Werbung/Ads
Menü
Zwickaus Torjäger Pavle Vukicevic (Mitte) will seinem werfenden Teamkollegen Djordje Milojkovic den Weg freiblocken, doch beide sind von Potsdamern umringt.

Foto: Ralph Köhler

Herausstellungen verhindern Aufholjagd

Es ging heftig zur Sache. Für die Zwickauer Wasserballer war das Final-4 des Ostdeutschen Pokals schon ein Vorgeschmack auf die Aufstiegsrunde.

Von Thomas Croy
erschienen am 19.06.2017

Zwickau. Die erhoffte Sensation ist ausgeblieben. Beim Final-4-Turnier des Ostdeutschen Pokals haben sich die Zweitliga-Wasserballer des SV Zwickau 04 im 50-Meter-Becken der heimischen Glück-Auf-Schwimmhalle mit Rang 4 begnügen müssen.

Im Halbfinale am Samstagnachmittag unterlagen die Muldestädter dem OSC Potsdam II mit 10:17 (3:5, 6:8, 6:11). Der Brandenburger Landesmeister hatte sich mit Florenz Korbel, Gabriel Satanovsky (je 5 Tore), Thilo Popp (3), Lu Meo Ulrich (1), Alexander Schwarze und Tobias Knüttel aus dem Kader der ersten Mannschaft verstärkt, die in der Bundesliga hinter Spandau, Hannover und Duisburg auf Rang 4 gelandet ist. Frank Trommler gewann das Anschwimmen, wie auch in den beiden folgenden Abschnitten.

Nach 2:04 Minuten versenkte Djordje Milojkovic einen Aufsetzer aus der Distanz zur Zwickauer Führung. 37 Sekunden später erhöhte Pavle Vukicevic nach Vorarbeit von Martin Firmbach auf 2:0. Die Freude währte nicht lange. Binnen einer Minute gelang Potsdam die Wende zum 2:3. Der Vorjahresfinalist profitierte dabei von Strafen, die das Refereegespann recht einseitig zu Ungunsten der Hausherren verteilte. "Wir hatten einen guten Start. Dann haben die Schiedsrichter aus meiner Sicht doch ein bisschen reingepfiffen. Das Verhältnis der Herausstellungen sagt eigentlich schon alles (14:4)", meinte Kapitän Firmbach. Zu Beginn des zweiten Viertels wurde gleich der erste Angriff der 04er wegen angeblichen Stürmerfouls abgepfiffen, dabei wollte sich der Zwickauer bloß aus einem Haltegriff losreißen. Im Gegenzug traf OSC-Kapitän Tommy Jeschull zum 6:3, Franz Czerner verkürzte. Mit einem Strafwurf und einem weiteren Überzahltor schraubte Potsdam den Vorsprung auf 8:4. In der 3. Minute des zweiten Viertels gab es die erste Herausstellung gegen den OSC, vom Publikum mit spöttischen "Bravo"-Rufen quittiert. Pavle Vukicevic nutzte die zahlenmäßige Überlegenheit zum 5:8, und Justus Schneider machte das halbe Dutzend voll. Wäre der Ball nicht so oft am gegnerischen Gebälk gelandet, hätte es zur Pause knapper stehen können.

Nach der Halbzeitpause vermochten die Muldestädter die Aufholjagd nicht fortzusetzen. Mehrere Angriffe wurden abgepfiffen. "Was sehen denn die?" fragte Wasserball-Oldie Werner Beuschel kopfschüttelnd in Richtung der Schiedsrichter. Die Zermürbungstaktik der Gäste zeigte Wirkung. Die Zwickauer Offensive blieb erfolglos, man kam vor Ablauf der 30 Sekunden, die der ballführenden Mannschaft zustehen, selten zum Wurf. "Wir haben uns von den Herausstellungen beeindrucken lassen und sind mental nicht mehr ins Spiel gekommen", analysierte Betreuer Jörg Wüstner. "Nachdem wir bis zur Halbzeitpause wieder heran waren, hatte ich erwartet, dass sich unsere Mannschaft mal aufbäumt. Aber da war nichts."

Im Schlussviertel zappelte der Ball wieder öfter im Netz (4:6). Für die 04er traf viermal Vukicevic, der mit insgesamt 13 Treffern zum erfolgreichsten Torjäger des Ostdeutschen Pokalwettbewerbs avancierte. "Bis zur Halbzeit haben wir uns trotz der vielen Herausstellungen noch gut gehalten. Ab dem dritten Viertel sind wir aber auch im Kopf eingeknickt", räumte Martin Firmbach ein. "Wir haben unseren Rhythmus nicht mehr gefunden. Irgendwann haben wir uns dann ergeben."

Im gestrigen Spiel um Platz 3 traf Zwickau auf die Wasserfreunde Spandau 04 II, die ihr Halbfinale gegen Prag mit 13:14 verloren hatten. Der Reserve des deutschen Rekordmeisters musste sich der SV 04 mit 8:15 (3:4, 5:8, 6:11) geschlagen geben. Im Pokalfinale setzte sich Prag gegen Potsdam II knapp mit 10:9 durch.

"Wir standen zum ersten Mal im Final-4", resümierte Kapitän Martin Firmbach. "Für uns sind die beiden Endrundenspiele und das letzte Punktspiel in Prag gleich die richtige Vorbereitung für das Aufstiegsturnier am 1./2. Juli in Köln."

Statistik SV Zwickau 04: Schädlich; Firmbach, Oelschlägel (1), Czerner (1), Berkner (1), Wüstner, Trommler, Hähnel (1), Vukicevic (10), Schneider (1), Milojkovic (3)

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm