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Bei einem Wohnungsbrand in Schneeberg musste ein Wohnblock teilweise evakuiert werden.

Foto: Niko Mutschmann

Nach Haus-Brand in Schneeberg: Mehrere Mieter müssen umziehen

Bei einem Feuer in einem Wohnblock sind zwei Personen verletzt worden, einige Quartiere sind derzeit unbewohnbar. Die genaue Ursache des Feuers ist noch unklar.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 07.02.2018

Schneeberg. Flammen schlagen aus den Fenstern, dicker Rauch steigt empor, Sirenen schrillen: Bei einem Brand in einem Neubaublock an der Bruno-Dost-Straße in Schneeberg sind in der Nacht auf Dienstag zwei Bewohner leicht verletzt worden. Sie mussten mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Nach Angaben der Polizei geht der durch den Brand entstandene Schaden in die Hunderttausende Euro.

Das Feuer war gegen 19.30 Uhr in der Wohnung einer Seniorin (77) im fünften Stock ausgebrochen und drohte, auf die anderen Wohnungen überzugreifen. Bei Ankunft der Rettungskräfte brannte die Wohnung bereits lichterloh. 51 Menschen mussten laut Polizei in Sicherheit gebracht werden, darunter zwei Personen mithilfe eines Drehleiter-Fahrzeugs. Dichter Qualm hatte ihnen den Rettungsweg über den Hausflur versperrt.

Helga Schuster ist eine der Bewohnerinnen, die raus mussten. Sie berichtet: "So etwas habe ich noch nicht erlebt." Das ganze Haus habe gequalmt. "Ich war gerade im Schlafanzug, als die Nachbarin gerufen hat: ‚Raus, raus!‘ Dann bin ich in Pantoffeln und mit meiner Katze ausgerissen." Eine Frau, die im Haus gegenüber wohnt, hat die Flammen abends aus den Fenstern schlagen sehen: "Es sah dramatisch aus." Sie kritisiert, wie sich einige Schaulustige verhielten. Mehr als 15 Personen hätten vor dem Haus gestanden und alles mit ihrem Handy gefilmt. "Leute noch zu fotografieren, denen es schlecht geht, ist unmöglich."

Insgesamt waren am Abend 58 Feuerwehrleute aus Schneeberg, Aue und Bad Schlema im Einsatz, ebenso wie Helfer der Johanniter und der Kreisbrandmeister. Den Brand konnten die Rettungskräfte bereits nach kurzer Zeit unter Kontrolle bringen. Die Bewohner wurden während der Löscharbeiten in der Begegnungsstätte "Haus Aktiv" untergebracht, danach kümmerten sich die Stadtverwaltung und die Schneeberger Wohnungsgenossenschaft als Vermieterin um eine Schlafmöglichkeit für mehrere Mieter im Hotel Steiger.

Laut Wohnungsgenossenschaft sind derzeit vier Wohnungen unbewohnbar. Einige sind durch das Feuer und den Rauch beschädigt worden, andere durch das Löschwasser. Sieben Mieter müssten deshalb bis auf Weiteres in Ausweichquartiere umziehen, sagt Vorstandsvorsitzender Ralf Meier. "Wir haben für sie Ferienwohnungen in der Stadt organisiert. Eine Familie kommt in einer Ausweichwohnung unter."

Nach seinen Angaben könnte sich der Sachschaden am Haus am Ende auf bis zu 300.000 Euro summieren. Denn durch die Hitze des Feuers hat sich eine Geschossdecke abgesenkt. In der Brandwohnung hätten Temperaturen von über 1000 Grad Celsius geherrscht. "Innerhalb kürzester Zeit ist alles weggebrannt", sagt Meier. Nun müsse ein Statiker den Schaden begutachten. Dass keine Person schwer verletzt wurde oder ums Leben kam, nennt Meier "Glück im Unglück".

Bis auf die sieben Personen, die vorerst woanders unterkommen, sind alle anderen Mieter bereits in der Nacht in ihre Wohnungen zurückgekehrt. Zur Brandursache ermittelt derzeit die Polizei.

Noch ist unklar, wodurch das Feuer ausgelöst wurde. Eine Nachbarin vermutet, dass die Seniorin den Brand unabsichtlich beim Befüllen ihres kleinen Heizkamins verursacht hat. Laut Polizei haben Brandursachenermittler der Chemnitzer Kriminalpolizei am Dienstag die Wohnung in Augenschein genommen. Welche Erkenntnisse sie dabei gewonnen haben, blieb zunächst offen.

 
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