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In Abwesenheit des deutschen Marathon-Champions Marcus Schöfisch, der kurzfristig verletzt passen musste, gewann der Äthiopier Mitku Seboka (Foto) den Zehn-Kilometer-Wettkampf beim ersten Internationalen Chemnitzer Citylauf. Dabei ging er geschwächt ins Rennen.

Foto: Andreas Seidel

Äthiopier gewinnt Citylauf-Premiere

Mitku Seboka heißt der erste Sieger der Nachfolgeveranstaltung des Chemnitzmarathons. Die stieß auf weniger Resonanz als erhofft. Dennoch haben die Organisatoren große Pläne.

Von Benjamin Lummer
erschienen am 11.09.2017

Am Ende war es dann doch eine klare Angelegenheit. Sah es nach der ersten von drei Runden noch nach einem Dreikampf um den Titel aus, überquerte Mitku Seboka die Ziellinie schließlich mit großem Abstand auf seine Verfolger. Mit einer Zeit von 30:05 Minuten gewann der Äthiopier, der für den LAC Fürth antritt, vor Tobias Schreindl (LG Passau/ 30:39) den ersten Internationalen Chemnitzer Citylauf.

"Ich bin leicht erkältet ins Rennen gegangen. Deswegen habe ich mich in der ersten Runde etwas zurückgehalten", sagte Seboka nach dem Rennen. Für den 29-Jährigen war es der zweite Sieg in Chemnitz: Vergangenes Jahr hatte er beim Chemnitzmarathon den Viertelmarathon-Wettbewerb gewonnen.

Weil das Interesse am Chemnitzmarathon - vor allem am Wettkampf über 42 Kilometer - gesunken war, hatten sich die Organisatoren entschieden, den Chemnitzmarathon durch den Internationalen Citylauf zu ersetzen. Der fand nicht nur später im Jahr - September statt Juli - und später am Tag - Abend statt Vormittag - statt, sondern bot auch andere Strecken: Die Teilnehmer konnten zwischen einem 3,33-Kilometer-Lauf, dem Hauptlauf über 10 Kilometer und einer Dreierstaffel über 10 Kilometer wählen. Auch führte die Route nicht zum Stadtpark und zurück, sondern von der Brückenstraße über Theaterplatz, Brühl und Schloßteich zurück zum Startpunkt am Karl-Marx-Monument.

Bei den Läufern kam das gut an. "Die Strecke ist toll, flach und schnell", sagte Sieger Seboka. Der Düsseldorfer Philipp Baar, Deutscher Halbmarathon-Champion, ergänzte: "Überall an der Strecke war Musik zu hören. Die Atmosphäre war toll." Er würde, so Baar, aber wegen der einbrechenden Dämmerung eine frühere Startzeit empfehlen oder einige Abschnitte besser ausleuchten lassen. "Ich bin fast über eine Bodenwelle gestürzt", berichtete der Sechstplatzierte im Hauptlauf. Victoria Brandt vom SCC Berlin, die bei den Frauen mit großem Abstand siegte, lobte auch die Organisation. "Alles war tipptopp. Ich würde wiederkommen." Auch der recht späte Termin stieß auf Wohlwollen. "Der Zeitpunkt ist gut", meinte Cornelius Weber, der den 3,33-Kilometer-Lauf gewann, und ergänzte: "Das ist ein guter Test für die Herbstsaison, in der viele Wettbewerbe anstehen." Allerdings hätte er sich über mehr Konkurrenz gefreut, sagte Weber. "Mehr Läufer wären schön."

Die Veranstalter hatten bei der Premiere auf 700 bis 800 Teilnehmer gehofft. Schlussendlich traten aber nur etwa 480 Sportler an, darunter mehrere deutsche Spitzenathleten. "Die Resonanz ist leider etwas gering", sagte Klaus Kleinertz vom Organisations-Team. Möglicherweise liege das am Zeitpunkt. "Wir müssen überlegen, ob der Termin der richtige ist", so Kleinertz.

Mitorganisator Martin Arzt vermutete, dass die schlechte Wetterprognose für den Abend - es war Regen gemeldet - ein Grund für die geringe Teilnehmerzahl war. Am Datum des Laufes wolle er aber festhalten, so Arzt. Denn die Organisatoren haben große Pläne. "In zwei oder drei Jahren wollen wir eine deutsche Meisterschaft über zehn Kilometer in Chemnitz ausrichten. Und dafür gibt es keinen anderen Zeitpunkt als Anfang September", erklärt Arzt. Der Grund: In der Regel finden ab Ende September die Titelkämpfe über die längeren Distanzen, wie die Deutsche Marathonmeisterschaft, statt. Wettbewerbe über 10 Kilometer, wie beim Chemnitzer Citylauf, seien ein Formtest dafür, der den Spitzenathleten gut in den Zeitplan passe.

Die Strecke habe man in Voraussicht auf eine mögliche Bewerbung schon einmal an die Anforderungen einer deutschen Meisterschaft angepasst, sagt Arzt. Er lasse sich von der verhaltenen Premiere nicht entmutigen. Chemnitz sei eine Sportstadt. "Das hat auch die Resonanz auf die deutsche Radmeisterschaft gezeigt. So eine Beteiligung wie damals ist auch im Laufsport möglich", ist der Mitorganisator überzeugt.

 
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