Die neuen Läden in Freibergs Altstadt

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In der Bergstadt flanieren wieder mehr Touristen - und geben Geld aus. Unterdessen ist in mehreren verwaisten Ladenlokalen neues Leben eingezogen. Und es gibt weitere Pläne.

Freiberg.

Handel im Wandel: In verwaisten Ladenlokalen in der Freiberger Altstadt haben neue Geschäfte eröffnet. Für andere leerstehende Immobilien deutet sich eine Lösung an. Eine weitere gute Nachricht: Seit dem Frühjahr bummeln wieder mehr Freiberger und Touristen durch die Geschäfte. Sehr zur Freude der Innenstadthändler.

Gewerbevereinschefin Anke Krause bedient in ihrem Schreibwarengeschäft am Obermarkt zunächst eine Kundin. Dann sagt sie: "Die Touristen sind wieder in der Stadt und lassen langsam wieder Geld hier. Die Kunden sind freundlich und interessiert, es herrscht eine positive Grundstimmung." Aber es fehle noch die Masse. Krause: "In meinem Geschäft fehlen täglich statistisch 10 bis 15 Kunden im Vergleich zur Vor-Corona-Sommerzeit."

Die Gewerbevereinschefin sagt: "Kleine Einheiten sind wieder gefragt, das ist unsere Chance." Mitte Mai hat das neue Bonita-Damenmodegeschäft am Obermarkt (links von der Passage) eröffnet. Laut einem Sprecher hat sich das Unternehmen bewusst für die Bergstadt entschieden, weil sich die Marke Bonita an die "Best ager"-Kundinnen wendet - das sind ungefähr ab 50-Jährige. "Dabei sehen wir in Freiberg durchaus ein hohes Potenzial und eine große Zielgruppe", so der Sprecher. Das Unternehmen sei mit seinem Standort in Freiberg zufrieden und hatte dem Sprecher zufolge einen guten Start. "Die erfreuliche Nachfrage unserer Kundinnen bestätigt unsere Entscheidung, auch in Freiberg einen Bonita-Store zu eröffnen", so der Unternehmenssprecher.

Seit April gibt es das Geschäft "Vape and american Food" in der Fischerstraße. Laut Inhaber Sven Kerstan ist es sachsenweit der einzige Laden, der original amerikanische Lebensmittel anbietet. In den Regalen stehen Barbecue-Saucen, auch in der Geschmacksrichtung "Sweety and Spicy" (süß und sauer), Twinkies (kleine Kuchen mit Marshmallow-Cremefüllung), Lucky Charms (Cornflakes mit Marshmallows) und Takis (mit Chili oder Lemon gewürzte Tortillarollen). Darüber hinaus gehören E-Zigaretten und Zubehör zum Angebot. Zudem eröffnete in der Fischerstraße das Nagelstudio "Tony Nails". Ein paar Meter weiter hat Domino's Pizza an der Erbischen Straße im früheren Fotogeschäft den Betrieb aufgenommen.

In der Kesselgasse hat unter dem Namen "Wal" eine Werkstatt mit Atelier und Lesecafé geöffnet. Laut Internetseite und Aushang werden Kurse im künstlerischen und sportlichen Bereich angeboten, auch in den Ferien. Darüber hinaus soll Ende Juli das Bistro-Café "Kujira" eröffnen. Ein Hingucker ist die umgestaltete Tchibo-Filiale an der Burgstraße/Ecke Enge Gasse geworden. Das Geschäft präsentiert sich moderner, luftiger und übersichtlicher als zuvor. Auch in das derzeit leerstehende Bäckereigeschäft mit Café-Bereich an der Burgstraße wird neues Leben einziehen. Das bestätigt Geschäftsführerin Peggy Illgen von der gleichnamigen Großschirmaer Bäckerei. "Ab 4. August eröffnen wir ein Bäckereifachgeschäft mit Café. Wir haben zwei separate Räume, die zum Beispiel auch für Familienfeiern und andere Gesellschaften geeignet sind", sagt Peggy Illgen. Doch es gibt auch Wermutstropfen: Das Geschäft für Süßigkeiten, Zeitschriften und Geschenke in der Erbischen Straße hat geschlossen. Und das ist nicht das einzige leerstehende Ladenlokal in der Freiberger Innenstadt. In einigen Fällen sind Lösungen in Sicht, beispielsweise für das verwaiste Friseurgeschäft am Obermarkt. Dort erfolgen bereits Umbauarbeiten. Der benachbarte Dönerladen Marmaris Döner Kebab, der bis Ende Juli Betriebsurlaub hat, will sich laut Inhaber Mahmut Kaya erweitern. In der einstigen orientalische Backstube an der Burgstraße soll künftig auch Eis verkauft werden. Das kündigt Abdulrahman Dlowan, Inhaber des Orient-Imbisses, an.

Dass die Stadtverwaltung einen großen Anteil an der positiven Entwicklung des innerstädtischen Handels hat, sagt Gewerbevereinschefin Krause. Sie zählt Beispiele auf: "Große Tafeln an Einfallsstraßen werben für das Einkaufen in unserer wunderschönen Altstadt, wir haben tolle Feste und Events wie Bergstadtfest und Nachtschicht, die Stadt stellt Einkaufstüten zur Verfügung." Zudem habe die Stadt die Sondernutzungsgebühren für Warenpräsentationen vorm Geschäft ausgesetzt - außer zum Bergstadtfest.

Dass Freiberg bei der Förderung des Handels beispielgebend ist, stellten Mitglieder des Werberings Annaberg fest, die jüngst auf Einladung des Gewerbevereins die Stadt besuchten. Christine Nestler vom Werbering Annaberg resümierte nach der Stippvisite und Gesprächen mit Innenstadthändlern: "Wir sind angenehm überrascht, wie gut die enge Zusammenarbeit von Händlern und Stadtverwaltung in Freiberg funktioniert." Besonders hob sie die Unterstützung durch das Citymanagement hervor. Zudem regte Nestler mehr Erfahrungsaustausch zwischen Werbegemeinschaften verschiedener Städte an: "Wir kommen gern wieder nach Freiberg."

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