300 Jugendliche kämpfen an den Brettern

In der Messe hat eines der größten Nachwuchs-Turniere für die Denksportler stattgefunden. Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Trauerfall.

In der Halle, in der bei Messen geschäftiges treiben herrscht, ist es am Samstagmorgen absolut still. Alle sind konzentriert, dann gibt Frank Jäger den Startschuss. Die erste Runde der Chemnitzer Jugend Open - eines der deutschlandweit größten Nachwuchs-Schachturniere - ist eröffnet. Der Turnierleiter freut sich, dass zur 15. Auflage wieder an die 300 Teilnehmer in die kleine Halle der Messe gekommen sind.

Dazu gehören die achtjährige Laura und ihre drei Jahre jüngere Schwester Paula vom Chemnitzer Schach-Club (CSC) Aufbau. Im Vorfeld erhalten beide noch Tipps von ihrer Mutter Anne Czäczine, die mit der ersten Mannschaft von Aufbau in der Regionalliga spielt. Ihre beiden Töchter starten erstmals bei dem Nachwuchs-Cup. So überrascht es nicht, dass sowohl Laura als auch Paula ihre Auftaktpartien verlieren. " Mir hat es trotzdem Spaß gemacht. Das nächste Spiel will ich aber gewinnen", meint Paula. Trotz der Niederlage bekommt die achtjährige Laura ein Kompliment von der Mutter: "Man hat gemerkt, dass sie gut nachgedacht hat, auch wenn sie verloren hat." Das Turnier finde sie prima, sagt Czäczine. Denn neben dem Schachspielen gebe es für die Jüngsten einige Möglichkeiten, sich in den Pausen zu beschäftigen.

Ein paar Tische weiter beendet Marleen Schwendel von der USG Chemnitz ihr erstes Spiel. "Ich habe nach 40 Minuten gewonnen. Es war aber eine lösbare Aufgabe", sagt die Zwölfjährige. Bereits zum fünften Mal startet sie bei dem Nachwuchsturnier. Ihre beste Platzierung sei Rang vier gewesen. "Auch diesmal will ich unter die ersten Fünf kommen", sagt sie. Dreimal die Woche geht sie zum Training, dazu kommen Übungsstunden zu Hause. Das freut ihren Trainer Stefan Ellemann. "Marleen zeigte von Anfang an viel Interesse am Schachspielen. Deshalb trainiere ich sie nicht in der Gruppe, sondern einzeln. Da kann man Schwächen schneller abbauen."

Überschattet wurde das Turnier vom plötzlichen Tod von Hans Joachim Schätz. Er war Anfang Juli im Alter von 55 Jahren gestorben. Der Wahl-Chemnitzer und erst kürzlich wiedergewählte Präsident des Schach-Verbandes Sachsen hatte das Turnier im Jahr 2002 ins Leben gerufen und deutschlandweit bekanntgemacht. "Seine Leistung ist nicht hoch genug anzuerkennen. Deshalb wollen wir die Veranstaltung auch weiterführen", sagt Steffen Mittelbach, der mit für die Organisation verantwortlich ist.

Schätz' Ehefrau Rutta erinnert sich noch genau an das erste Turnier 2002. "Damals hatten 156 Kinder und Jugendliche teilgenommen. Gespielt wurde noch in den Räumen der Stadtwerke." Ihr Mann sei oft mit seinen Kindern Annika und Christopher zu Turnieren, unter anderem nach Leipzig, gefahren. "Dann fragte er sich, ob so etwas nicht in Chemnitz möglich ist", so Rutta Schätz.

Dass die Idee, so ein Turnier auf die Beine zu stellen, richtig gewesen sei, beweist die steigende Teilnehmerzahl. "Darum mussten wir auch in die kleine Halle der Messe umziehen", erklärt Mittelbach. Er hofft, dass die Veranstaltung auch international ausgeschrieben wird und damit noch mehr Starter anlockt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...