Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge für Ferienkinder: Von Fadenkunst bis freche Zeichnungen

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Die Spezialistenlager des Kulturbetriebes Erzgebirgskreis sollen das traditionelle Kinder- und Jugendkunstsymposium zumindest für dieses Jahr ersetzen.

Aue/Schwarzenberg.

Die jungen Talente sind am Werk. Denn in dieser Woche laufen die Spezialistenlager wieder. Sie sind der "corona-konforme" Ersatz für das alljährliche Kinder- und Jugendkunstsymposium, das bislang vom Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises organisiert und veranstaltet wurde.

"Wir bieten das nun schon zum zweiten Mal in Folge an", sagt Uwe Schreier, Leiter des Kulturbetriebs. Aufgrund der Pandemie musste die Zahl der Teilnehmer reduziert werden. Bisher waren es häufig mehr als 100 junge Aktive. Das Spezialistenlager sei ein gleichwertiges Angebot, nur eben in kleinerem Rahmen, so Schreier. Wobei die jungen Schnitzer mit 23 Teilnehmern dennoch ihre bisherige Rekordmarke erreichen.

Die Späne der Schnitzer fliegen im Schloss Schwarzenberg. Aufgrund der vielen Teilnehmer gesplittet in der Turmstube und im Gewölbekeller. Die Aufgabe ist für alle gleich. Diesmal gilt es, einen Fuß zu schnitzen. "Das erfordert eben auch, dass sie sich mit der Anatomie des Menschen befassen. Beim ersten Spezialistenkurs im vorigen Jahr ging es um Köpfe", sagt Holm Ludwig, der als versierter Holzgestalter die Mädchen und Jungen in der Turmstube anleitet. Richtig gelesen: Auch vier Mädchen schwingen dort die Schnitzeisen. Sie schnitzen aber keineswegs zum ersten Mal, denn sie gehören in ihrer Heimatstadt Johanngeorgenstadt zum Schnitzernachwuchs. Und das sieht man. Larissa Marie Zimmermann ist 15 Jahre alt und schnitzt, seit sie elf ist, wie sie erzählt. "Allemal besser als zu Hause zu hocken", meint sie. Annika Schanze ist erst zehn Jahre, kommt ebenfalls aus der Bergstadt und hat ihren kleinen Bruder Henry mit. Auch er wagt sich an einen Fuß. Immer im Hintergrund und helfend zur Seite steht Holm Ludwig als erfahrener Schnitzer. Im Gewölbekeller übernehmen diese Anleitung der jungen Schnitzer Michael Rössel-Rothe und dessen Frau Jana. Auch diese Beiden haben zu Beginn des Workshops wichtige Tipps zur Sicherheit im Umgang mit den Schnitzwerkzeugen vermittelt und immer ein Pflaster griffbereit.

Höchstens mal mit der Stecknadel in den Finger pieksen sich die jungen Klöpplerinnen bei ihrer Fadenkunst. Die 14 Mädchen, zu denen sich übrigens kein Junge gesellt hat, klöppeln in dieser Woche grazile Figuren: Ballerinen und Turnerinnen. "Das sieht zwar einfach aus, ist aber dennoch sehr anspruchsvoll", sagt Klöppellehrerin Mandy Lange. Vom Muster her sei es ein Flechter in verschiedenen Ausführungen. Sie muss es wissen, denn die Vielzahl der Muster, die die Mädchen als Anschauungsobjekte bestaunen können, hat sie gefertigt. Mit Sarah Kutz ist sogar ein Gast aus Leipzig dabei. Die 13-Jährige nimmt bereits zum zweiten Mal am Workshop teil, weil sie extra für diese Zeit ihre Großeltern in Bernsbach besucht. Und die 14-jährige Sarah Franz aus Breitenbrunn will das Klöppeln perfektionieren, um es ihrer Uroma gleich zu tun. Aus deren Nachlass hat sie den Klöppelsack übernommen, und die noch aufgesteckte Arbeit vollendet.

Neu im Angebot ist der Kurs mit Karikaturist Stephan Buße. Dazu treffen sich die frechen Zeichenstifte im Kulturhaus Aue. Sie sind so bei der Sache, dass sie sogar vergessen, Pause zu machen. Auch für Buße ist dies eine neue Erfahrung, aber es gelingt ihm, die sieben Teilnehmer zu begeistern. Es geht um Figuren, Gesichter und lustige Geschichten, die mit wenigen Strichen und einer Pointe erzählt werden müssen. Buße ist verblüfft, was so entsteht. Der zwölfjährige Mo Häusler aus Aue lasse da echtes Talent erkennen, meint der Lehrmeister.

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