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Foto: Marijan Murat/dpa

Renten steigen 2018 voraussichtlich um gut 3 Prozent

Gute Konjunktur und Beschäftigungsrekord spülen weiter Geld in die Sozialkassen. Davon profitieren auch die Rentner. Mit Spannung wird erwartet, was Jamaika mit der Rente macht.

erschienen am 13.11.2017

Berlin (dpa) - Die rund 21 Millionen Rentner können auch im kommenden Jahr mit einem deutlichen Plus ihrer Bezüge von gut drei Prozent rechnen. Zum 1. Juli 2018 werde ein Rentenplus von 3,09 Prozent im Westen sowie 3,23 Prozent im Osten erwartet. Das geht aus dem neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervor, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) im Entwurf vorliegt. Der Rentenbericht soll in der kommenden Woche im Kabinett behandelt werden.

Für einen «Standardrentner», der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient und entsprechend Beiträge geleistet hat, würde die Erhöhung etwa 43 Euro mehr pro Monat bedeuten, so das RND. Endgültig festgelegt wird die Rentenerhöhung für 2018 erst im kommenden Frühjahr, wenn Daten zur Lohnentwicklung 2017 vorliegen. Laut Bericht werden die Renten in Deutschland bis 2031 um insgesamt 36 Prozent steigen - im Schnitt um gut zwei Prozent pro Jahr.

Die gesetzliche Rentenversicherung gibt an diesem Dienstag ihre Zahlen zur voraussichtlichen Rentenerhöhung im kommenden Jahr bekannt. Sie dürften nicht weit auseinanderliegen. Auch über den Beitragssatz und die Finanzentwicklung informiert die Deutsche Rentenversicherung Bund. Zum 1. Juli 2017 war die Rente in Westdeutschland um 1,90 Prozent gestiegen, in den neuen Ländern um 3,59 Prozent.

Die unterschiedliche Anhebung in Ost und West soll spätestens 2025 aufhören. Denn bis dahin sollen die Ost- vollkommen an die West-Renten angeglichen werden. Dieser Angleichungsprozess soll in sieben Schritten erfolgen und 2018 beginnen. Parallel dazu wird die Bewertung der Löhne für die Rentenberechnung im Osten ebenfalls in sieben Schritten abgesenkt und Anfang 2025 entfallen. Die Angleichung wird vor allem aus Beitrags- und auch aus Steuermitteln finanziert.

Die Reserve der Rentenversicherung geht derzeit zurück und lag Ende September bei 28,9 Milliarden Euro, wie die Rentenversicherung mitteilte. Im August waren es noch 29,6 Milliarden. Gleichwohl sei das Rentenpolster immer noch etwas besser gefüllt als bislang erwartet, hieß es Mitte Oktober. In den ersten neun Monaten des Jahres seien die Pflichtbeiträge aus Erwerbstätigkeit um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.

Die Rentenversicherung schrieb der angehenden Jamaika-Koalition von CDU, CSU, FDP und Grünen ins Stammbuch, für langfristige Stabilität der Rentenversicherung seien frühzeitige Festlegungen über die Entwicklung nach 2030 nötig. Weil die starken Babyboomer-Jahrgänge vor dem Wechsel in die Rente stehen, wird die Rentenkasse immer stärker belastet. Das Rentenniveau wird angesichts der älter werdenden Gesellschaft ohne Gegensteuern sinken.

Das Rentenniveau liegt dank guter Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes derzeit bei 48 Prozent, der Beitragssatz bei 18,7 Prozent vom Brutto. In den Jamaika-Parteien wird darüber nachgedacht, den Rentenbeitrag zu senken. Bis 2030 soll das Rentenniveaus, so die Vorgaben, nicht unter 43 Prozent sinken und die Beiträge nicht über 22 Prozent steigen. Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Standardrente nach 45 Jahren Arbeit zum aktuellen durchschnittlichen Bruttoeinkommen. Das liegt derzeit bei gut 3000 Euro im Monat.

Die bisherige Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte noch ein weiterreichendes Konzept einer «doppelten Haltelinie» entwickelt, wonach den Bürgern bis 2045 ein Rentenniveau von mindestens 46 Prozent garantiert werden soll. Besser wären 48 Prozent. Der Beitragssatz soll bis dahin nicht über 25 Prozent steigen, am besten aber nicht über 24 Prozent.

 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 18.11.2017
    07:06 Uhr

    Vandanser: Wenn ich 3000? Rente erhalte sind das für mich "Peanuts".
    Bekomme ich aber nur 600? Rente werde ich es auf dem Konoauszug kaum bemerken! Also Leute, freut euch und jubelt.

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  • 17.11.2017
    15:30 Uhr

    Zeitungss: @cn3bj00: Genau so ist es, leider bittere Realität. Warum wir WIEDER an Gelbsucht leiden, ist zwar schwer zu verstehen, muß es aber als gegeben hinnehmen. Ein kleiner Teil hat schließlich auch gewaltige Vorteile, was im Wahlkampf flach gehalten wird. Wir werden sehen, wer demnächst in der Berliner Suppe seine Gewürzmischung untergebracht hat. Ich ahne...... .

    0 4
     
  • 17.11.2017
    13:02 Uhr

    cn3boj00: @Zeitungss: Die Gelb-magenta-Fraktion macht ja einen auf volksnah, aber das Volk besteht bei ihnen praktisch nur aus Unternehmern, Erben, Selbständigen und allen, die sich sonst noch einen Porsche leisten können. Aber wie man sieht haben sie wieder zunehmend Zuspruch mit der One-Man-Show. Ist ja auch ein smarter Typ...
    Ich kenne eine Rentnerin, die verdient sich im Monat so 150 Euro dazu. Musste deshalb ein Gewerbe anmelden. Sie nimmt brutto 12,50 Euro. 50 Euro geht weg durch das Steuermodell, 40 Euro an Sozialversuicherung - weil die immer nach der letzten gültigen Steuererklärung, die das Einkommen vom vorletzten Jahr wiedergibt, berechnet wird. Und das ist gesetzeskonform! Am Ende bleiben netto 4 Euro. Dafür arbeiten zu gehen ist schon sehr enthusiastisch.
    Aber sie tut es, damit sie den Enkeln, deren Mutter alleinerziehend ist, mal was zustecken kann.

    0 5
     
  • 16.11.2017
    10:53 Uhr

    Zeitungss: @cn3b...: Ich glaube, mit der Besteuerung und deren Folgen ist nicht jeder Betroffene vertraut, sonst gäbe es keine roten Daumen. Steuerschluplöcher, welche man nicht einmal schließen will, müssen kompensiert werden und es muß ein Ausgleich her. Wer zusätzlich vorgesorgt hat, wie vom Staat gefordert, wird mit der Steuererklärung auch noch einmal "abgefettet".
    Legt jeder seine Kohle für die Altersicherung unter die Kellertreppe, was bei den derzeitigen Zinsen kein Verlust ist, spart das enorme Berabeitungsgebühren und der Fiskus hat auch keine Arbeit damit.
    Wie große Beträge am Fiskus vorbeiziehen, war gestern bei Maischberger eine Lehrstunde im Angebot. Wer gut zugehört hat, wird mitbekommen haben, was uns die Volkskrankheit Gelbsucht in Zukunft bringen wird. Von der gelben Sparte wurde zwar von Steuergerechtigkeit gefaselt, mit dem unausgesprochenen Zusatz, ABER NICHT FÜR ALLE. Diese Truppe hat damit einschlägige Erfahrungen, wie die Vergangenheit gezeigt hat, was bei den Ausgleichzahlern aber noch immer nicht überall angekommen ist.

    0 3
     
  • 15.11.2017
    19:23 Uhr

    cn3boj00: @Zeitungss: ja da schlägt unser progressives Steuermodell wieder voll zu, welches dafür sorgt, dass die letzten 100 Euro besonders hoch versteuert werden. Die größte Ar...karte haben dann wieder die, die sich zur Rente ein paar Pfennig dazuverdienen müssen oder wollen.

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