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Wo liegt der Mittelpunkt von Chemnitz?

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Das Stadtgebiet mit seiner auf einen oberflächlichen Blick beinahe runden Form sollteseine Mitte doch eigentlich nahe dem Zentrum haben. Für die Ermittlung geografischer Mittelpunkte gibt es verschiedene Methoden. Aber nach keiner davon läuft es auch nur annähernd auf den Markt hinaus.

Die Bestimmung von geografischen Mittelpunkten ist eher eine Spielerei, weil es keine wissenschaftlich autorisierte Definition gibt. Nicht umsonst wetteifert ein knappes Dutzend Orte in Thüringen, Hessen und Niedersachsen darum, die Mitte Deutschlands zu sein. Spannend ist es allemal, welche Punkte durch die einfacheren Methoden herauskommen. Wie sieht das für Chemnitz aus?

Voraussetzung für die Bestimmung des geografischen Mittelpunktes ist es, die Extrempunkte in den vier Himmelsrichtungen zu kennen. Chemnitz hat sich durch die acht Eingemeindungen zwischen 1994 und 1999 in alle Richtungen vergrößert. Bis dahin dehnte sich die Stadt zwischen Ebersdorf und Harthau beziehungsweise Reichenbrand und Adelsberg aus. Heute liegen die äußersten Stellen in Wittgensdorf, Kleinolbersdorf-Altenhain, Klaffenbach und Grüna. In die unmittelbare Nähe dieser Punkte gelangt man überall problemlos zu Fuß.

Der nördlichste Punkt befindet sich in Wittgensdorf. Wo der Fluss Chemnitz die Stadt verlässt, bildet er einen U-förmigen Bogen. In dem Bereich liegt auch das Naturschutzgebiet Schusterstein mit seltenen Tierarten. Im Scheitelpunkt des U - genau in der Flussmitte - grenzt der Stadtteil Wittgensdorf an die Gemeinden Taura und Lichtenau. Außen führt ein kleiner Wanderweg vorbei, der lange parallel zum neuen Radweg im Chemnitztal verläuft. Im Bogeninneren, das von Auerswalde aus zu erreichen ist, sind für die erste Hälfte des Jahres umfangreiche Forstarbeiten angekündigt. Deshalb ist es derzeit nicht anzuraten, auf der Seite der Flussschlinge in den Norden von Chemnitz zu wandern.

Der östlichste Punkt liegt in Kleinolbersdorf-Altenhain. Im Sternmühlental, noch etwas östlich der gleichnamigen Gaststätte, ist der nächste Extrempunkt zu finden. Am besten wandert man von Kunnersdorf das Tal aufwärts. Der Weg verläuft abseits der Kreisstraße. Wenn sich der Wanderweg teilt und die Spaziergänger halbrechts zur Sternmühle gehen, liegt annähernd 50 Meter in Richtung Straße im freien Gelände die östlichste Chemnitzer Ecke, die an den Ortsteil Kunnersdorf der Stadt Augustusburg im Landkreis Mittelsachsen grenzt.

Der südlichste Punkt ist in Klaffenbach zu finden. Auf den ersten Blick fragt man sich: Klaffenbach? Das ist doch fast schon Burkhardtsdorf. Tatsächlich befindet sich die südliche Ecke am Rand der Bebauung der Erzgebirgsgemeinde. Wo sich die Straße Am Sportplatz nach Süden wendet - schon in Sichtweite zur Bundesstraße 95 - ist der südlichste Zipfel von Klaffenbach und damit von Chemnitz verortet. Bei einer kleinen Wanderung durch Burkhardtsdorf und hinauf zum Eisenweg ist die Position leicht zu erreichen.

Der westlichste Punkt liegt in Grüna. Wer sich eine Landkarte näher anschaut, mag im Westen über den langen Zipfel staunen, der sich bis Hohenstein-Ernstthal mit seinem Ortsteil Wüstenbrand und Langenberg, das zu Callenberg gehört, ausdehnt. Fast könnte man zu dem Eindruck gelangen, Chemnitz zeigt nach Westen seine lange Nase. Der Grund dafür geht Jahrhunderte zurück. Der Rabensteiner Wald in seiner ganzen Ausdehnung bezieht seine Namen daher, dass er einst zur Herrschaft der Burg Rabenstein gehörte, obwohl er kaum in dem Ort liegt. Als im 19. Jahrhundert alle Flächen einer Gemeinde zugeschlagen wurden, blieb der charakteristische Zipfel des Waldes übrig, der am Ende zur Gemarkung Grüna zählte. Zu Wüstenbrand gehört die Windsiedlung an der Autobahn 4. Nach der Überquerung der Autobahn nach Norden stehen Wanderer am westlichsten Ende von Chemnitz.

Bei der einen Methode zur Ermittlung des Mittelpunkts wird ein Rechteck über die vier Extrempunkte gelegt, dessen Seiten in Nord-Süd- beziehungsweise West-Ost-Richtung verlaufen. Die Ecken des Vierecks liegen in Niederfrohna, Frankenberg, Zschopau und Lugau. Die Seitenlängen sind runde 18 mal 23Kilometer lang. Wo sich die Diagonalen schneiden, ist ein möglicher geografischer Mittelpunkt von Chemnitz. Dieser liegt an der Ostseite des Straßenbahnmuseums an der Zwickauer Straße, also im Stadtteil Kappel. Die Ausbuchtung in Grüna führt zu dieser westlichen Verschiebung weg vom Zentrum.

Bei einer anderen Methode wird der westlichste Punkt mit dem östlichsten verbunden sowie die nördlichste Ecke mit der südlichsten. An der Schnittstelle befindet sich ein weiterer geografischer Mittelpunkt. Dieser würde zwischen der Heinrich-Lorenz-Straße und der Paul-Esche-Straße an der Ecke des Selgros-Großmarktes liegen. Die Stelle befindet sich in Altchemnitz.

Es gibt weitere Methoden zur Mittelpunktbestimmung, doch diese sind rechnerisch und datentechnisch aufwendiger und ihre Erläuterung ungleich komplizierter.


Wo Chemnitz am höchsten ist

Mit seinen 39 Stadtteilen grenzt Chemnitz an 18 Nachbargemeinden und hat eine Fläche von ungefähr 221Quadratkilometern. Der höchste Punkt ist die Klaffenbacher Höhe nahe der Bundesstraße 95 mit 523 Metern über dem Meeresspiegel. Es führt kein offizieller Weg auf die unscheinbare Erhebung stadtauswärts links der Bundesstraße.

Noch höher ist nur ein künstlicher Punkt: Der bunte Schornstein des Heizkraftwerkes in Furth, der knapp 302 Meter hoch ist, endet 587 Meter über Null. Die tiefste Stelle, die gleichzeitig die nördlichste ist, befindet sich dort, wo die Chemnitz die Stadt verlässt. Dort, am Rand von Wittgensdorf, werden noch 267Meter über dem Meer gemessen. (jz)

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