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Rico Gottwald beim Wettbewerb der Grundschulen um den Turmball-Pokalin der Hartmannhalle: Der 30-Jährige hat sich vom Übungsleiter in einem Dorfverein zum hauptamtlichen Nachwuchstrainer der Niners hochgearbeitet. Jetzt nimmt er allerdings eine neue Herausforderung an.

Foto: Toni Söll

Niners-Jugendtrainer sagt Tschüs

Nach neun Jahren hat sich Rico Gottwald für eine neue Herausforderung entschieden. Dafür wechselt er die Stadt - und das Aufgabengebiet.

Von Mario Schmidt
erschienen am 19.05.2017

Buch geführt hat er darüber nicht. "Aber es waren tausende Kinder, die ich bisher betreut habe", sagt Rico Gottwald. Klingt nach einem älteren Herrn, der auf ein langes Trainerleben zurückblickt. Dabei ist Gottwald gerade erst 30 Jahre alt geworden. Dass er schon so viele Schützlinge hatte, liegt auch an seinem frühen Einstieg als Übungsleiter.

Es geschah beim TSV Flöha. "Dort hatte ich als Spieler angefangen. Wir waren aber auch angehalten, uns als Schiedsrichter oder Übungsleiter zu engagieren", berichtet Gottwald, der zuletzt als einer von drei hauptamtlichen Nachwuchstrainern bei den Chemnitzer Niners tätig war.

Als 16-Jähriger hatte er die U-12-Mannschaft in Flöha übernommen und fand schnell Gefallen an der Sache. "Ich habe dann aufgehört, selbst zu spielen und war ab 2004 Trainer und Abteilungsleiter des TSV", erzählt der junge Mann. Die Tätigkeit im Verein sei wie eine große Spielwiese gewesen, auf der man sich richtig austoben kann, fügt er hinzu. Später nahm er in Mittweida ein Studium in Angriff: Bachelor für Multimedia-Technik. "Ich wollte Basketball-Trainer werden, aber auch einen akademischen Abschluss in der Tasche haben, falls es mit dem Sport nicht klappen sollte", erklärt Gottwald. Doch es klappte. Und wie: Durch seine Kontakte zu den Chemnitzer Trainern Jens Künze und Christian Meichsner, bei denen er auch die Prüfung für eine Trainerlizenz ablegte, kam er zur damaligen BV Chemnitz. "Ich hatte schon seit 2002 Spiele der Niners besucht und gedacht: Eines Tages für diesen Verein aktiv zu sein, das wäre es", sagt Gottwald mit einem Schmunzeln.

So ließ er sich 2008 nicht zweimal bitten, als ihn Meichsner und Künze aufforderten, bei der BV einzusteigen. "Für mich, der bis dahin in einem Dorfverein wie in einem Mikrokosmos unterwegs gewesen ist, war dieser Wechsel ein Quantensprung", bemerkt Gottwald. 2009 trat er seinen ersten Vollzeit-Job an - als einer von zwölf hauptamtlichen Nachwuchstrainern, die von der Stadt finanziert wurden. Er brachte in zahlreichen Schulen Mädchen und Jungen den Basketball-Sport näher, organisierte Turniere und Ferien-Camps. "Für mich ist wichtig, Kindern Spaß an Bewegung zu vermitteln. Außerdem schafft der Sport soziale Mehrwerte, man bekommt wichtige Dinge fürs Leben mit wie Disziplin und Respekt vor anderen Menschen", erklärt der 30-Jährige.

Als die Finanzierung der städtischen Stelle auf der Kippe stand, wechselte Gottwald 2014 als hauptamtlicher Nachwuchs-Coach zu den Niners, wo er zuletzt Co-Trainer des U-19-Bundesliga-Teams und für die U 12 verantwortlich war. Doch jetzt ist in Chemnitz Schluss für ihn. "Es fällt sehr schwer, den Verein zu verlassen. Vor allem meine Trainerkollegen werden mir fehlen. Nach neun Jahren kribbelt es aber, ich will etwas Neues machen", sagt Gottwald.

Er wechselt zum Basketball-Club Dresden Titans und will noch ein Sportmanagement-Studium absolvieren. Er werde künftig nicht mehr ausschließlich als Trainer arbeiten. "Ich organisiere auch gern, habe beispielsweise das erste Spiel der Niners in der Chemnitz-Arena im Dezember 2015 gegen Gotha als Verantwortlicher vorbereitet", so Gottwald. In Dresden werde er die Funktion des Sportlichen Leiters im Jugendbereich bekleiden. "Ich soll unter anderem ein Nachwuchskonzept entwickeln, damit die Titans künftig dauerhaft in der Jugend-Bundesliga vertreten sind", sagt er vorausblickend.

 
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