nie zustande. Irgendwann war die Baustelle verwaist, die Bauarbeiter ebenso verschwunden wie kurz darauf die Bautafel. Zurück blieb ein unverputzter Rohbau, teilweise ohne Fenster und ohne Dachkonstruktion. Eckersbacher Einwohner sprachen das wiederholt bei Bürgerversammlungen an und wollten wissen, wie es damit weitergeht.

Ein Kauf durch die Stadt Zwickau und ein späterer Abriss sind kein Thema. Das Geld dafür ist im Haushalt nicht vorhanden. "Neben den Kosten des Grundstückserwerbs fallen hier weiterhin Kosten für den Gebäuderückbau und die Baufeldfreimachung an", hieß es bereits 2018 aus dem Rathaus. Von Kosten in sechsstelliger Höhe wurde damals gesprochen. Ein Grundstückskauf durch die Stadt ist ohnehin nur in engen Grenzen möglich, wenn der Erwerb zur allgemeinen Aufgabenerfüllung unumgänglich ist. Daher hatte sich die Stadt bei der Zwangsversteigerung auch nicht beteiligt. Inzwischen hat sich die Natur die Fläche zurückgeholt. In den Sommermonaten ist die Ruine durch Bäume und Sträucher von der Straße aus kaum noch sichtbar.

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