13-Jährige als Hoffnungsträgerin

Turnerin Julia Birck stammt aus Bayern und trainiert seit zwei Jahren am Bundesstützpunkt in Chemnitz. Wo sie sportlich hin will, weiß sie genau.

In ihrem Altersbereich beherrscht sie schon von Kindesbeinen an die Konkurrenz. Wenn Julia Birck Mehrkämpfe bundesweit beim Deutschlandpokal oder bei den nationalen Meisterschaften bestritt, lag sie immer vorn. Zuletzt gelang ihr ein souveräner Titelgewinn, darüber hinaus erkämpfte sie noch dreimal Gold und einmal Silber (Sprung) in den Gerätefinals. "Wenn ich mal Zweite war, dann bin ich schon eine Altersklasse höher gestartet", erzählt die 13-Jährige, die seit Sommer 2016 am Bundesstützpunkt in Chemnitz trainiert.

Trainerin Gabi Frehse hält große Stücke auf die talentierte Turnerin: "Julia gehört zu den Mädchen, bei denen ich hoffe, dass sie unseren erfolgreichen Weg fortsetzen können. Sie hat viele Fähigkeiten, sich toll entwickelt." Julia Birck selbst träumt von ähnlichen Erfolgen, wie sie ihre Vorbilder Sophie Scheder und Pauline Schäfer, mit denen sie oft gemeinsam trainiert, schon erreichten. Das spornt sie an, motiviert sie, wenn es mal nicht so klappt. Aber Letzteres kommt bei der nervenstarken jungen Dame selten vor. "Ich versuche mein Ding zu machen, alles auszublenden und den Tunnelblick zu finden", meint die Schülerin der 7. Klasse am Sportgymnasium. Besonders gut gefällt ihr der Stufenbarren. "Mein Lieblingsgerät - ich mag dieses kurze Schweben in der Luft, dieses Gefühl zu fliegen", begründet Julia Birck, die schon mit dreieinhalb Lenzen in ihrem Heimatort Iffeldorf (Oberbayern) mit dem Kinderturnen begann. Bald nahm sie ihre Mutti, die als Trainerin arbeitet, regelmäßig in ihre Halle mit. "Als ich in der Schule war, habe ich auch in der Früh zweimal geübt und dann fünfmal am Nachmittag", berichtet sie. Ab der 4. Klasse trainierte sie am Stützpunkt in Unterhaching, war während der Wochentage bei einer Gastfamilie untergebracht.

Als ihre Freundin Sophia Steuer sich einmal die viel besseren Bedingungen in Chemnitz anschauen wollte, fuhr sie mit. Nach einer Probewoche entschied sie sich nach zwei Tagen für den Wechsel, den sie bis heute nicht bereut hat. Auch Sophia ging den gleichen Weg. "Ich wusste, dass ich hier gut werden kann. Anfangs war es schon anstrengend. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Und im Internat sind wir wie eine Familie, helfen uns gegenseitig", schwärmt Julia Birck, die während der wenigen freien Stunden im harten Alltagsprogramm gern malt. Sie gehört zu den aktuell zwölf Mädchen, die aus anderen Bundesländern wegen der optimalen Voraussetzungen am Bundesstützpunkt trainieren. Bei den jüngsten nationalen Nachwuchsmeisterschaften aller Altersklassen holten die Talente vom TuS Altendorf 30 Medaillen.

Julia Birck, die bei Länderkämpfen bereits ihre internationale Feuertaufe erleben durfte, ist zwar für einen Start bei der EM-Qualifikation Ende des Monats in Chemnitz noch zu jung, aber dennoch als Helferin und Mitwirkende eines Showtanzes mittendrin. Natürlich wird sie die Auftritte der besten deutschen Turnerinnen intensiv verfolgen - einen besseren Anschauungsunterricht kann es auch für sie nicht geben.

Die EM-Qualifikation der Damen und Juniorinnen findet am 23. Juni ab 17.30 Uhr in der Hartmannhalle statt, dazu gibt es am 23. und 24. Juni Pokalwettkämpfe der AK 9/10 und 11; Kartenbestellungen: 0371 363522

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