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Ein 0:0 wie im Dezember im Erzgebirgsstadion würde am Sonntag sowohl den Veilchen - hier Steve Breitkreuz (rechts) - als auch der Fortuna - hier Rouwen Hennings - für den Klassenerhalt reichen.

Foto: Picture Point/Sven Sonntag

Lila-weißer Patient steht einen Schritt vor der Wunderheilung

Am Sonntag tritt der FC Erzgebirge Aue in der 2. Fußball-Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf an. Es ist hoffentlich das letzte Pflichtspiel der Veilchen in dieser Saison.

Von Kjell Riedel
erschienen am 19.05.2017

Düsseldorf/Aue. 13 Punkte und vorletzter Platz nach der Hinrunde, nur sechs Zähler mehr und Schlusslicht vorm 24. Spieltag. "Wir waren klinisch tot." So hat Veilchen-Rou- tinier Christian Tiffert in den vergangenen Wochen immer wieder treffend beschrieben, wie es um Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue noch Anfang März stand. Jetzt, knapp drei Monate später, geht es dem Patienten in Lila-Weiß erstaunlich gut. Der eine oder andere ist vielleicht sogar geneigt, von einer Wunderheilung zu sprechen, wenn am Sonntag ab 15.30 Uhr im "Fortuna-Klinikum" in Düsseldorf auch die letzte Operation noch erfolgreich verläuft.

Nach all den bitteren Pillen wirkte der Trainerwechsel offenbar wie eine Frischzellenkur auf die schwer angeschlagenen Veilchen. Im Anschluss an den jüngsten 1:0-Heimsieg über Kaiserslautern ließ kein Auer Spieler Zweifel daran aufkommen, dass die Relegation auf jeden Fall vermieden werden soll und sich die Mannschaft dabei am Sonntag in Düsseldorf auf keinerlei fremde Hilfe verlassen will. Sicher die richtige Einstellung, ganz unabhängig von Domenico Tedescos gebetsmühlenartig wiederholten "Anweisungen", nicht auf Ergebnisse und Tabellenstände zu schauen, sowie von verrückten Ergebnissen wie dem 6:0 der Bielefelder über Braunschweig.

Interessant ist das Aufeinandertreffen der Traditionsvereine aus Düsseldorf und Aue auch aus einem ganz speziellen Blickwinkel: Während die Verpflichtung von Tedesco bei den Veilchen dem aktuellen Trend hin zu jüngeren Trainern entspricht, stellt Fortuna quasi den Gegenentwurf dar. Mit Friedhelm Funkel wurde schon im Frühjahr 2016 einer der erfahrensten deutschen Fußballlehrer als Retter geholt. Am Ende erfüllte er die Mission Klassenerhalt. Diese Saison sollte der 63-Jährige die Mannschaft in ruhiges Fahrwasser führen, wonach es auch lange aussah. Durch eine schwächere Rückrunde, vor allem aber durch die eklatante Heimschwäche gerieten die Westdeutschen doch wieder in Gefahr. Erst das 3:2 zuletzt in Nürnberg sorgte für etwas Beruhigung.

Ob sich die Lage in Düsseldorf allerdings für Friedhelm Funkel ebenfalls entspannt, bleibt abzuwarten. So gab es just in dieser Woche Me-dienberichte, wonach sein Stuhl wackelt. Der Trainer selbst, dem am Sonntag gegen Aue die gesperrten Lukas Schmitz und Ihlas Bebou sowie der verletzte Kapitän Oliver Fink fehlen werden, spricht rück- blickend von einem Übergangsjahr und schaut für die nächste Saison sogar schon mal in Richtung Aufstieg in die 1. Bundesliga - mit Fortuna Düsseldorf.

 
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