Aktion "Leser helfen": Warum vier Räder für Anne so wichtig sind

Anne Philipp ist nicht nur auf den Rollstuhl, sondern auch auf ein behindertengerechtes Fahrzeug angewiesen. Es erlaubt ihr nicht nur, aus Grüna herauszukommen sowie ihre drei Kinder in Schulen und Kita zu fahren. Es gibt ihr auch einfach ein Stück Normalität.

Das große Auto gehört zum neuen Leben von Anne Philipp, so wie ihr Rollstuhl und die 24-Stunden-Pflege. Die junge Frau leidet an gleich zwei seltenen neurologischen Erkrankungen, die sich als belastungsabhängige Muskelschwäche, Myasthenie genannt, äußern. Ausgebrochen sind die Autoimmunkrankheiten 2017, bis dahin blieben sie unentdeckt. Seitdem ist Philipp auf den Rollstuhl, aber auch auf das große Auto angewiesen.

"Ohne Auto würde mein Leben nicht funktionieren", sagt Philipp. Sie und ihr Mann leben in Trennung, kümmern sich wechselseitig um die drei Kinder im Alter von fünf, sieben und zehn Jahren. Allein, um die Kinder vom Vater abholen zu können, ist ein Fahrzeug nötig. Aber auch zur Schule, in die Kita, zur Musikschule, zu Freunden oder im Sommer ins Schwimmbad müssen sie mit dem Auto gebracht werden. Philipp sitzt nicht am Steuer, das übernimmt eine ihrer Assistentinnen, die sie 24 Stunden am Tag pflegen, beim Haushalt und bei der Kinderbetreuung unterstützen. "Das Auto", sagt Philipp, "ermöglicht mir die Teilhabe am Leben." Darum versucht der Verein "Leser helfen", mit Unterstützung der Leser der "Freien Presse", in diesen Wochen Spenden zu sammeln, um für Anne Philipp und ihre Kinder ein neues Fahrzeug zu finanzieren. Denn es gibt in ihrer Lebenssituation keine Zuschüsse aufgrund der Behinderung für ein Auto. Momentan hat Philipp einen Fiat Ducato. Er wurde 2017 gebraucht gekauft, für 30.000 Euro. Das Fahrzeug ist mit einer elektrischen Rampe ausgestattet, auf der Philipp mit ihrem Rollstuhl ins Auto gehoben werden kann. Sie sei vor diesem schon in einem anderen Fahrzeug eingebaut gewesen, sagt Philipp. Doch die Rampe muss meistens per Hand bedient werden, weil sie kaputt ist. Oft mache das ihr ältester Sohn Joan. "Er ist stolz, wenn er mir helfen kann", sagt Philipp. Repariert werden könne die Rampe nicht mehr. Zu leisten hat sie einiges: Der Rollstuhl wiegt 270 Kilogramm. Er ist besonders an Anne Philipps Körper angepasst und verfügt über eine Vielzahl an Funktionen. So kann sie die Rückenlehne nach hinten verstellen, um Nacken und Rücken zu entlasten. Auch im Auto nutze sie diese Funktion, um auf längeren Fahrten ihre Muskeln zu erholen. Darum braucht es im Auto Raum um den Rollstuhl herum. Da dieser so schwer ist, muss er mit einer Vierpunkt-Sicherung befestigt werden können. Auch ein Gurtsystem wird benötigt, denn es muss möglich sein, dass Philipp im Rollstuhl sitzend mitfahren kann.

Wenn die Familie auf eine größere Fahrt geht, wird noch mehr als die üblichen Gepäckstücke gebraucht, beschreibt Philipp. Dazu gehören ein Infusionsständer, ein manueller Rollstuhl für den Innenbereich, Ladegeräte und manchmal auch ein Duschstuhl. Einen weiteren Vorteil hat das alte Auto, den ein neues auch haben sollte: Eine Steckdose. An dieser kann der Rollstuhl während der Fahrt aufgeladen werden.

In letzter Zeit standen immer wieder Reparaturen am Fiat an. Probleme habe es mit der Kupplung und dem Getriebe gegeben, auch Kabelbrüche, Wackelkontakte, gerissene Seile und verstellte Hydraulik würden immer wieder für Ärger sorgen, so Philipp. Ihr Mechaniker habe gesagt, das alte Auto zu reparieren, sei ein Fass ohne Boden.

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