Deutschland gedenkt Opfer der Pogromnacht von 1938

Der 9. November ist in Deutschland ein Tag zum Nachdenken und Gedenken. In der Pogromnacht vor 79 Jahren wurden Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Brand gesteckt. Vertreter aus Politik und Gesellschaft warnen vor dem Vergessen und neuem Hass.

Berlin (dpa) - Bei zahlreichen Gedenkveranstaltungen haben Menschen in ganz Deutschland an die Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 erinnert.

Bei einem Gespräch mit Holocaust-Überlebenden rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Wachsamkeit gegenüber antisemitischen und rechtsextremen Strömungen auf. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands müsse auch von Zuwandern akzeptiert werden, betonte er.

Zum 79. Jahrestag der Pogromnacht empfing Steinmeier das Präsidium des Internationalen Auschwitz-Komitees in seinem Amtssitz Schloss Bellevue. In der Nacht des 9. November 1938 waren in ganz Deutschland Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Brand gesteckt und zahlreiche Juden ermordet oder misshandelt worden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, das Vermächtnis der Opfer sei eine dauerhafte Verpflichtung für Deutschland: «Antisemitismus und Rassismus haben in unserem Land keinen Platz.»

In München wurden bei einer Veranstaltung mit Oberbürgermeister Dieter Reiter die Namen von Opfern verlesen. Die bayerische Hauptstadt soll zukünftig ein wichtiges europäisches Zentrum der Holocaustforschung werden. Am Zentrum für Holocaust-Studien ist unter anderem ein Masterstudiengang zur Zeitgeschichte geplant.

Gleichzeitig wurde an zahlreichen Orten an den Fall der Mauer am 9. November 1989 erinnert. «Das Glück des 9. November 1989 ist nicht ohne das Leid des 9. November 1938 zu denken», sagte die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne). «Beide Daten prägen unser Land dauerhaft. Umso wichtiger ist eine Erinnerungskultur, die die historischen Pfade für die folgenden Generationen sichtbar hält.»

Der Leiter der Anne-Frank-Bildungsstätte in Frankfurt, Meron Mendel, forderte weiterhin eine aktive Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust in Deutschland. «Gedenken allein reicht nicht», sagte er. Auch die unterschiedlichen Symbole und Formen der Erinnerung und des Gedenkens an zahlreichen Orten in Deutschland könnten nicht darüber hinwegtäuschen, «dass Antisemitismus in Deutschland ein beständiges Problem ist».

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6Kommentare
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    1
    Interessierte
    11.11.2017

    Hier wollte ich eigentlich noch hin ....
    Die Weimarer begann auch am 9. November 1918
    Also die erste Demokratie - bis der Hitler kam
    Schon komisch , das ´vieles´ auf einen Tag fällt ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik
    https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/parlamentarismus/weimar
    http://www.geschichte-abitur.de/weimarer-republik

    Und hier kam das auch
    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=69989
    .

  • 0
    1
    Freigeist14
    10.11.2017

    Übrigens war Schabowski einst Chefredakteur des "Neuen Deutschlands". Im Gegensatz zu Hans-Dieter Schütt,wie heute schlecht recherchiert,in der FP behauptet.Denn der verantwortete die "Junge Welt".

  • 0
    1
    Freigeist14
    10.11.2017

    Am 10.November hätte es kein Verquatschen gegeben.Denn die Grenze sollte planmäßig geöffnet werden. Meldungssperrfrist war 4:00 Uhr .Das Schabowski nicht mehr Herr der Lage war und sich verhaspelte ,die Grenzer überrumpelt wurden ist, die Geschichte eingegangen.

  • 3
    4
    Blackadder
    10.11.2017

    @Interessierte: Ich denke, das war Zufall. Dem Schabowski war das sicher egal, ob er sich am 9.11. oder am 10.11. verquatscht!

  • 1
    1
    Interessierte
    10.11.2017

    Das war jetzt vorangegangen bißchen falsch formuliert von mir , es sollte heißen : Wieso fiel denn die Maueröffnung nun genau auf diesen 9. November , hatte das irgendwelche Gründe ?

    Aber man sollte sich mal nah dran von gestern ansehen zu 1989 , da hört - und vor allem sieht man bißchen was ...
    http://www.ardmediathek.de/tv/Nah-dran/Gegner-von-einst-Wiedersehen-nach-25-J/MDR-Fernsehen/Video?bcastId=7545244&documentId=47470774

  • 2
    1
    Nixnuzz
    10.11.2017

    Wenn dieser Tag für Deutschland so wichtig ist aber kein "wichtiger Mensch" dies öffentlich bekundet, empfinde ich das mehr als traurig. Es ist beschämend. Ein Tag, an dem Macht und Unmenschlichkeit auf Machtlosigkeit und Menschlichkeit trafen. Ja - wirklich - ein Feiertag, ein Feiertag der offizieller begangen werden sollte. Vielleicht sollte der Ersatzverfassungstag von Oktober in den November verlegt werden...aus Respekt vor dieser Nation und seiner menschlichen Historie.



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