FSV Zwickau das siebte Mal in Folge ohne Sieg

Fußball-Drittligist Zwickau hat den Klassenerhalt praktisch sicher. Doch der sportliche Trend zeigt nach unten. In Unterhaching gab es eine 1:2-Niederlage.

Unterhaching.

Mit Blick auf die Ersatzbank des FSV Zwickau am Sonntag in Unterhaching konnte man leicht zu einem Schluss kommen: Der Fußball-Drittligist pfeift auf dem letzten Loch. Das 1:2 bei der SpVgg stand am Ende für den Abwärtstrend des FSV, seit Anfang März bekannt wurde, dass Trainer Torsten Ziegner Zwickau zum Saisonende verlässt. Seitdem gab es noch einen Sieg (gleich danach 1:0 gegen Rostock) sowie drei Remis und drei Niederlagen. "Wir haben es eigentlich ganz gut gemacht, sind schon in aussichtsreiche Positionen gekommen. Nur im gegnerischen Strafraum waren wir nicht konsequent genug", wertete Ziegner den Auftritt seiner ersatzgeschwächten Elf vor 3250 Zuschauern im Sportpark Unterhaching, darunter auch Nationalspieler Joshua Kimmich.

Die Zwickauer Bank war nach den kurzfristigen Ausfällen von Nico Antonitsch (Oberschenkel), Jonas Acquistapace (Muskelverhärtung), Toni Wachsmuth (grippaler Infekt), Ronny Garbuschewski (Erkältung), Jan Washausen (Meniskus), Aykut Öztürk (Mittelfußprellung), Dimitrios Ferfelis (Infekt) und Morris Schröter (Leiste) auf zwei Positionen verwaist. Dass die Plätze nicht mit hoffnungsvollen Talenten, zum Beispiel aus der A-Jugend, aufgefüllt wurden, begründete Sportdirektor David Wagner so: "Uns haben die Ausfälle kurzfristig erwischt. Und die A-Jugend hatte am Wochenende ein wichtiges Spiel."

Besagte A-Jugend (1:2 gegen Viktoria Berlin) kämpft noch um den Klassenerhalt in der Regionalliga. Die Profis sind seit gestern in der 3. Liga praktisch durch. Vorausgesetzt, Klaus Siemon, der Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC, eröffnet das Verfahren nach Sichtung der Unterlagen. Dann sind die neun Punkte Abzug für den CFC Formsache. Und dann könnten der benachbarte Club sowie Erfurt und nun auch Bremen II den FSV in den vier Restpartien nicht mehr einholen.

So lange diese Fakten nicht auf dem Grünen Tisch liegen, muss Zwickau mit den Feierlichkeiten noch warten. Viel Anlass gab das Spiel gestern ohnehin nicht. Nur nach dem Ausgleich durch Christian Mauersberger - ein technisch feiner Kunststoß mit der Schuhaußenseite - spielte der FSV bis zur Pause gut bei den Rand-Münchnern mit. In der zweiten Halbzeit tauchte jedoch nur noch der eingewechselte Sinan Tekerci (72.) einmal gefährlich im Hachinger Strafraum auf. Doch der 24-Jährige vergab überhastet aus spitzem Winkel.

Schwer fanden die Zwickauer in diese Partie hinein. Insgesamt ließ man den Spielmacher des Kontrahenten, Sascha Bigalke, zu oft auf dem Rasen gewähren. Der Stratege leitete mit einem Zuckerpass auch die frühe Führung der Gastgeber ein. Als die Abwehr des FSV auf Abseits spekulierte, konnte Hachings Torjäger Stephan Hain - frei vor Keeper Johannes Brinkies - ohne Mühe zu seinem 17. Saisontreffer einschieben. Brinkies, der neben guten Paraden diesmal fußballerisch Schwächen offenbarte, hatte keine Abwehrchance. Das Gleiche traf auf das Siegtor zu. Nach ungestörtem Flankenlauf von Bigalke fälschte Stefan Schimmer den Schuss von Max Dombrowka unhaltbar ab.

"Ein ganz blödes Gegentor. Das ist schon bitter, so hier zu verlieren. So richtig freuen kann ich mich nicht über mein erstes Saisontor", sagte Mauersberger enttäuscht. Und einfacher wird es erst einmal auch nicht: In den nächsten zwei Partien müssen die Zwickauer kommenden Montag gegen Karlsruhe und dann bei Wehen Wiesbaden gegen zwei Teams antreten, die noch um den Aufstiegsrelegationsplatz kämpfen.

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