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Daniel Frahn stürmt los, Magdeburgs Christopher Handke trabt hinterher.

Foto: Harry Härtel

Zwei Frahn-Treffer reichen nicht

Der Chemnitzer FC rutscht weiter ab, steht nach einer 2:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Magdeburg auf einem Abstiegsplatz. Das Abwehrproblem ist nicht gelöst.

Von Thomas Scholze
erschienen am 03.12.2017

Chemnitz. Die persönliche Bilanz stimmte für Daniel Frahn, das Ergebnis nicht. Zwei Treffer des Chemnitzer Torjägers waren am Samstagnachmittag vor 7847 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße zu wenig, um auch nur wenigstens ein Pünktchen gegen den 1. FC Magdeburg zu ergattern. Mit 2:3 (1:3) unterlag die Mannschaft von Horst Steffen dem bärenstarken Tabellenzweiten - ob der Abwehrleistung in den ersten 45 Minuten musste man zur Pause weitaus Schlimmeres befürchten.

"Das sollten wir schleunigst in den Griff bekommen. Wir können nicht jede Woche zwei oder drei Tore schießen, um mal wieder ein Spiel zu gewinnen", meinte ein frustrierter Frahn nach dem Abpfiff. Für den 30-Jährigen waren die beiden Tore am Samstag die Treffer Nummer elf und zwölf seiner Karriere gegen die Magdeburger, dabei Nummer zwei und drei in Diensten des CFC. Beim ersten schob er den Ball abgebrüht durch die Beine von FCM-Keeper Jan Glinker (28.), den zweiten zauberte er nach Zuspiel von Florian Hansch mit der Hacke ins Netz (78.). Ein drittes Frahn-Tor verhinderte der Linienrichter, der bei Dennis Grotes präzisem Steilpass die Fahne wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung Frahns hob (56.). Eine Fehlentscheidung!

Nicht die einzige. Sehr seltsam war auch, dass vor dem 0:1 die Pfeife von Referee Henry Müller stumm blieb. Drei Chemnitzer fanden sich vor Becks erstem Treffer am Boden wieder, zumindest den rüden Rempler von Nico Hammann gegen Julius Reinhardt hätte der Schiedsrichter als Foul erkennen müssen. Sein Assistent zeigte Müller genau das auch an, doch der kurzfristig für den erkrankten Stuttgarter Tobias Reichel eingesprungenen Spielleiter hatte eine andere Sicht auf die Dinge. So konnte Steffen Schäfer auf Michel Niemeyer spielen, der mit einem klugen Rückpass Beck bedienen, der zu seinem dritten Saisontor vollendete (12.). Keine zehn Minuten später folgte das vierte. Magdeburgs Michel Niemeyer vernaschte den an diesem Tag reichlich überforderten Fabio Leutenecker, bediente Beck am langen Pfosten - 0:2 (21.). Der sehr engagierte Manuel Mbende hatte Schwerstarbeit gegen den FCM-Torjäger zu verrichten, war oft zur Stelle. Ab und an verlor er Beck aber doch aus den Augen, der mindestens zwei weitere Treffer auf dem Kopf (30.) bzw. Fuß (Heber über den Kasten/37.) hatte.

Und weil eben jener Beck einmal auch in die völlig falsche Richtung grätschte und den Ball für Daniel Frahn auflegte, hieß es statt 0:4 plötzlich 1:2. Sogar das 2:2 war möglich, als Björn Kluft allein auf den Gästekasten zustürmen durfte, nachdem sich zwei Magdeburger im Mittelkreis gegenseitig über den Haufen gerannt hatten. Wie zuvor Frahn versuchte auch Kluft, den FCM-Schlussmann zu tunneln. Zweimal wollte Glinker sich das aber nicht gefallen lassen und hielt die Beine zusammen (35.). Eventuell hätte Kluft auch den rechts mitgelaufenen Hansch bedienen können - Erfolgsaussichten ungewiss.

Das Licht des CFC flackerte nur kurz auf, Julius Düker stellte rasch wieder den Zwei-Tore-Abstand für seine Magdeburger her. Nils Butzen hatte geflankt, Beck schlau durchgelassen, Düker mit einer simplen Drehung Leutenecker ausgeschaltet und freie Bahn zum 1:3 (39.). Der erste Magdeburger Sieg in Chemnitz seit April 1991 war praktisch eingetütet.

Das Positive aus CFC-Sicht: Die Mannschaft ließ sich nicht hängen, wehrte sich im zweiten Durchgang gegen auf Verwaltungsmodus umschaltende Gäste energisch gegen die Pleite, gewann Zweikämpfe, berannte den Magdeburger Strafraum. Sie erzielte aber nur ein Tor. Und so steht als nüchternes Ergebnis auf dem Zettel: Vierte Drittliga-Niederlage in Folge, Sturz auf Rang 18. Vor den nächsten zwei Ostderbys in Rostock und Zwickau nicht gerade entspannungsfördernd. "Jetzt müssen endlich wieder Punkte her", fordert Daniel Frahn, "Weihnachten will ich über dem Strich feiern."


 

"Die Moral ist intakt"

Nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge steht auch der CFC-Trainer in der Kritik. Horst Steffen stellte sich den Fragen von Thomas Scholze.

Freie Presse: War Magdeburg der bislang stärkste Gegner in dieser Saison?

Horst Steffen: Ja, ich denke schon. In dieser Mannschaft steckt große Qualität, vor allem in der Offensive. Trotzdem müssen wir besser verteidigen, die Gegentore sind wieder zu leicht gefallen. Das Engagement hat gepasst, Zweikampfverhalten und Orientierung in einigen Szenen nicht.

Die Moral Ihrer Mannschaft ist noch intakt?

Das hat sie heute bewiesen. Die Jungs haben sich aufgerappelt, Leidenschaft gezeigt. Das darf man im letzten Heimspiel des Jahres aber auch erwarten. Wenn wir zwei, drei Konter etwas besser ausspielen, ist vielleicht sogar noch ein Unentschieden möglich.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 04.12.2017
    15:13 Uhr

    woldie: Das Bemühen kann man der Mannschaft nicht absprechen. Es werden aber zu wenige zwingende Angriffe gespielt. Das liegt m. E. daran, das die technische Ausbildung der Spieler zu gering ist. Damit gelingt es nicht, schnelle präzise und überraschende Zuspiele im Angriff durchzuführen. Deshalb sollten die Spieler jede Minute nutzen, um ihre technischen Fertigkeiten zu verbessern. Dann könnten auch die Zuspiele im Angriff präziser und für den Gegner nicht so leicht durchschaubar werden.
    Die Zeit für das Üben dieser Fertigkeiten sollte doch vorhanden sein.
    Obwohl ich heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in das Stadion gehe, schaue ich mir die Spiele des CFC mit Wehmut im TV an. Ich bin als Kind schon zu "Nord" gegangen und habe die Entwicklung des Vereins von "Chemie Chemnitz" bis heute, auch oft im Stadion verfolgt.
    Freundliche Grüsse an alla Fans!

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