Das wilde Leben des Pegida-Häuptlings

Das Anti-Islam-Bündnis verfällt in seiner Zuwanderungskritik zunehmend auf rechtsextreme Klischees. Und der Anführer verliert das gutbürgerliche Image.

Dresden. Die Adventszeit ist gekommen, und Lutz Bachmann kämpft um den Dresdner Christstollen. Der dürfe in Deutschland womöglich bald nicht mehr so heißen, befürchtet er. Sorgen macht sich der Gründer der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) neuerdings auch um Alte und Obdachlose. "Es gibt Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben und sich an Weihnachten kaum ein Stück Stollen leisten können, die in kalten Wohnungen sitzen oder keinen Strom haben", spricht der 41-Jährige am Montagabend ins Mikrofon. Andere Menschen müssten hierzulande unter der Brücke leben. "Für diese werden keine Heime eingerichtet, geschweige denn über eine dezentrale Unterbringung mit Vollausstattung diskutiert."

Die Not von Rentnern und Obdachlosen wird gegen die Flüchtlinge ausgespielt. Bis zur NPD-Hetze gegen "Asylschnorrer" ist es da nicht mehr weit. Im Internet erklärt Lutz Bachmann zu zwei NPD-Regionalverbänden: "Gefällt mir!" Und sein Pegida-Bündnis bedient immer eindeutiger rechtsextreme Klischees.

Islam- und Fremdenangst haben in Dresden einen neuen Höhepunkt erreicht. 7500 Teilnehmer meldete die Polizei nach der jüngsten Demonstration. Darunter waren wieder viele Bürger aus der Mitte der Gesellschaft - rechtes Gedankengut scheint salonfähig geworden zu sein. Der vergangene Montag zeigte aber auch: Es ist ein ostdeutsches Phänomen. Im Westen, wo weitaus mehr Muslime und Migranten die Gesellschaft mitprägen, verebbte die Pegida-Welle. Zur Kagida-Premiere in Kassel kamen 80 Teilnehmer, aber 500 Gegendemonstranten. In Würzburg gingen im dritten Anlauf 30 Pegida-Anhänger auf die Straße - 200 Gegner blockierten den Marsch.

In Dresden indes folgten die Menschen erneut dem selbsternannten Retter des Abendlandes, der gerade sein gutbürgerliches Image einbüßt. Bachmann räumte inzwischen öffentlich seine kriminelle Vergangenheit ein: Eigentumsdelikte, Fahren ohne Führerschein, außerdem sei er "in Verbindung mit Betäubungsmitteln in Erscheinung getreten". Die "Sächsische Zeitung" recherchierte: Vor fünf Jahren wurde Bachmann mit Kokain erwischt - einmal mit 40 und ein weiteres Mal mit 54 Gramm. Dafür bekam er zwei Jahre Haft auf Bewährung. Zuvor war er Ende der 1990er-Jahre nach einer Serie von Auftragseinbrüchen für das Dresdner Rotlichtmilieu zu drei Jahren Haft verurteilt worden und nach Südafrika geflüchtet.

Nach drei Jahren Asyl im Ausland stellte er sich schließlich der sächsischen Justiz und saß einen Teil der Strafe ab. In Kapstadt habe er sich unter falschem Namen an einer Universität eingeschrieben, erklärte Bachmann gestern auf seiner Facebook-Seite. Selbst diesen Vorgang verklärt der Pegida-Chef noch im Sinne seiner neuen Bewegung. Als sein richtiger Name und Pass auftauchten, sei er aus Südafrika abgeschoben worden: "Dieses Land schiebt tatsächlich schnell und unbürokratisch ab und verschenkt keine Duldungen und Bleiberechte."

Doch der Druck auf ihn wächst offenbar. Am Montagabend verkündete Bachmann trotzig: "Ich bin austauschbar." Um der Sache zu dienen, werde er gern aus dem Rampenlicht zurücktreten. An den Zielen von Pegida werde das aber nichts ändern.

Sollte Bachmann die Führung abgeben, müssten aus dem "Orgateam" Leute wie Siegfried Däbritz aufs Podium. Der Betreiber einer Pension in Meißen, Mitglied der German Rifle Association, tritt im Internet als Waffennarr und Islamhasser auf. Muslime bezeichnet er als "mohammedanische Kamelwämser" oder "Schluchtenscheißer". Über die Kurden, die sich gegen den IS-Terror verteidigen, schreibt er: "Sie sind genauso eine große Gefahr für das zivilisierte Europa/Deutschland wie alle anderen Strömungen innerhalb der Mohammedaner." Däbritz outet sich gar als Israelfreund - aber "nicht, weil mich das schlechte Gewissen aufgrund des Schuldkultes bezogen auf die Jahre 1933-1945 plagt", sondern weil Israel "dem weltweiten heiligen Krieg der Mohammedaner entgegentritt".

 

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18Kommentare
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    0
    vomdorf
    11.01.2015

    also einer, der mal *böses* gemacht hat, bestraft wurde und seine strafe verbüst hat ist ein *immer-böser*. auf den darf man auf keinen fall hören.
    wie ist das nun mit uli hoeneß? der arbeitet als noch einsitzender straftäter in der jugendarbeit...natürlich nur tagsüber, weil er nachts noch einsitzt. das ist in ordnung?
    das zeigt mir nur, dass in diesem staat einiges faul ist, wenn nicht sogar oberfaul. und wenn man uns zum aufregen solche leute wie herrn bachmann *vorsetzt* gerät anderes natürlich in den hintergrund.

  • 0
    0
    aussaugerges
    18.12.2014

    Wieder eine andere Überschrift zum alten Text.
    Kein Wunder wenn diesich nicht mit der Presse unterhalten wollen.

  • 0
    0
    aussaugerges
    16.12.2014

    Falsch PeKa:in 50 Jahren(vor den offenenGrenzen) kamen nie so viel wie jetzt.
    Durch die von Jesus Christus geduldeten Anglo Amerikanischen Ölkriege, ist die Welt zum Blutbad geworden.
    Wissen sie nicht. Wikki 50 Millionen Tote...
    Wenn die Nato Kriege(auch Religonskriege) nicht gewesen
    wähern,gäbe es den Artikel nicht.
    Verstehen sie das da hilft kein beten mehr.! ! ! ! ! ! !

  • 3
    7
    PeKa
    04.12.2014

    "Zur Kagida-Premiere in Kassel kamen 80 Teilnehmer, aber 500 Gegendemonstranten. In Würzburg gingen im dritten Anlauf 30 Pegida-Anhänger auf die Straße - 200 Gegner blockierten den Marsch."
    Na da warte ich bloß noch auf den Moment, bis die Dresdner Pegida auch die "Wessis" zu Feinden und Zersetzern der abendländischen Kultur in Deutschland erklärt.

  • 6
    3
    Chamser
    03.12.2014

    @ Haecker: Das war sie unter 1. beschrieben haben, ist wirklich so. Für die meisten Namensänderungen oder sonstige Aktionen sind nicht die Ausländer bzw. speziell die Muslime verantwortlich, sondern rot/grüne Gutmenschen die meinen in deren Namen so handeln zu müssen. Das meinen sie aber auch nur und das dürfen wir nicht vergessen! Mir ist so ein ähnlicher Fall aus familiären Gründen aus Ba-Wü bekannt wo eine Schuldirektorin ein christlich geprägtes Fest abschaffen wollte um Muslime nicht zu verärgern. Die muslimischen Eltern selbst haben energisch dagegen protestiert weil sie gar nichts gegen dieses Fest hatten und auch dies schon gar nicht unter ihrem "Namen" geschehen sollte. Es war die grün angehauchte Direktorin die unnötig und grob fahrlässig hier Unfriede gestiftet hatte!

  • 7
    1
    Haecker
    03.12.2014

    1.So abwegig, dass der Christstollen in Deutschland eines Tages nicht mehr so heißen darf, ist das gar nicht: Vor einem Jahr gab es in NRW Initiativen, das Martinsfest in Sonne-Mond-und-Sterne-Fest umzubenennen, um den Muslimen entgegenzukommen. Nur: die Muslime hatten dort mit dem Begriff "Martinsfest" gar keine Probleme. Da waren andere Interessen (wohl die einer politischen Partei) im Spiel, die Muslime sollten nur "vor's Loch" geschoben werden. Und in Großbritannien sollte vor wenigen Jahren in einigen Städten der Begriff "Weihnachten" vermieden werden, auch wieder angeblicher Befindlichkeiten von Muslimen, Juden, Buddhisten und Hindus.
    2. Natürlich ist die Beschreibung der sozialen Situation im Lande reichlich übertrieben. Nur: Wenn der Paritätische Wohlfahrtsverband oder der Sozialverband Deutschlands Studien vorstellen, in denen die soziale Situation genauso dargestellt wird oder Sabine Zimmermann sich so äußert, tun "Freie Presse","Bild", "Süddeutsche", FAZ, ARD, ZDF auch so, als sei das die lautere Wahrheit.
    3. Es gibt in Deutschland viel Aufregung wegen NSA. Wie verträgt sich das damit, dass hier (wie auch bei AfD-Leuten) Facebook-Einträge und selbst die Betätigung von "Gefällt mir"-Button ausspioniert werden?

  • 7
    3
    Haju
    03.12.2014

    Hier übrigens das Video von der Dresdner Demo gegen die Frühsexualisierung, welche auch als Nazidemo denunziert worden ist:
    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=O4K-T7dQWDo
    Na ja, dann also per Thüringer Koalitionsvertrag Frühsexualisierung „ab 0 Jahre“ – nicht nur ein unverantwortliches Experiment an der Gesamtgesellschaft …

  • 10
    5
    03.12.2014

    da kann ich nur staunen, mit welchen Methoden alle die verunglimpft werden, die auf die Strasse gehen, um ihrer Meinung Ausdruck geben! Das ist leider eine Sitte, die letzter Zeit überhandnimmt: Alle, die anderer Meinung als die herrschende Ideologie, werden in die rechte Ecke gestellt. Zu DDR-Zeiten waren das Konterrevolutionäre!

    Ich unterstütze die Pegida-Bewegung und sage nur: Weiter so!

  • 7
    3
    Haju
    03.12.2014

    Zunächst mal kann man die 200 Blockierer wegen Paragraph 21 als Straftäter bezeichnen: „Wer in der Absicht, nicht verbotene Versammlungen oder Aufzüge zu verhindern oder zu sprengen oder sonst ihre Durchführung zu vereiteln, Gewalttätigkeiten vornimmt oder androht oder grobe Störungen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
    Man sollte also eher in Sorge vor einem aufkeimenden Neostalinismus sein, was sich auch darin ausdrückt, daß binnen einen Jahres nach Angaben des Verfassungsschutzes die Anzahl linksextremistischen Straftaten um 40% gestiegen ist.
    http://www.cicero.de/berliner-republik/politisch-motivierte-straftaten-auf-dem-linken-auge-blind/58568
    Und wer, wie manche Linke von „Der schwarze Block gehört zu uns!“ spricht, macht nun mal deutlich, daß man der politischen Arm dieser Straftäter ist. Der ehemalige SPD-Vorsitzende und KZ-Häftling Kurt Schumacher sprach auch zu recht von „rotlackierten Nazis“.
    Und tatsächlich wollen manche die verhasste westliche Gesellschaft auch mittels Islamisierung und unkontrollierter Zuwanderung destabilisieren und aufmischen. Tja, insbesondere manche Grüne haben sich da leider viel zu oft in der Öffentlichkeit verquatscht. Andere aus der 68er-Bewegung wollten das früher mittels Terroranschlägen. Und wiederum andere wollen dies heute kombiniert durch Islamisierung und Terroranschläge. Man schaut aber tatenlos zu, wie die Probleme der Welt zunehmend in Deutschland ausgetragen werden und diese ideologische Unterstützer, die z.B. auch die Charta der Hamas völlig ignorieren, muß man dann wohl eher in einer Hitlerfaschistischen Ecke sehen:
    http://lizaswelt.net/2014/12/02/eine-zweite-shoah/
    Aber vielleicht kommen ja manche Politiker auch von SPD und Grünen endlich mal ins Grübeln, da man laut Thüringer Koalitionsvertrag im Islamismus und Linksextremismus offenbar keinerlei Gefahr sieht – im Unterschied zur „Islamophobie“ (Wortschöpfung von Ayatollah Khomeini übrigens …):
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/nach-angriff-auf-gruene-buergermeisterin-von-berlin-kreuzberg-senator-henkel-zeigt-solidaritaet-mit-monika-herrmann/11055590.html
    Ansonsten: Vielleicht ist man ja im Osten aus guten Gründen historisch viel sensibler, was die Problematik „Person weg = Problem weg“ anbelangt. Die Politische Korrektheit übt sich da häufig schon mal in shitstorming mit Ruinierungsabsicht, aber geplante strafrechtliche Pläne liegen schon (dann verbindlich für die ganze EU) auf dem Tisch:
    http://www.freiewelt.net/nachricht/eu-verordnet-toleranz-durch-intoleranz-10020610/

  • 7
    5
    Chamser
    03.12.2014

    "Im Westen, wo weitaus mehr Muslime und Migranten die Gesellschaft mitprägen, verebbte die Pegida-Welle." - Der Westen ist doch schon verloren. Das schreiben selbst Pegida-Sympathisanten aus dem Westen!
    Mag ja sein das Herr Bachmann Dreck am Stecken hatte. Aber deswegen lasse ich mir diese Bewegung auch nicht zerreden. Netter Versuch!

  • 9
    5
    03.12.2014

    Er hat seine Strafen abgesessen. Keiner hat eine saubere Weste...

    Mich interessiert nur die Sache und die ist gut! Weiter so Dresden, Schneeberg, Chemnitz usw...

  • 6
    7
    Moderator
    03.12.2014

    @rangerma: Sie liegen falsch, unser Kollege Oliver Hach war auch an diesem Montag bei der Demonstration in Dresden. Sein Urteil speist sich also durchaus aus Erlebtem und den Ergebnissen seiner Recherchen.

  • 8
    7
    03.12.2014

    Wer sich mit so einem kontroversen Thema an die Öffentlichkeit begiebt muß damit rechnen, daß man sich für seine Person interessiert. Genau das ist Aufgabe der Medien und das erwarte ich von ihnen.

    Wenn die bisherigen Komentatoren dahinter eine Kampange sehen, ist das ihr gutes Recht. Ich sehe das etwas anders.
    Der Mann hat gegen deutsches Recht verstoßen - und zwar nachweislich. Er hat sich vom Saulus zum Paulus gewandelt? Mag jeder für sich selbst ausmachen aber wer sich auf eine Bühne stellt und Lügen erzählt (kein Mensch muß bei uns unter einer Brücke schlafen) verdient mein Vertrauen NICHT.

    Es geht mir hier ausschließlich um den Vorwurf einer Medienkampagne, nicht um Pegida selbst. Das ist eine andere Baustelle.

  • 7
    12
    Gast001
    03.12.2014

    Harmlos ist so ein Typ ja wohl auf gar keinen Fall. Liebe Leute macht euch mal Gedanken wem Ihr da nachlauft! Sag nur "Der Rattenfänger von Dresden...wer in der Herde läuft hat Ärsche vor sich".

  • 13
    2
    EwigerWinter
    03.12.2014

    Ein gelungenes Beispiel der Diskreditierung !
    Zitat Wikipedia: "Als Diskreditierung (lat. dis „entzwei“, credere „vertrauen“) bezeichnet man das gezielte Untergraben des in eine Person oder Sache gesetzten Vertrauens in der Öffentlichkeit...In der Politik wird das Mittel der Diskreditierung verwendet, um Gegnern zu schaden, indem durch den Vertrauensverlust ihre Überzeugungskraft und (in Demokratien) ihre Aussichten auf Wahlerfolg gemindert oder sie zum Rücktritt gedrängt werden. "
    Da gibt es nichts hinzuzufügen....
    Man muss feststellen, dass die Medien mit den meisten Personen, welche nicht in den Mainstream der "Political Correctness" passen, so oder ähnlich verfahren. Beispiele gibt es einige in letzter Zeit.

  • 12
    3
    rangerma
    03.12.2014

    Es ist schon schlimm, wie jetzt wieder gesucht wird, die 7000 Bürger als "Rechte, Rechtsextremisten... " hinzustellen. Und wieder ist Presse, Funk, und Fernsehen beteiligt. Aber was soll unsere angeblich freie Presse denn schreiben. Die sind doch alle von Konzernen und ganz besonders von der Politik gelenkt. Dazu muss man auch die "Freie Presse" zählen. Der letzte Artikel über Dresden macht das wieder mal deutlich. Keiner von denen war dort, aber sich ein vorgegebenes Urteil bilden und irgend etwas schreiben, hauptsache es geht in die rechte Ecke. Schlechte Arbeit, liebe Freie Presse. Das ist mir auch mein Abo nicht mehr wert. Besinnt euch bitte wieder zu euren Tugenden, unabhängige Berichterstattung zu bieten.

  • 15
    5
    Wollsocke
    03.12.2014

    Ich finde es nicht gut, in der Vergangenheit herumzukramen. Was soll das? Findet man sonst keine Argumente? Seit wir einen Außenminister hatten, welcher RAF nahe stand und mehrfach vorbestraft war oder einen Bundestagsabgeordneten bei den Grünen HABEN, welcher Sex mit Kindern vor Jahren gut fand, ist Bachmann doch wirklich harmlos.

  • 18
    5
    gelöschter Nutzer
    03.12.2014

    Jetzt, vier oder fünf Tage nach dem Artikel „Pegida – die Welle“ kratzt man am Saubermann-Image des Pegida-Gründers Lutz Bachmann. Man versucht mit allen Mitteln, die „Patriotischen Europäer“ in die rechte Ecke zu schieben oder wenigstens deren Ansehen zu schaden. Man bekommt wohl langsam Angst davor, dass die Bürger unsere Ausländerpolitik nicht mehr hinnehmen wollen? Nun ist es aber so, dass Islam-Angst im Grundgesetz nicht verboten wird. Man darf sie haben, und man darf sie auch aussprechen.
    Was sich Lutz Bachmann früher hat zu Schulden kommen lassen ist natürlich nicht schön. Aber er hat Strafen bekommen, abgesessen und die Taten sind verjährt. Wenn man bei einem Menschen in der Vergangenheit etwas suchen will, so findet man es auch. „Wer von Euch ohne Sünde sei, der werfe den ersten Stein!“ (Johannes-Evangelium). Betonen nicht gerade die Medien immer wieder unsere christlich-abendländische Kultur? In der Tat gibt es kaum einen Politiker (die Kanzlerin wahrscheinlich ausgenommen), der keinen Dreck am Stecken hat. In die obersten Schichten der Justiz und der Wirtschaft kommt man sehr oft nur durch unlautere Mittel und negative Charaktereigenschaften. Und dennoch regieren uns diese Politiker und lenken und leiten diese Wirtschaftsbosse die Geschicke dieses Landes. Wer in die oberste Region der Politik, der Wirtschaft, der Justiz und auch der Unterhaltungsindustrie vordringen will, muss zwangsläufig egoistisch, exzentrisch, skrupellos und etwas „schräg“ sein. Mit Rechtschaffenheit und ehrlicher Arbeit ist man noch nie reich geworden oder hat es zu mehr gebracht als einem normalen Leben. Und weil das so ist, ist es kein Wunder, dass die Medien in der Vergangenheit des Pegida-Gründers früher oder später etwas finden würden. Wer suchet, der findet!
    Mit gezielten Kampagnen kann man das Image eines Menschen zerstören oder zumindest nachhaltig ankratzen, selbst wenn sich die Vorwürfe nicht bestätigen wollen. Das Dementi wird medial nie so breit ausgewalzt und setzt sich nie so fest in den Köpfen fest wie die vorher gehende Verleumdung. Ich denke nur an Jörg Kachelmann oder Rainer Brüderle. Um den flüchtigen Enthüllungsportal „Wikileaks“-Gründer Julian Assange international suchen lassen zu können, warf man ihm Vergewaltigung vor.

    Wolfgang Kubicki sagte im Januar 2013 bei Maybritt Illner: „Man kann in Deutschland als Politiker oder Prominenter durch zwei Möglichkeiten nachhaltig seinen Ruf schädigen: Antisemitismus oder Sexismus“. Und weil dies so ist, reicht schon der unbegründete Verdacht, medial groß aufgezogen. Neuerdings scheint noch der Vorwurf der Islamophobie dazu zu kommen. Kaum äußert man Skepsis an unserer Ausländerpolitik oder zeigt Islam-Ängste, sofort wird solange gesucht und nicht objektiv berichtet, bis man die Verantwortlichen in die Rechte Ecke drängen kann (siehe AfD).



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