Regionale Erzeugnisse aus dem Vogtland bei Internationaler Grüner Woche in Berlin

Rotschau. Mit 35 Ausstellern und dem Motto "Sachsen genießen" präsentiert sich der Freistaat bei der Internationalen Grünen Woche, die nächste Woche in Berlin beginnt. Bei der weltweit größten, vom 19. bis 28. Januar dauernden Agrar- und Ernährungsmesse setzt Sachsen verstärkt auf eine gemeinsame Präsentation regionaler Erzeugnisse und von Verbänden vorgestellter touristischer Angebote. "Diese Verzahnung hat sich bereits in den letzten Jahren bewährt, weil Tourismus mit Genuss verbunden ist", sagte Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt am Mittwoch bei einem Pressetermin in Gündels Kulturstall im vogtländischen Rotschau. Der kleine, auf den Anbau historischer Kartoffelsorten spezialisierte Betrieb steht auch aufgrund seiner Verankerung in einem regionalen Erzeuger- und Käuferkreislauf stellvertretend für die Ausrichtung der sächsischen Präsentation.

"Was in der Heimat gewachsen ist, geerntet und verarbeitet wurde, genießt bei den Verbrauchern großes Vertrauen", sagte der Minister. Regionalität stehe auch für Frische und kurze Transportwege. Das werde zunehmend nicht nur in Sachsen geschätzt. Auch Touristen wollten dort regionaltypische Spezialitäten genießen, wo sie erzeugt würden. Diese Kausalität müsse stärker als bisher herausgestellt werden. Der Freistaat fördert derzeit regional verankerte Erzeuger mit jährlich 2,4 Millionen Euro, die Firmen etwa für Messeauftritte, Präsentationen oder Schulungen verwenden. Schmidt: "Andere Bundesländer geben ihr Geld auf der ,Grünen Woche‘ aus, wir fördern in der Breite."

Auch Vogtland-Landrat Rolf Keil (CDU) - das Vogtland ist in diesem Jahr sächsische Partnerregion in Berlin - erkennt einen Trend hin zu mehr Regionalität. "Wir sagen unseren Gastronomen, sucht euch regionale Partner und werbt damit. Das fängt beim Fleisch an und hört beim Bier auf. Da ist in den letzten Jahren schon etwas gewachsen, aber wir haben noch Luft nach oben." Man überlege, eine Broschüre zu erstellen, die das Angebot regional verankerter Direktvermarkter bündelt. Ein solches Portal bietet der Freistaat bereits an. Schmidt: "Dort kann sich jeder Erzeuger kostenlos einstellen und über seinen Betrieb informieren. Die Regionen müssen stärker nicht nur ihre Baudenkmale in den Vordergrund stellen. Tourismus definiert sich heute über Kunst, Kultur und Kulinarität."

Ihre kulinarische Klasse stellt die sächsische Ernährungswirtschaft besonders auch zum Ländertag am 22. Januar in Berlin unter Beweis. Federführend ist dann das Vogtland. So sorgt Forbriger Backwaren Reichenbach für die Bewirtung der Gäste. Zudem sind die musikalische Botschafterin Stefanie Hertel oder auch die Cheerleader Auerbach zu erleben. Und Gündels Kulturstall. Der Betrieb hat bereits mehrfach beste Werbung für das Vogtland gemacht. Ulrich Gündel scherzte zum Pressetermin: "Jetzt wissen auch die Preußen, dass die ersten Kartoffeln im Vogtland eingeführt wurden." (gem)

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