Sachsen regieren in Erfurt mit

Vier Minister und ein Staatssekretär haben sächsische Karrieren

Dresden.  Von den neun Thüringer Ministern sind drei im Nachbar-Freistaat verwurzelt, der linke Staatskanzleichef zahlt in Dresden seine Parteibeiträge, wo ein Staatssekretär Oberbürgermeister werden wollte.

Heike Werner (45, Linkspartei), Ministerin für Arbeit und Soziales, wurde in Berlin geboren, ihr erstes politisches Rüstzeug stammt aus der Kreisleitung der Freien Deutschen Jugend, der SED-Jugendorganisation, in Zwickau. Nach einem Studienabbruch kam sie 1999 für die PDS in den Landtag, aus dem sie nach der Wahl 2014 wieder ausschied. Dort hatte sie den Ausschuss für Soziales geleitet. Sie lebt in Markkleeberg, ist ledig und hat zwei Kinder.

Finanzministerin Heike Taubert (55, SPD) stammt aus Reichenbach im Vogtland. Nach einem Studium der Informationstechnik in Dresden verschlug es sie nach Thüringen. 1990 begann ihre finanzpolitische Karriere als Stadtkämmerin in Ronneburg. Seit 2004 sitzt Taubert im Erfurter Landtag. In der schwarz-roten Regierung 2009 bis 2014 war sie Sozialministerin. Bei der Landtagswahl war sie Spitzenkandidatin. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

Wolfgang Tiefensee (59, SPD), Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, kommt zwar aus dem thüringischen Gera, wurde aber früh in Leipzig heimisch. Der Sohn eines Komponisten gewann dort als Schüler den Bachpreis für Cello und gab in der Messestadt von 1998 bis 2005 als Oberbürgermeister den Ton an. Von 2005 bis 2009 war er Bundesverkehrsminister. Mit dem Wechsel in die Politik scheidet er nun aus dem Bundestag aus. Er hat vier Kinder.

Staatskanzleichef Benjamin-Immanuel Hoff (38, Linke) ist unüberhörbar Berliner. Seine und Ramelows Wege kreuzten sich 2005 im Bundestag. Ramelow war Abgeordneter, Hoff wissenschaftlicher Mitarbeiter. Der inzwischen promovierte Professor war fünf Jahre Staatssekretär im Berliner Senat. 2009 managte er Ramelows ersten Versuch, in Thüringen an die Macht zu gelangen. Später kam Hoff der Liebe wegen nach Dresden. Er berät die Landespartei und zahlt seinen Parteibeitrag bis heute in Sachsen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Klaus Sühl (63, Linke), Staatssekretär für Infrastruktur, kommt ursprünglich aus Niedersachsen. 2007 nominierte ihn seine Partei für das Amt des Oberbürgermeisters von Dresden, das er trotz eines achtbaren Ergebnisses verfehlte. Sühl ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

 

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