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Berufsschulzentren im Umbruch

Eine Umstrukturierung steht in Mittelsachsen bevor. Welche Ansätze gibt es? Um das Thema geht es auch morgen im Kreistag - aber nur am Rande.

Von Heike Hubricht und Steffen Jankowski
erschienen am 27.03.2018

Freiberg. Eine Umstrukturierung steht bei den drei Berufsschulzentren des Landkreises Mittelsachsen bevor. Dabei geht es offenbar auch um eine Reduzierung der Außenstellen. Das haben Recherchen der "Freien Presse" ergeben. Laut einer Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes darf ein Berufsschulzentrum künftig nicht weniger als 550 Schüler haben. Und: Mindestens 16Schüler sollen künftig in einer Berufsschulklasse, 20 Schüler in einer 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums sitzen.

Bisher gilt für die Berufsschulen ein Plan, der 2013 vom Kreistag beschlossen und vom Kultusministerium genehmigt wurde. Ab 1. August aber ist der Freistaat und nicht mehr der Landkreis für die Berufsschulnetz-Planung zuständig - in Absprache mit dem Schulträger, also dem Kreis. Deshalb werden derzeit die Schüler in den Fachklassen gezählt. Laut einer Referentin des Kultusministeriums erfolgen "weitere Betrachtungen zur Schulnetzplanung" nach der Anhörung der Schulträger.

In der morgigen Kreistagssitzung in Freiberg geht es um die Weiterführung der Arbeitsgruppe Schulnetzplanung und Schülerbeförderung. An den drei Berufsschulzentren in Freiberg und Döbeln-Mittweida werden laut Kreissprecher André Kaiser drei Viertel aller 4095 Schüler berufsbildender Schulen in Mittelsachsen unterrichtet. Die restlichen 25 Prozent besuchen Freie berufliche Schulen (siehe nebenstehender Artikel).

Laut Informationen der "Freien Presse" strebt der Freistaat eine Reduzierung der Außenstellen an, der Kreis will das Angebot in der Fläche aber möglichst erhalten. Denn sonst könnte ein Ausweichen von Schülern nach Chemnitz oder in angrenzende Kreise drohen - weil die dortigen Schulen unter Umständen besser erreichbar sind. Schon jetzt pendeln viele Berufsschüler aus dem Landkreis aus. Kreissprecher Kaiser zufolge wurde eine Aufhebung von Schulen oder Schulteilen bislang vom sächsischen Kultusministerium "nicht erörtert oder vermittelt".

Längst gibt es Spekulationen über Wackelkandidaten. Schon länger laufen Debatten über geringe Schülerzahlen am Standort Rochlitz. Aber: Ende der 1990er-Jahre waren 12 Millionen Euro Fördergelder in den Neubau geflossen. Deshalb gibt es bis 2024 eine Zweckbindung - bei einer Umnutzung müssten die Zuschüsse also an die EU zurückgezahlt werden. Laut Kreissprecher André Kaiser haben weder der Schulträger, also der Landkreis Mittelsachsen, noch die Schulaufsichtsbehörde, also Sachsens Kultusministerium, die Absicht, den Berufsschulstandort Rochlitz aufzuheben. Ab 2018/19 wird die Immobilie aber zugleich von einer Förderschule genutzt. Dann sind zwei unterschiedliche Schularten in dem Objekt.

Einem Insider zufolge will das Ministerium den in Flöha ansässigen Wirtschaftswissenschaft-Teil des Beruflichen Gymnasiums auf lange Sicht ins BSZ "Julius Weisbach" nach Freiberg verlegen. In Freiberg soll dann in dieser Fachrichtung eine 11.Klasse pro Schuljahr aufgenommen werden - zusätzlich zu Technikwissenschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Bisher gibt es aber in Flöha zwei 11. Klassen. Ergo: Die anderen Schüler würden gegebenenfalls nach Chemnitz pendeln, also ein Berufliches Gymnasium außerhalb Mittelsachsens besuchen. Laut neuem Schulgesetz ist aber auf ein ausgewogenes Verhältnis des Angebots in ländlich und städtisch geprägten Räumen zu achten.

Weniger als die vorgeschriebene Schülerzahl von 550 Schülern hat das BSZ Ernährung, Hauswirtschaft und Agrarwirtschaft in der Freiberger Turnerstraße mit Außenstelle in der Bergstiftsgasse. Deshalb ist nach Recherchen der "Freien Presse" eine Zusammenführung" mit dem Fachschulzentrum Freiberg-Zug, das ein gleichartiges Profil hat, im Gespräch. Eine andere Möglichkeit: Bildungsgänge der "Grünen Berufe" könnten von Dresden nach Freiberg wechseln - der Standort Freiberg-Zug würde so gestärkt.

Kreissprecher Kaiser verweist indes auf die Planungshoheit des Kultusministeriums: Deshalb könne sich der Kreis derzeit nicht zur Entwicklung der berufsbildenden Schulen äußern.

Kreistagssitzung morgen, 15 Uhr im BSZ "Julius Weisbach" am Schachtweg in Freiberg. Die Sitzung ist öffentlich.

 
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