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Funktionsstörung

Die Pressefreiheit war kein Gottes- und kein Regierungsgeschenk. Sie wurde von Leuten wie Johann Peter Zenger erkämpft. Über Monate ließ Zenger in seiner Zeitung, dem "New-York Weekly Journal", tadelnde ...

erschienen am 15.12.2015

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Kommentare
17
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 18.12.2015
    12:26 Uhr

    PeKa: Die Tatsache, dass Leute mit Krankheiten in die Notaufnahme gehen, die der Haus- oder Facharzt gut behandeln könnte, hat seine Ursache darin, dass immer mehr Patienten keinen Hausarzt finden. Sie werden gleich bei der Erstanmeldung abgewimmelt mit der Bemerkung "Meine Praxis ist voll ausgebucht". Dieses Problem zu beheben, ist Sache der Politik, indem sie den Ärzteverteilungsschlüssel überarbeitet und niedergelassene Praxen nur dort genehmigt werden, wo es an Ärzten mangelt.

    Noch viel schlimmer sieht es in der Psychiatrie aus. Dort ist es mitunter völlig aussichtslos, trotz schwerster Depressionen oder anderer psychischer Störungen einen behandelnden Arzt zu finden. Da werden Leute gleich an der Praxistür abgewiesen, die kommen gar nicht erst bis zum Thresen. Ein Gang zur Notaufnahme ist dann der einzige Ausweg, um nicht völlig durchzudrehen. Notaufnahmegebühr wäre nur Symptombehandlung. Wir benötigen aber Ursachenbekämpfung!

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  • 17.12.2015
    14:55 Uhr

    TheBeastFromTheEast: Naja, saxon, zunächst sollten wir einmal schauen, wer welche Aufgaben finanziell zu schultern hat. Bei der "Notarzt"-Pauschale soll der Grund nicht die Verarmung der Kassen sein, sondern die Versicherten sollen nicht mit Dingen, die der Hausarzt genauso gut erledigen könnte, die Kapazitäten der Notfall-Medizin belasten - wie schon bei der Praxis-Gebühr.
    Die Kommunen haben (meine diesbezügliche Berufserfahrung beschränkt sich auf sächsische Kommunen) in der Vergangenheit eine Finanzpolitik betrieben, die sehr oft bar jeglicher Vernunft war. Energie- und Wasserversorger mit 51%iger Beteiligung der Großkonzerne, der flächendeckende Verzicht auf Konzessionsabgaben, dazu albernst finanzierte Spaßbäder in kommunaler Regie bei einer Wirtschaft, die erst einmal Steueraufkommen generieren mußte - daß dafür jetzt die Pferdehalter einstehen sollen, ist ein Gedanke, der selbst für AOK-Versicherte eine Therapie garantiert. Daß hier Fördermittel in Größenordnungen verschludert wurden, ist traurige Wahrheit, und wirft zunächst die Frage nach Verbesserungen in der kommunalen Verwaltung auf. Ehrlicherweise muß ich zugestehen, daß eine durchgreifende Verbesserung mit den derzeit existierenden Verwaltungseinheiten nicht zu erreichen ist: Burkhardtsdorf (ca. 6.000 Einwohner), Thalheim (ca. 7.000 EW) und Zwönitz (ca. 12.000 EW) könnten zusammen eine leistungsfähige Verwaltung aufbauen - für jede Stadt/Gemeinde alleine klappt´s nur im günstigsten Fall. Aber das scheitert in der Regel am kommunalen Selbstbewußtsein - solange man es sich leisten kann. Diese Probleme haben wir - Flüchtlinge hin, oder her - eh´ zu lösen.
    Der Staat wird auch nicht in sozialen Wohnungsbau oder die Einrichtung von Arztpraxen investieren - selbstredend haben wir auf dem flachen (?) Land Probleme, genügend Ärzte dauerhaft anzusiedeln - wenn ein Facharzt wirtschaftlich denkt, geht er dahin, wo es auch ausreichend (mögliche) Patienten gibt. Daß sich seit der Wende die Wohnverhältnisse auch für die Masse der Mieter entscheidend verbessert hat, ist unzweifelhaft.
    Die "Tafeln" halte ich persönlich für gute Einrichtungen, da wir mittlerweile nicht mehr in einer Wohlstands-, sondern einer Überflußgesellschaft leben, und viel zu viel weggeworfen wird, was eigentlich in Ordnung ist. Dennoch: Die Grundversorgung sicher Hartz IV. Für mich keine Frage: Wenn die "Tafeln" da das knappe Budget entlasten helfen, ist das eine gute Sache - von mir aus können die Eltern dann auch das Geld, das sie für die Kinder kriegen, versaufen, solange sicher gestellt ist, daß die Kinder ordentlich versorgt sind. Verpflegung in den Asylbewerber-(Sammel)Unterkünften ist aber Teil der staatlichen Grundversorgung, und wird auf den jeweiligen Auszahlungsanspruch angerechnet.
    Sie sehen: Ich könnte Bücher (voll)schreiben - daß unser Gemeinwesen trotzdem bislang funktioniert hat, spricht für die Stabilität des Systems. GottseiDank !

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  • 17.12.2015
    11:51 Uhr

    saxon1965: @TheBeastFromTheEast: Wir sind uns im Tenor einig.
    Ich überlege nur, warum kommen die (armen) Krankenkassen wieder mal nicht mit den Einnahmen aus? Was gibt es für neue Ausgaben, die die Allgemeinheit jetzt schultern muss? Wir zahlen mittlerweile rund 15 Prozent unseres Gehaltes ein!
    Die Kommunen versuchen bzw. sind sogar verpflichtet jede Möglichkeit der Steuereinnahme umzusetzen, weil sie mit den Geldern vom Bund vorn und hinten nicht langen.
    Und wenn im Bund das Geld nicht langt oder die schwarze Null in Gefahr sein wird ... wäre die Gelegenheit die Mineralölsteuer zu erhöhen gerade sehr günstig. Okay, das ist nur ein Gerücht! Wir werden uns vielleicht wieder sprechen.
    Das eine oder andere Thema wäre es jedoch wert, zu hinterfragen, zu recherchieren, denn die Bundesregierung wird ganz sicher nicht zum Steuerzahler sagen: Wegen der Mehrbelastung durch die Völkerwanderungen, müssen wir 1:1 Steuern erhöhen. Das wäre viel zu unpopulär! Man wird so etwas bewusst und geschickt entsprechend zu verschleiern wissen. Denken sie nicht auch?
    Da gehe ich nicht mal so weit und stelle die Frage: Warum war für so vieles kein Geld da, wenn nun in Unterkünfte (nicht in Kitas, Schulen), in Verpflegung (nicht für die Tafeln), in sozialen Wohnungsbau (nicht für Kinderreiche oder Obdachlose), Medizinische Versorgung (s. o.), Manpower bei der Polizei (nicht bei der Drogenfandung) ...? Diese Fragen und Gedanken vieler Bürger kann man doch nicht einfach als Rechtspopulismus abtun?! Solche Zusammenhänge sollten mal untersucht werden.

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  • 16.12.2015
    22:08 Uhr

    TheBeastFromTheEast: @saxon1965: So lasse ich mit mir diskutieren - ohne Ihnen ohne Weiteres Recht zu geben. Sorkin verstehe ich so, daß die Medien Fakten so weitergeben, daß ich feststellen kann, ob die handelnden Personen meine Werte teilen, für sie einstehen oder nicht - und "handelnde Person" meint nicht den Berichterstatter. Das ist dann der erste Beitrag zur Meinungsbildung - der zweite ggf. ein Kommentar, der die Meinung des Autors wieder geben darf. Am Beispiel: Die FP schreibt auf der Sportseite: "CFC schlägt Dynamo 1:0". Im Kommentar steht:" Ein verdienter Sieg des CFC, wie jeder im Stadion sehen konnte: Die Dresdner Mannschaft gleicht einem Trümmerhaufen. Dredsden eben." Das läßt sich lesen, ist für mich als Dynamo-Fan selbstredend nahezu unvorstellbar *lach* - aber wenn der Fakt, daß der CFC gewonnen hat, nicht stimmt, ist das Ganze reine Propaganda. Also müßten Tatsachenbehauptungen wie "Die Asylanten kriegen mehr als unsere Hartzer!", "Die Regierung bricht das Grundgesetz !" erst einmal stimmen, damit die darauf aufbauenden Argumentationen erst einmal ernst genommen werden könnten - im Sinne einer auf Vernunft basierenden Meinungsbildung.
    Um Ihre Beispiele aufzugreifen: Die "Notarztgebühr" käme - wie schon die "Praxisgebühr" den Krankenkassen zu Gute, die "Pferdesteuer" ist eine Kommunalabgabe, die mit dem Bundeshaushalt nichts zu tun hat. Von einer Mineralölsteuererhöhung war - so das "goggle"-Ergebnis - 2015 keine Rede. Und jetzt bilden Sie sich eine Meinung über die Zuverlässigkeit der Quellen, die dahinter eine von "ganz oben" intiiierte Verschwörung sehen, die uns "die Medien" verschweigen.

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  • 16.12.2015
    18:27 Uhr

    saxon1965: >TheBeastFromTheEast< Richtig! Medien sollten nicht ungeprüft die Meinungen irgendwelcher Minderheiten vervielfältigen. Doch sie sollten Zitat: "...Aaron Sorkin den Anspruch bündig zusammengefasst: Die Arbeit der Medien soll zur Meinungsbildung beitragen." Wie bitte schön, soll sich der Leser eine Meinung bilden, wenn nicht auch die sachlichen Gegenargumente abgebildet werden? Wie kann sich ein/e 20jährige/r eine Meinung bilden, wenn dem jungen Menschen nicht auch verständlich gemacht wird, was die momentane Situation eventuell für Auswirkungen auf sein weiteres Leben in diesem Land haben könnte.
    Die Diskussionen/Gerüchte um Notarztgebühren, Erhöhung der Mineralölsteuern, Eintreiben von Pferdesteuern u. ä. m. kommt doch nicht von Ungefähr! Man (Frau M.) braucht Geld! Aber es geht uns Allen ja soooo gut!? Ich bin der Überzeugung, dass die Steuerlast und Sozialabgaben für den normalen Berufstätigen deutlich geringer sein könnten. Nein! Nicht alleine wegen der Flüchtlinge. Sondern weil dieses System komplett falsch funktioniert. Stichwort soziale "Schere".

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