Wie präsent sind Frauen und queere Menschen in der traditionellen Holzkunst?
Wie präsent sind Frauen und queere Menschen in der traditionellen Holzkunst? Bild: Markus Weber/TU Chemnitz
Chemnitz
Weiblich und queer: Chemnitzer denken Räuchermännchen aus dem Erzgebirge neu

So hat man das traditionelle „Raachermannl“ aus dem Erzgebirge wahrscheinlich noch nicht gesehen: Studenten der TU Chemnitz wollen im April neue Formen der Holzkunstfiguren präsentieren. Was hinter dem Forschungsprojekt für die Kulturhauptstadt steckt.

Chemnitz.

Seit mehr als 200 Jahren räuchern die kleinen Holzfiguren vor allem in der Weihnachtszeit hier in der Region. Anders als der Nussknacker, der Obrigkeiten wie Könige und Husaren darstellt, verkörpert das "Raachermannl", wie es in erzgebirgischer Mundart heißt, in der Regel Figuren des ländlichen und handwerklichen Alltags. Das ist die Ausgangslage für ein auf die Kulturhauptstadt zugeschnittenes Forschungsprojekt an der Professur für Interkulturelle Kommunikation der TU Chemnitz. Eine Aufgabe für Masterstudenten laut Mitteilung der TU, deren Ergebnisse vom 12. bis 14. April im Projekthaus Brühl 71 präsentiert werden sollen.

Auch die holzgewordene Migrantin soll "naabeln"

Im Kern geht es dabei darum, marginalisierte Gruppen in die traditionelle Holzform des Räuchermännchens zu bringen. Dabei setzten sich die Studierenden zunächst theoretisch mit den Themen Tradition, Gender, Stereotype und Repräsentationen auseinander. Für die praktische Umsetzung wurden vier Teilbereiche namens "Frauen in der Wissenschaft", "Queer sein in Chemnitz", "Frauen in der Musikbranche" und "Migrantinnen in der Altenpflege" definiert. Diese Teilprojekte seien abschließend in Form von vier neuen Räucherfiguren symbolisiert worden. Und die gibt es am 12. April von 17 bis 20 Uhr, am 13. April von 12 bis 18 Uhr und 14. April von 12 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. (suki)

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