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Der Erich-Glowatzky-Preis wird seit 1998 für herausragende Leistungen an junge Sachsen verliehen. Die 24. Preisverleihung erwies sich als sehr emotional - für Preisträger und Preisgeber.

Annaberg-Buchholz/Fraureuth.

Der Stifter des Preises, Erich Glowatzky, der in den 1930er-Jahren eine erfolgreiche Unternehmerkarriere in Australien startete und nach dem Tod seiner Frau zurückkehrte, starb 1999. Der Vater des diesjährigen ersten Preisträgers Rico Bernecker verstarb am 17. Juni dieses Jahres. "Der Preis ist für dich, Papa", sagte zum Schluss seiner sehr berührenden Rede der 28-jährige Gemeindepädagoge der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz, der sich für bessere Ausstattung einer Schule für Waisenkinder mit angeschlossenem Internat in Uganda engagiert. Dank seiner Hilfe konnten bis jetzt jeweils ein Schlafsaal für Mädchen und Jungen gebaut und ausgestattet werden. Zudem wurde eine Küche eingerichtet, das Schulgebäude gestrichen sowie ein Spielplatz und ein Fußballplatz in mühevoller Arbeit angelegt.

Zur Preisverleihung im Zwickauer Haus der Sparkasse kam der in Thermalbad Wiesenbad Beheimatete mit Mutter Steffi und Schwester Conny. Letztere hatte die Bewerbung heimlich an das Stiftungskuratorium eingereicht, als ihr Bruder schließlich davon erfuhr, meinte er: "Das wird doch sowieso nichts. Es ist doch wie ein Sechser im Lotto!" Und dann kam doch der Anruf vom Kuratorium. Die Begründung der Jury: "Rico verändert mit seinem nachhaltigen Engagement das Leben der Kinder der Early Learning School in Uganda zum Besseren...". "Jetzt weiß ich dank 3000 Euro Preisgeld, wie ich die Tickets für meine Gastschwester aus Uganda bezahlen kann, die im Sommer zu uns kommt", sagte der Mann, der am Johannistag auch Johannes den Täufer zitierte: "Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso."

Die 22-jährige Martina Saalbach aus Mockrehna, die in Zwickau den mit 1000 Euro dotierten dritten Preis verliehen bekam, musste bei ihrer Dankesrede an ihren vor einem Jahr verstorbenen Vater denken. Die junge Erzieherin wurde für ihr ehrenamtliches soziales und gesellschaftliches Engagement bei den Schalmeienmusikanten Langenreichenbach ausgezeichnet, zu denen auch ihr Vater bis zu seinem Tod gehörte. Die Multiinstrumentalistin ist seit ihrem achten Lebensjahr dabei. Ihr sei es "sehr wichtig, jedem Kind den Zugang zur Musik und zum gemeinsamen Musizieren zu ermöglichen, unabhängig vom Talent oder finanziellen Möglichkeiten".

Den mit 2000 Euro dotierten zweiten Preis sprach das Kuratorium Rosalie Renner aus dem Lawalder Ortsteil Lauba zu, die aufgrund ihrer Krankheit zwar selbst nicht nach Zwickau kommen konnte, ihre Dankesrede wurde aber vorlesen. Die 22-Jährige, die an einen Liegerollstuhl gefesselt ist, ist Studentin der Kulturwissenschaften an der Fern-Universität Hagen und engagiert sich ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit für das Miteinander junger Menschen mit und ohne Behinderung.

Darüber hinaus wurde der Sonderpreis des Kuratoriums an den 19-jährigen Abiturienten Vincent Nitzsche aus Großpösna verliehen. Seine Schülerarbeit BEL am Wilhelm-Oswald-Gymnasium in Leipzig, die von der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig wissenschaftlich begleitet wurde, liefert einen wichtigen Beitrag zum Umstrukturierungsprozess der gesamten Energieversorgung.

Als der für seine Lebensleistung und sein Engagement für seine westsächsische Heimat und darüber hinaus 1995 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und 1997 mit dem Verdienstorden des Freistaates ausgezeichnete Stifter im Jahr 1999 verstarb, hinterließ er dem Landkreis Zwickauer Land 360.810,50 D-Mark. Verwaltet wird dieser Betrag seitdem von der Sparkasse Zwickau. Ursprünglich konnte das Preisgeld aus den Zinserträgen, die das Stammkapital der Stiftung jährlich am Geld erwirtschaftete, finanziert werden. In der derzeitigen Niedrigzinsphase unterstützt die Sparkasse Zwickau die Stiftung mit einem jährlichen Sonderpreis für herausragende Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiet.

Den von der Sparkasse Zwickau gestifteten und mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis für herausragende Leistungen auf wissenschaftlichem Gebiet erhielt der 27-jährige Wissenschaftler Maximilian Hoffmann aus Dresden.


Der Stifter

Der Glowatzky-Preis und die gleichnamige Stiftung wurden 1998 von dem 1909 in Fraureuth geborenen Erich Glowatzky gegründet, der 1932 nach Australien auswanderte, wo er ein erfolgreicher Unternehmer wurde. Die Beziehungen zu seiner alten Heimat gab er nie auf. Mit dem nach ihm benannten Preis werden alljährlich junge Leute bis zum 30. Lebensjahr ausgezeichnet, die sich durch eine herausragende Leistung oder eine besondere Tat zu Vorbildern für die junge Generation geworden sind und sich somit um das Ansehen des Freistaates verdient gemacht haben. (lth)

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