Update: Tödlicher Unfall auf S255: Ermittlungen gegen Tesla-Fahrerin wegen fahrlässiger Tötung

Eine 30-Jährige war am Sonntag mit ihren beiden Kindern in einem Tesla auf der S255 unterwegs. Dort kam es zur Kollision mit einem Seat. Für die drei Frauen in dem Auto kam jede Hilfe zu spät. Der Tesla wurde mit Spezialtechnik geborgen.

Aue.

Update Montag, 10.20 Uhr: Nach dem Unfall mit drei Toten am Sonntagnachmittag wird gegen die Tesla-Fahrerin wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das teilt die Polizei am Montagvormittag mit. Zur Unfallursache dauern die Ermittlungen an. Die beiden beteiligten Fahrzeuge, ein Tesla und ein Seat, wurden zur Begutachtung des technischen Zustands sichergestellt.

Nach sechsstündiger Sperrung war am späten Sonntagabend die S255 zwischen Aue und Hartenstein wieder für den Verkehr freigegeben worden. Bei dem schweren Unfall am Nachmittag waren drei Frauen im Alter von 30, 32 und 57 Jahren ums Leben gekommen. Sie saßen in einem Seat, der vom entgegenkommenden Tesla einer 30-Jährigen erfasst worden war. Die Frau war mit ihren beiden ein und drei Jahre alten Kindern auf dem Autobahnzubringer unterwegs, als der Wagen auf die Gegenfahrbahn geriet und dort mit dem Seat zusammenstieß. Beide Fahrzeuge wurden in den Seitengraben geschleudert. Die Mutter und ihre beiden Kinder wurden leicht verletzt.

Weil es sich bei dem Tesla um ein Elektrofahrzeug handelte, war bei der Bergung besondere Vorsicht nötig. Laut einem Gutachter vor Ort ging Brandgefahr von dem Wagen aus. Deshalb wurde das Fahrzeug mit einem Kran in einem Hochvolt-Container verladen und transportiert. Wie Marco Tischendorf, Technischer Leiter beim Umweltservice Lohr berichtete, soll das Fahrzeug nun erst einmal unter Quarantäne gestellt werden. Denn auch nach mehreren Stunden und Tagen könne sich der Akku noch entzünden. Laut Tischendorf war dies der erste Einsatz eines Hochvolt-Containers in der Region.

Im Einsatz war am Sonntag auch ein Polizeihubschrauber, der die Unfallstelle aus der Luft fotografierte. Die Ermittlungen führt die Verkehrspolizeiinspektion Chemnitz mit der Staatsanwaltschaft Chemnitz. (luka/roy/mär)

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6Kommentare
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  • 21
    2
    saxon1965
    22.06.2020

    @ tbaukhage: Ja, der Zusammenhang ist unglücklich und ich entschuldige mich, sollte ich Angehörige damit beleidigen.
    Dass diese traurige Melden derart in den Focus gerückt ist, liegt jedoch am Sonderfall "E-Auto". Sicher hat die FP in diesem Zusammenhang auch dokumentieren wollen, warum solch ein großer Aufwand betrieben werden musste.

  • 27
    9
    tbaukhage
    22.06.2020

    Die Tragik eines solchen Verkehrsunfalls kann wohl keiner ermessen, der nicht direkt oder mittelbar involviert ist.
    Die schrecklichen Folgen zum Anlass zu nehmen, um hier seine Ablehnung der Elektromobilität zum Ausdruck zu bringen, ist in meinen Augen (zumindest) unangemessen.

  • 26
    13
    panne76
    22.06.2020

    Das E-Auto-Bashing ist schon haarsträubend:

    Ein Elektroauto explodiert genausowenig wie ein Benzinauto, obwohl Benzin sehr gut brennt und die Dämpfe explodieren (deshalb funktioniert ja der Motor)

    Beim Tesla ist die Gefahr des Brandes höher als bei anderen E.Fahrzeugen, da hier die "normalen" Li-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen, deren Chemie eher dazu neigt thermisch durchzugehen, wie bei anderen Akku-Technologien.
    Es gehen aber nie alle Zellen gleichzeitig hoch, sondern nacheinander, das reduziert das Risiko einen großen Bumms (um es mal einfach auszudrücken) auf Null.
    Beim Benzinauto wäre ich mir da nicht so sicher ;D

    Tragisch ist hier die Tatsache, das drei unschuldige Totesopfer zu beklagen sind, die alle in einem (Verbrenner-)Auto unterwegs waren, was wohl weniger Crash-sicher war, wie der Tesla. Auf einer gerade Strecke hätte das nicht passieren dürfen und ich kann nur mutmaßen, dass die Technik diesmal nicht Schuld war.
    Ich hätte aber erwartet, dass die Technik des Tesla, so etwas hätte verhindern sollen, sofern die Option im Auto verbaut war.

  • 32
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    saxon1965
    22.06.2020

    Sehr tragisch! Mein Mitgefühl den Hinterbliebenen.

    @luris111: Dieses und ähnliche Themen fallen wohl oder übel unter die Rubrik "Fortschritt". Wir wissen aus der Vergangenheit, nicht jede Entwicklung, Erfindung oder s. g. Fortschritt war positiv für uns Menschen.
    Nehmen E-Autos weiter zu, dann werden auch bald die Versicherer mit höheren Beiträgen reagieren.
    Eine Technologie, die so viele Fragen aufwirft, auf die es keine oder nur unbefriedigende Antworten gibt, dürfte nicht "auf die Menschheit losgelassen werden". Fortschritt um jeden Preis, nein danke!

  • 22
    22
    lax123
    22.06.2020

    Ulkig, bei einem herkömmlich betriebenen Fahrzeug wären halt Betriebsmittel ausgelaufen.

    Ich halte das Risiko bei einem Elektrofahrzeug für beherrschbar.
    Die Erfahrungen müssen halt gesammelt werden, wie immer wenn eine neue Technologie in den Markt eindringt.

  • 48
    25
    Iuris111
    22.06.2020

    Zunächst mein aufrichtiges Beileid den Familien und Freunden der drei gestorbenen Frauen.
    Dann zum Elektro Auto:

    Was tun wir uns eigentlich an, wenn wir nach einem Unfall mit einem Elektro Auto solche schwierigen Aufgaben zu erfüllen haben, damit dieses Fahrzeug nicht explodiert bzw. in Flammen aufgeht.
    Was, wenn ein Unfall in der Chemnitzer Innenstadt geschieht und die Kiste neben einer Kindergruppe aus dem Öko - Kindergarten oder irgendeinem Kindergarten oder auf einem belebten Fußweg explodiert? Wie sieht denn dann mit der ganzen Umweltbilanz aus? Aber irgendwie fragt sich das niemand.