Zwickauer Jusos halten nichts von Dressuren

Zwickau. Die Jusos Zwickau, die Jugendorganisation der Sozialdemokraten, sprechen sich für ein Wildtierverbot im Kreis und in der Stadt Zwickau aus. Sie haben deshalb beschlossen, die Initiative der Tierschützer zu unterstützen, die sagen: Wildtiere gehören nicht in die Zirkusmanege. "Um diese Position auch politisch durchzusetzen, wollen wir zum nächsten Kreisparteitag der SPD im November einen entsprechenden Antrag stellen", teilte Jusos-Vorsitzender Carlos Kasper mit. "Für die Jusos ist klar, dass man Wildtiere enormem Stress aussetzt, wenn man sie in enge Käfige verlädt, um sie dann auf langen Strecken quer durch Europa zu transportieren. Auch das Vorführen und das zur Schau stellen gehören eher in das frühe 20. Jahrhundert als in die jetzige Zeit", heißt es in der Mitteilung. Man müsse endlich die Würde der Tiere anerkennen und wahrnehmen, dass sie auch leidensfähig sind. Für die Jusos sei es auch fragwürdig, ob Kindern und Heranwachsenden vermittelt werden sollte, dass man Lebewesen mit Androhung oder der tatsächlichen Ausführung von Gewalt zu allem zwingen kann.

Die Bedenken der Zwickauer CDU-Stadträte, wonach ein Wildtierverbot in Zirkussen einem Berufsverbot gleichkommt, halten die Jusos für unbegründet, da ein Urteil des Verwaltungsgerichts München ergangen ist, wonach solch ein Verbot nicht gegen das Grundgesetz verstößt. "Dass die CDU immer noch solch ein veraltetes Argument verwendet, zeigt, dass sie sich nicht wirklich mit der Materie befasst hat und einfachheitshalber einer Lösung aus dem Weg geht", so Kasper.

Auslöser der Diskussion war ein Gastspiel des Zirkus' Probst auf dem Platz der Völkerfreundschaft. Im Vorfeld hatten Tierschützer ein Auftrittsverbot für Wildtiere gefordert. Matthias Sawert steht dem Zwickauer Tierschutzbündnis vor, einem Zusammenschluss mehrerer ums Tierwohl bemühter Vereine sowie der Bürger für Zwickau und der Bündnisgrünen. Das Bündnis hat im Internet eine Petition an die Stadtverwaltung auf den Weg gebracht. Die Jusos hoffen, dass sich die Stadt Zwickau, aber auch kleinere Städte im Kreis dazu entschließen, ein Wildtierverbot umzusetzen und sich damit einer Initiative von bereits über 50 Städten anschließen. (kma)

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1Kommentare
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  • 2
    0
    Nikodemus
    12.09.2016

    Da erhebt sich die Frage, warum die Jusos zur Massentierhaltung schweigen! Wo ist denn dort ihr Engagement?

    Wem geht es besser? Zirkustieren oder Schlachttieren? Und warum schweigt man politisch korrekt zum islamischen Schächten?

    Diese Fragen mag sich jeder selbst beantworten...



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