Vier Verletzte bei Streit in einem Döner-Restaurant

Die Polizei untersucht die Hintergründe einer tätlichen Auseinandersetzung in Limbach-Oberfrohna. Dabei sollen ein Messer und Flaschen als Waffen eingesetzt worden sein.

Limbach-Oberfrohna. Ein rotes Polizei-Absperrband ist vor dem Döner-Imbiss und dem Wohnhaus an der Hechinger Straße in Limbach-Oberfrohna gespannt. Zwei Polizisten passen auf, dass ihr Kollege in Ruhe seine Arbeit machen kann. Der Kripo-Beamte trägt weiße Schutzkleidung mit Mundschutz, fotografiert Details der Inneneinrichtung. Auf dem Fußboden sieht man Blutspritzer, weiße Zellstoffservietten liegen überall verstreut. Im Schaufenster sind Blumenstöcke umgeworfen. Ein Spieß mit Döner-Fleisch dreht sich, auf der Theke steht frisch zubereiteter Salat. Wenige Stunden zuvor hatte es in dem Imbiss eine handgreifliche Auseinandersetzung gegeben. Laut Polizei sollen dabei vier Menschen verletzt worden sein.

Der Vorfall ereignete sich gegen 14.30 Uhr. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der Betreiber des Lokals mit einem Pakistani und
einem Afghanen in Streit geraten, denen er im selben Gebäude eine Wohnung vermietet hatte. Die beiden Parteien holten Freunde zu Hilfe, die Situation eskalierte. Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung wurden laut Polizei ein Messer und Flaschen als Waffen eingesetzt. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, konnten es aber laut Polizei bis zum frühen Abend wieder verlassen. Zu den Hintergründen des Vorfalls ermittelt die Kriminalpolizei. Da Geld gestohlen worden sein soll, werde der Fall als schwerer Raub betrachtet.

Der Kripo-Beamte fotografiert Scherben, nimmt Fingerabdrücke. Wie lange sich die Untersuchungen hinziehen, kann Freitagabend niemand sagen. Die beiden Polizisten am Eingang haben sich auf einen langen Dienst eingestellt. Immer wieder werden sie von Passanten angesprochen, die wissen wollen, was am Nachmittag passiert ist und ob noch Gefahr bestehe.

Da kommt ein Mann und bittet sie um Hilfe. Etwa 300 Meter vom Tatort entfernt in der Moritzstraße habe er eine mit Blut getränkte Papierserviette oder ein -taschentuch gefunden. "Vielleicht ist es für die Beweisaufnahme wichtig", sagt der Mittvierziger. Ein Beamter folgt dem Mann, kommt mit dem Beweisstück zurück und übergibt es dem Kripo-Beamten.

Auf dem Klingelschild des Wohnhauses sind mehrere Namen, die auf die Eigentümer des Döner-Restaurants und der Mieter passen könnten. Auf das Klingeln reagiert kein Mieter. Nur hinter einem Fenster bewegt sich eine Gardine.

Dagegen erzählen Bewohner eines gegenüberliegenden Wohnhauses bereitwillig über ihre Eindrücke. "Ich habe am Nachmittag laute Schreie gehört", sagt eine Frau, die aus dem Libanon kommt und seit 15 Jahren in der Stadt wohnt. Sie habe nicht verstanden, worum es gehe. "Aber das ist ein gutes Restaurant, es schmeckt lecker dort", sagt sie. Ihr zwölfjähriger Sohn Ahmad erzählt, dass sechs bis acht Männer gestritten hätten. "Ich habe gesehen, wie ein Mann mit einem Döner-Messer gefuchtelt hat", sagt der Junge. Stühle seien umgefallen. Dann seien die Männer aus dem Imbiss gerannt. Ein Mitarbeiter habe die Polizei gerufen.

Langsam kehrt Ruhe an der Hechinger Straße ein. Die Geschäfte haben geschlossen. Die Beamten sichern den Tatort. Im Hintergrund des Döner-Restaurants klingelt unentwegt ein Telefon - die abendliche Bestellung von Döner und Pizza. Wann das Restaurant wieder öffnet, stand am Freitag noch nicht fest.

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