Streit um die Zukunft des CFC geht in die Verlängerung

Die Gläubiger des Fußball-Regionalligisten haben dem Sanierungsplan zugestimmt. In einem Punkt hakt es aber gewaltig.

Chemnitz.

Auch nach der nichtöffentlichen Versammlung der Gläubiger des insolventen Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC am Mittwoch bleibt offen, ob und wie der Verein gerettet werden kann. Der Insolvenzverwalter bestätigte der "Freien Presse", dass die geplante Ausgliederung der Profiabteilung des Vereins noch offen ist.

Rund 40 der mehr als 100 Gläubiger waren am Morgen im Amtsgericht zusammengekommen. Sie hatten vorab Forderungen in Höhe von 6,3 Millionen Euro angemeldet. Während der sechsstündigen Verhandlung berichtete der Insolvenzverwalter Klaus Siemon zu seiner Tätigkeit, zur Finanzsituation und seinen Plänen für den Verein. Dabei machte er deutlich, dass der Etat für diese Saison noch nicht gedeckt sei. Nach "Freie Presse"-Informationen gibt es ein Loch in Millionenhöhe.


Siemon sah sich auch Kritik ausgesetzt. Ein Gläubiger reichte nach Angaben von Amtsgerichtssprecherin Birgit Feuring einen Abwahlantrag ein, verbunden mit dem Vorschlag für einen neuen Insolvenzverwalter. Bei dem Kandidaten handelt es sich nach "Freie Presse"-Informationen um einen Anwalt aus Dresden. Für den Fall der Abwahl Siemons hatte jedoch CFC-Trainer David Bergner mit seinem Rücktritt und dem des Co-Trainers gedroht. Die Gläubiger bestätigten letztlich den Insolvenzverwalter mit deutlicher Mehrheit und stimmten auch seinem Sanierungsplan zu. In einem wichtigen Punkt droht allerdings Stillstand. Siemon schlug den Gläubigern vor, die Profiabteilung des CFC und Teile des Nachwuchses in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern, um durch den Verkauf von Anteilen zusätzliches Geld einzunehmen. Teil dieses Pakets war offenbar eine Einigung mit dem früheren Vermarktungsunternehmen Infront - einem der Hauptgläubiger in dem Verfahren.

Die Gläubiger stimmten dem Vorschlag nach Angaben von Gerichtssprecherin Feuring mehrheitlich zu. Der Beschluss ist aber noch nicht rechtskräftig. Einer der Gläubiger, das Energieunternehmen Eins, hat Beschwerde eingelegt. Streitpunkt ist, wie hoch die Forderungen von Eins an den CFC und damit die Stimmanteile des Unternehmens in der Gläubigerversammlung sind. Das Gericht hatte 150.000 Euro angesetzt, Eins aber Forderungen in Höhe von 2,17 Millionen Euro angemeldet. Damit hätte das Unternehmen ein deutlich größeres Stimmengewicht. Welcher Betrag richtig ist, entscheidet nun ein Insolvenzrichter des Amtsgerichts. Laut Feuring soll die Entscheidung nächste Woche fallen. Gibt der Richter Eins recht, muss erneut eine Gläubigerversammlung einberufen werden. Bis Klarheit herrscht, darf der Insolvenzverwalter die Ausgliederung nicht vorantreiben.

Eins-Geschäftsführer Roland Warner kritisierte die Pläne des Insolvenzverwalters scharf: "Mit so einem Konzept könnte ich vor meinem Aufsichtsrat nicht bestehen", sagte Warner der "Freien Presse". Es fehlten Details über die Organisation. Auch seien keine konkreten Investoren genannt worden. Eins war bis zum Sommer einer der Großsponsoren des CFC. Auf Betreiben des Insolvenzverwalters wurde die Zusammenarbeit aber beendet. Ein Streitpunkt war die Rückzahlung von 1,5 Millionen Euro, die Eins dem CFC auf Grundlage eines Kooperationsvertrages geliehen hatte.

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6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    osgar
    28.09.2018

    Warum sollte man wegen dieser Sache bei EINS aussteigen?
    Das macht man, weil deren Preise viel zu hoch sind. Mir sowieso ein Rätsel warum viele Leute so bequem sind und denen die Treue halten.

  • 1
    5
    Blackadder
    28.09.2018

    @guenni: Kunden verlieren? Ganz im Gegenteil. Ich finde es gut, dass die MEIN Stromgeld keinem drittklassigen Fußballverein in den Rachen werfen, bei dem keiner mit Geld umgehen kann.

  • 1
    4
    guenni07545
    27.09.2018

    Das Energieunternehmen "EINS" stellt sich quer, weil der IV den kürzlich vorgelegten Vertrag nicht angenommen hat, er durfte den ja gar nicht annehmen, bei den Inhalten. Bin gespannt, wie viele Kunden EINS verliert, wenn die dem CFC jetzt Brocken in den Weg legen. Fühlt sich nach beleidigter Leberwurst an.

  • 7
    8
    BlackSheep
    26.09.2018

    Ich würde für den Pfusch von anderen auch nicht gerade stehen wollen.

  • 12
    7
    mathausmike
    26.09.2018

    Jetzt zeigt"Eins"sein wahres Ge-
    Sicht.
    Erst"Gönner"des CFC und jetzt fördern sie 2 Millionen Euro vom Club.
    Das sind "echte" Freunde!

  • 14
    4
    Letsop
    26.09.2018

    Ganz schwacher Artikel von Thomas Scholz. Man muss schon trennen zwischen Gläubigerversammlung und was in diesem Zusammenhang bei Gericht läuft.

    Ohne weitere Erläuterung sollte auch nicht mit solch erheblich abweichenden Summen (lt. Gericht 150.000; lt. EINS 2 Mio) operiert werden.

    Dem Leser werden irgendwelche Teilinformationen hingeworfen mit der Option, sich den Rest selbst zusammen zu reimen.



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