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Foto: Boris Roessler dpa

Einbrecher im Schnellverfahren verurteilt

erschienen am 02.01.2018

Chemnitz. Nach dem versuchten Einbruch in eine Erdgeschosswohnung am 22. Dezember sind die beiden ertappten Tatverdächtigen in einem beschleunigten Verfahren verurteilt worden. Ein 30-Jähriger erhielt eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten, ein 33-Jähriger eine achtmonatige Bewährungsstrafe.

Während der Jüngere das Gericht verlassen durfte, klickten bei dem 33-Jährigen noch im Verhandlungssaal erneut die Handschellen. Bei den Ermittlungen ergab sich gegen ihn der dringende Tatverdacht, mit mindestens einem mutmaßlichen Komplizen Anfang Dezember einen Einbruch in ein Einfamilienhaus an der Kappelbachgasse begangen zu haben. Der Hauseigentümer hatte an diesem Tag die Einbrecher überrascht, später den Diebstahl von Bargeld, zwei Handys, einer Kamera und Schmuck bemerkt. Der Gesamtschaden betrug 9000 Euro. Daher wurde erneut Haftbefehl gegen den 33-Jährigen erlassen. Die Polizei prüft, ob die beiden jetzt verurteilten Georgier als Tatverdächtige für weitere vergleichbare Taten in der Region in Betracht kommen. (fp)

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
2
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 02.01.2018
    22:57 Uhr

    dwt: Das mit der Mindeststrafe ist mir beim durchlesen des Artikels auch gleich in den Sinn gekommen.
    Es war ja eindeutig, auf frischer Tat ertappt.
    Und man fragt sich, was soll der Quatsch mit Bewährungsstrafe eigentlich.?
    Ist das neue Gesetz, mit mindeststrafe von einem Jahr ohne Bewährung nur eine Mogelpackung, oder wie soll man das verstehen? Die Medien hatten es jedenfalls so beschrieben, dass es bei Wohnungseinbrüchen ab ein Jahr hinter Gitter geht...(schon ein Einbruch soll dafür ausreichen, wenn es nachgewiesen werden kann) ohne irgendwelche Bewährungen.
    Hier kann ich die Urteile der Richter nicht nachvollziehen. Die zwei Georgischen leuts haben sicher keinen festen Wohnsitz oder ähnliches, was die Tatsache beschreibt, warum sie sich hier aufhalten.
    Allein dass hätte zum Urteil mit schwedischen Gardinen gereicht. Und man kommt sich auch veräppelt vor, wenn bei dem zweiten die Handschellen trotzdem klicken. Mit solchen Urteilen wird es nicht besser.

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  • 02.01.2018
    18:01 Uhr

    612115: Da könnte man als Freie Presse auch mal kritisch hinterfragen, warum hier nur solche geringen Bewährungsstrafen verhängt wurden, während seit kurzem für eine solche Straftat eigentlich eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft gilt, von der auch nicht nach unten abgewichen werden soll (siehe https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/05/2017-05-10-wohnungseinbruch.html). Gibt es in diesem Fall außergewöhnliche Gründe für diese eher symbolischen Strafen oder ignoriert das Gericht geltendes Recht und setzt weiter auf Kuscheljustiz? Einbrüche tragen massiv zur Verunsicherung der Bevölkerung bei, deshalb wären weitere Details zu diesem Urteil höchst interessant.

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