Mann bei Brand in Mehrfamilienhaus gestorben

Nach dem verheerenden Feuer in Limbach-Oberfrohna untersucht die Kripo die Ursache. Die Mutter und Schwester des Toten wurden verletzt und sind im Krankenhaus.

Limbach-Oberfrohna.

Limbach-OberfrohnaAm Tag danach erinnern nur noch vor dem Haus liegende Glasscherben und verkohlte Pappe an den Brand mit einem Toten und zwei verletzten Frauen an der Georgstraße. Die Eingangstür ist durch ein Siegel der Polizei verschlossen. Bei Fragen kann man sich an die Kripo in Zwickau wenden, die ihre Telefonnummer hinterlassen hat. Eine kaputte Scheibe an der Tür ist mit einem Holzbrett vernagelt worden, ebenso ein Fenster im Erdgeschoss.

"Wir mussten uns Zutritt zu dem Haus verschaffen", erklärt Gemeindewehrleiter Sven Büchner, der am Samstag gegen 17.30 Uhr von der Leitstelle über den Brand informiert wurde. Deshalb seien Scheiben eingeschlagen worden. Das gesamte Treppenhaus habe in Flammen gestanden. Weil damit der Rettungsweg versperrt war, sei die Drehleiter eingesetzt worden. So konnten die im zweiten Obergeschoss aufgefundenen zwei Frauen gerettet werden, schildert Büchner. Mit Atemschutz seien die Männer zur Brandbekämpfung im Hausflur angerückt. "Dort fanden wir den leblosen Mann", sagt Büchner. Im Einsatz waren 52 Männer der Ortsfeuerwehren Limbach, Oberfrohna und Rußdorf sowie der diensthabende Kreisbrandmeister. Insgesamt neun Fahrzeuge waren im Einsatz, hinzu kam der Rettungsdienst, der die beiden Frauen mit Rauchgasverletzungen in ein Krankenhaus brachte. Ein Polizeisprecher bestätigt, dass keine weiteren Personen im Haus wohnen. Zudem seien die Wehren von Pleißa, Niederfrohna und Bräunsdorf sowie Rettungswagen und Notarzt angefordert worden.


"Wir haben alle Räume durchsucht, um Personen zu finden", sagt Büchner. Es habe drei Bewohner gegeben. Im Haus befanden sich laut Augenzeugen eine 78-jährige Frau und die 56-jährige Tochter sowie der 49-jährige Sohn, die im Haus eine Wäscherei betreiben. "Deshalb standen auch überall im Treppenhaus Waschmaschinen", fügt der Feuerwehrchef hinzu. Viele Geräte brannten fast vollständig ab, durch die Plastik kam es zu beißendem Qualm. Bis 22 Uhr war die Feuerwehr im Einsatz, bis sämtliche Glutnester gelöscht waren, so Büchner.

Am Sonntag steht nur ein schwarzer Mercedes-Kompaktwagen vor dem Brandhaus gegenüber der Pestalozzi-Oberschule. Einige Passanten schauen neugierig zur verrußten Eingangstür. "Wir haben nur im Radio davon gehört", sagt eine Rentnerin. Sie wohne in der Nähe, habe aber nichts vom Feuerwehreinsatz mitbekommen. Ein Anwohner schildert, dass die Georgstraße zwischen den beiden Kreuzungen Friedrich- und Körnerstraße gesperrt gewesen sei. "Ich habe gesehen, wie die Flammen aus der Tür schlugen", sagt Mike Frischmann, der gegenüber in einem Haus an der Friedrichstraße wohnt. Er kenne den Toten und seine Schwester sowie Mutter, die gemeinsam eine Wäscherei betreiben.

Hinter dem Haus türmen sich Müllberge: etwa zehn angebrannte Waschmaschinen, mehrere Haufen mit verkohlter Wäsche und anderer Haushaltsgegenstände, die nicht mehr zu gebrauchen sind. Dazwischen stehen gelbe und Mülltonnen, die verschmort sind, und Überreste des Brandes beinhalten. Zwei Männer kommen mit ihrem Hund an dem Brandhaus vorbei. Interessiert schauen sie auf die Wäscheberge. "Vielleicht findet man noch was Brauchbares", sagt der Eine. Und tatsächlich bergen sie Werkzeug, das noch nicht verkohlt ist. Da kommt ein Streifenwagen der Polizei vorbei und eine Beamte fordert die Männer auf, das Gelände zu verlassen.

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