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Fahnen der rechten Szene wehen in Themar. Zu einem Neonazi-Konzert in Südthüringen kamen rund 6000 Rechte in die Kleinstadt.

Foto: Bodo Schackow Bild 1 / 4

6000 Rechte zu Neonazi-Konzert in 3000-Seelen-Kleinstadt

In Thüringen haben Tausende Rechte am wohl bundesweit größten Neonazi-Konzert des Jahres teilgenommen. Der Gegenprotest in der 3000-Einwohner-Stadt fiel kleiner aus als erwartet.

erschienen am 16.07.2017

Themar (dpa) - Knapp 6000 Anhänger der rechten Szene haben am Samstag das bundesweit wohl größte Neonazi-Konzert des Jahres im südthüringischen Themar besucht. Der Zulauf zu den Gegenprotesten war entgegen der Erwartungen verhalten.

Statt der erwarteten 2000 Menschen demonstrierten in der 3000-Einwohner-Stadt mehrere Hundert geschlossen gegen Rechts. Die Polizei meldete am frühen Sonntagmorgen, alle ihrer Maßnahmen hätten sich gegen die Teilnehmer des «Rock gegen Überfremdung»-Konzerts gerichtet, gegen die Gegendemonstranten sei kein Eingreifen erforderlich gewesen.

So seien 43 Strafanzeigen unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bedrohung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz gestellt worden. Drei Menschen wurden in Gewahrsam genommen, von 440 weiteren wurde die Identität festgestellt. Die Abreise der Konzertbesucher nach Mitternacht verlief problemlos.

Rund 1000 Polizisten aus Thüringen und mehreren Bundesländern waren im Einsatz - auch um ein Aufeinandertreffen der Teilnehmer des Rockkonzerts mit den Gegendemonstranten zu verhindern. Die Rock-Konzert-Besucher, teils mit T-Shirt-Aufschriften wie «Sturm auf Themar» oder «Frei wie ein Vogel», wurden vor Eintritt in das mit hohen Gittern eingezäunte Festivalgelände von der Polizei durchsucht. Auf der Wiese war ein riesiges Zelt aufgebaut. Neun Gegenveranstaltungen waren angemeldet worden.

«Das Sicherheitskonzept gegen das Konzert «Rock gegen Überfremdung» ist bislang voll aufgegangen», hatte der Sprecher der Landespolizeidirektion, Patrick Martin, der Deutschen Presse-Agentur während des Einsatzes gesagt. Er sprach von einem schwierigen Einsatz für die Beamten. Aufgrund der großen Menschenmengen hatten die Veranstalter das Festivalgelände zwischenzeitlich vergrößert.

Bürgerinitiativen, die Kirche und Privatleute hatten vor dem Konzert zum Protest aufgerufen. In der Kleinstadt, in der bunte Plakate und Transparente zu sehen waren, war es trotz Bürgerfest und kleinen Protesten auffallend ruhig. Der stellvertretende Landrat von Hildburghausen, Helge Hoffmann, sagte, was die kleine Gemeinde an Protest organisiert habe, sei ehrenwert. Er gab zu bedenken: «Wir sind hier in einem ländlichen Raum.» Er habe sich jedoch mehr Unterstützung aus der Region gewünscht.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 17.07.2017
    18:39 Uhr

    BlackSheep: @Freigeist14, schon auffälig, bei den Rechten ist Ihnen "Agent provocateur" nie eingefallen. Oder muss man diese Äußerung als Verharmlosung linksextremistischer Randalle auffassen?

    5 4
     
  • 17.07.2017
    13:12 Uhr

    Freigeist14: Hinterfragt,ich wäre lieber bei den friedlichen Protesten gegen die G20 dabei gewesen. Übrigens blieben die befürchteten Proteste gegen das Nazi-Konzert in Themar aus.
    "Linker Terrorsturm".Respekt.Das hätte "BILD" und gleichgeschaltete Medien nicht besser formulieren können.Alle Proteste und die Zerstörungswut von Chaoten in einen Topf werfen.Beste Wahlkampftaktik für weitere 4 Jahre Merkel.Wer kann ausschließen,daß nicht "Agent provocateur" am Werke waren und die Sache eskalieren ließen?

    6 5
     
  • 17.07.2017
    11:47 Uhr

    Hinterfragt: P.S.
    hätte ich nur die Wahl zwischen solch einem Konzert und dem "Llinken Terrorsturm" in Hamburg zu G20, ich würde das Konzert wählen.

    6 10
     
  • 17.07.2017
    11:43 Uhr

    Hinterfragt: @Freigeist14::"...wie hat Ihnen denn nun das Konzert gefallen ?..."

    Was soll die Anspielung?!?
    Schrieb ich, dass ich dort war?!?
    Habe ich geschrieben, dass ich es gutheiße?!?
    Ausserdem nicht meine Musikrichtung!

    Und nochmals das Konzert wurde genehmigt. Nur darum geht es.

    3 9
     
  • 17.07.2017
    10:27 Uhr

    Freigeist14: Hinterfragt,wie hat Ihnen denn nun das Konzert gefallen ?
    Vielleicht sehen es manche als harmlose Meinungsäußerung,"Ruhm und Ehre für den Deutschen Soldaten"einzufordern.Und selbstverständlich waren nur "Rechte"auf dem Konzert.Nazis gibt es ja gar keine mehr.

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