Großrückerswalder zeigt Lok und Weltmeister Fersen

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"Mensch gegen Maschine" in Jöhstadt endet mit einem Herzschlag-Finale. Doch wie besiegt man einen Spitzensportler wie Erik Frenzel?

Steinbach.

Den Dampfzug hat er bezwungen, dennoch musste sich Eric Frenzel beim "Mensch gegen Maschine"-Lauf als Zweiter geschlagen geben. Mit Lokalmatador Sören Guder lieferte sich der Weltmeister der Nordisch-Kombinierten am Wochenende im Preßnitztal ein Rennen, das der Großrückerswalder Guder für sich entschied. Mit einer Zeit von 24:09 Minuten lief der 25-Jährige zwei Sekunden vor dem Spitzenathleten im Zielbahnhof Steinbach ein und freute sich über den von den Stadtwerken Annaberg-Buchholz gestifteten Pokal.

Der Neuauflage des Wettlaufs zwischen Mensch und Maschine folgten am Sonnabend 78 Laufenthusiasten, darunter 22 Frauen. Zum dritten Mal in Folge entschied ein Zweibeiner den zum vierten Mal ausgetragenen Gaudivergleich für den karitativen Zweck über die Sieben-Kilometer-Distanz von Schlössel bis Steinbach. Dabei gelang es insgesamt acht Athleten, dem von Felix Schmolinske und Michael Anders ehrgeizig eingeheizten Schmalspur-Dampfross 99 1594 die Fersen zu zeigen. Die Wolkensteinerin Carmen Wolf entschied die Frauenkonkurrenz, musste sich aber zum Finale hinter dem kohlefressenden Konkurrenten mit 27:26 Minuten einreihen.

Die konditionsstärksten Akteure hatten den Dampfzug erstmals kurz vor der Straßenüberquerung zum Bahnhof Schmalzgrube hin ein- und überholt. Neben Sören Guder und Eric Frenzel passierte auch der tschechische Gastläufer Stanislav Zelenka den Haltepunkt, ohne wie seine Konkurrenten die dort am Versorgungspunkt angebotene Stärkung aufzugreifen. "Wir haben uns in der Führung abgewechselt, dabei war ich mir nicht über die Taktik von Eric Frenzel sicher. Es ist schon ein spannendes Gefühl, diesen Spitzenmann hinter sich atmen zu spüren. Ich hatte erwartet, dass er mich noch einmal auf der Zielgeraden attackiert", zeigte sich Sören Guder glücklich. Er kam erstmals an den Start und siegte. "Als Bundespolizist treibe ich regelmäßig Sport. Weniger diese Crossläufe, an verschiedenen Ausdauerwettbewerben habe ich mich schon beteiligt."

Eric Frenzel quittierte anerkennend die Leistung des neun Jahre Jüngeren. "Als Leistungssportler nimmt man auch einen solchen Gaudilauf ernst, schenkt den Sieg nicht weg. Diese Teilnahme ordnet sich in mein Trainingsregime ein, und da steht nicht allein das Gewinnen im Fokus", so der für den Wintersportclub Geyer startende Athlet. Der war bereits 2014 zur Premiere am Start und wurde seinerzeit ebenfalls Zweiter, wobei 2014 das Dampfross siegte. Frenzels mit Autogramm versehene Startnummer sicherte sich Horst Görner. "Eric Frenzel ist ein klasse Sportler, sympathisch und bodenständig", zeigt sich der Steinbacher, wie viele Schaulustige, vom 43-fachen Weltcupläufer und viermaligen Olympiastarter begeistert.

Der Beifall galt allen Akteuren, wobei Anfeuerungsrufe gerade auch für Einheimische laut wurden. So hatte es Zimmerermeister Jens Fritzsche geschafft, zwei Handvoll Läuferinnen und Läufer unter der Fahne seines Handwerksbetriebes an den Start zu bringen. "Dieses Ereignis ist doch mehr als ein Wettlauf. Nicht nur, dass für einen sozialen Zweck gesammelt wird. Es steht auch für unser Preßnitztal, dass sich Einheimischen engagieren. Nach langer coronabedingter Durststrecke sehnen wir uns wieder nach Normalität und nachbarschaftlichen Erlebnissen - und da sollte man sich genauso mit einbringen."

Insgesamt zufrieden zeigte sich am Laufabend Cheforganisator Michael Gürtler von der Touristinformation Jöhstadt. "Eine gelungene Auflage, wenngleich wir das angestrebte Ziel von 150 Läufern nicht erreicht haben. Aber das ist einfach den Rahmenbedingungen geschuldet. Und die machen es beispielsweise auch für die Handwerker und Gewerbetreibenden unserer Region schwer, solch ein Vorhaben finanziell zu unterstützen. Das war diesmal weniger nachhaltig als in den Vorjahren", so Gürtler. Dennoch: "Unter der Woche ziehen wir Bilanz und werden darüber informieren, über welchen Spendenbetrag sich die Lebenshilfe Annaberg-Buchholz freuen darf."

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