18-Jähriger stirbt bei Unfall - Fahrer stellt sich nach Flucht

Auf der Bundesstraße 174 im Erzgebirge wird des Nachts ein Fußgänger angefahren und liegengelassen. Erst tags darauf meldet sich ein Beteiligter bei der Polizei in Marienberg.

Großolbersdorf.

Schon am frühen Donnerstagmorgen deutete kaum noch etwas auf das tragische Geschehen hin, das sich in der Nacht zuvor auf der B 174 zwischen der Kreuzung Heinzebank und den Halfterhäusern im Erzgebirgskreis ereignet hatte. Die rosafarbenen Markierungen, die die Polizei im tauenden Schnee hinterlassen hatte, zeugen vom Tod eines 18-Jährigen, der in der Nacht dort am Fahrbahnrand entlanggelaufen und von einem offenbar in dieselbe Richtung fahrenden Fahrzeug erfasst, in den Straßengraben geschleudert - und dort unversorgt liegengelassen wurde. Der Notarzt konnte später nur noch seinen Tod feststellen.

Gefunden wurde der leblose junge Mann von einem Mitarbeiter der Straßenmeisterei Gornau, der im Winterdienst im Einsatz war. Dieser hatte sich nach Mitternacht auf einer Kontroll- und Streufahrt befunden und die Bundespolizei informiert, sagte am Donnerstagnachmittag René Seidel, der Leiter der Gornauer Straßenmeisterei. Diese war laut Pressemeldung der Polizeidirektion Chemnitz gegen 1.45 Uhr vor Ort. "Unsere Mitarbeiter haben umgehend die Rettungskette in Gang gesetzt und den Notarzt gerufen", bestätigte Christian Meinhold, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Pirna. Die Bundesstraße war daraufhin bis 5.35 Uhr voll gesperrt.

Was genau an der Stelle unmittelbar vor der Linkskurve zu den Halfterhäusern, nur wenige Hundert Meter nach der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde, geschah, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei geht davon aus, dass der junge Mann von einem VW-Transporter erfasst und offenbar aufgrund der dabei erlittenen Verletzungen verstorben ist. Noch am Morgen hatte die Polizeidirektion Chemnitz nach Zeugen des Geschehens gesucht, das sich zwischen 23.50 und 1.30 Uhr ereignet haben soll, ebenso nach einem Fahrzeug der Marke VW, das Beschädigungen im vorderen rechten Bereich aufweist. Am Mittag, so die Polizei, gegen 15.45 Uhr, sei ein 30-jähriger Mann auf dem Polizeirevier Marienberg erschienen. Er gab an, der gesuchte Autofahrer zu sein, habe sich jedoch bei der Vernehmung nicht weiter dazu eingelassen. Sein Fahrzeug, ein VW-Transporter, wies Unfallschäden im vorderen rechten Bereich auf und wurde zur kriminaltechnischen Untersuchung sichergestellt. Bei den Ermittlungen gehe es nun darum, "gerichtsrelevante Spuren" zu sichern, sagte Jana Ulbricht von der Polizeidirektion. Gegen den Mann wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort ermittelt.

Ein ähnlicher Fall hatte sich erst im Dezember vergangenen Jahres in Chemnitz ereignet. Eine 20-jährige Fußgängerin war bei dem Versuch, die Georgstraße zu überqueren, überfahren worden. Sie verstarb noch am Unfallort. Bereits einen Tag danach wurde die Unfallverursacherin anhand von Aufnahmen einer Überwachungskamera ermittelt.


Zeugenaussagen nimmt die Polizeidirektion Chemnitz unter Ruf 0371 87400 entgegen.

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