Helfertrupp feiert inmitten schöner Beine

Eine in mehrerlei Hinsicht aufregende Aktion haben zehn Erzgebirger hinter sich. Sie standen mitten im Motorengedröhn des Chemnitzer Supercross' als Streckenposten ihren Mann. Und nicht nur dort.

Annaberg-Buchholz.

Das war eine spannende Kiste, sehr aufregend, denkt Uwe Groschupp noch an die verrückten Stunden in Chemnitz zurück. Dort waren er und neun weitere Helfer des AMC Annaberg eingesprungen, um während des Motorradsportspektakels in der Arena zu helfen. "Das war etwas anderes als sonst - intensiver, gefährlicher", sagte der Sektionsleiter Motorsport nach dem Supercross-Event. Und ein Event war es tatsächlich, wie allein die knapp 10.000 Zuschauer an den beiden Wettkampftagen während der 13. Auflage bewiesen.

Mittendrin sorgten die Annaberger mit dafür, dass alles korrekt ablief. Innerhalb des lautstarken Treibens auf der mit 400 Metern längsten derartigen Supercross-Strecke in Deutschland standen die zehn Erzgebirger mit ihren Warn- und Rot-Kreuz-Flaggen. Ihre Premiere als Streckenposten darf als gelungen abgehakt werden, deshalb waren alle ganz happy. Kein Wunder, trugen doch die Neulinge eine ganze Menge Verantwortung. "Wir mussten beispielsweise selbstständig entscheiden, ob wir die Fahnen unten lassen, heben oder schwenken. Das bedeutet ,Achtung' oder ,Fuß vom Gas und Überholverbot' oder ,Arzt im Einsatz'", erläutert Oliver Bittner. Dabei müssen die Helfer fix reagieren, denn durch den Rundkurs in der Halle geht alles viel schneller als im Freien. "Eng, schnell, spannend und gefährlich. Das war nicht zu unterschätzen", so Bittner, der jedoch anfügte: "Wir standen relativ sicher. Aber ich musste trotzdem zweimal ausweichen, sonst wäre mir eine Maschine ins Kreuz geflogen." Die Spannung ist nun aber auch bei dem Elektriker gewichen, der seit 2011 die Helfer der Annaberger Streckensicherung koordiniert. Inzwischen hat er zudem eine Prüfung absolviert, die es ihm erlaubt, weitere Posten zu schulen. "Ohne die geht es nämlich nicht, egal ob beim Supercross oder bei Rallyes", sagt der 26-Jährige. In seiner Abteilung kann er auf 30 Stammkräfte bauen. "Bei Großveranstaltungen kontaktiere ich aber schon mal um die 100 Frauen und Männer aus allen möglichen Ecken", beschreibt er den Aufwand. Vertreten sind darin die Altersklassen von 20 bis 60 sowie alle möglichen Berufsgruppen von Metallbauern über Mechaniker, Elektriker bis zu Ingenieuren.

Zustande gekommen war der Chemnitzer Einsatz der Erzgebirgsstreckensicherer durch Ole Stark. Der Vorsitzende des MC Lugau, der vom ADAC Sachsen mit der Ausrichtung des Spektakels beauftragt war, hatte um Hilfe aus der Vierradszene geworben. "Der AMC signalisierte auf Anhieb Interesse", schilderte Stark die Anfänge. "Ansonsten sind wir für gewöhnlich bei der Erzgebirgsrallye und der Rallye Grünhain im Einsatz", fügt Bittner an.

Er hätte nichts dagegen, den Lugauern und anderen Clubs in der Umgebung erneut zu helfen. Und das, wie er versichert, nicht nur, weil es so ein schönes Erinnerungsfoto gegeben hat. (mit ritz)

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