Und dazu noch ein paar Rosenrezepte

Die Rosengräfin gab es wirklich. Marie Henriette Chotek (1863 bis 1946) war eine tapfere, selbstbewusste Frau, die ihr eigenes Leben führte - mit und für die Rosen. Sie spielt in Nele Jacobsens Roman "Der Rosengarten am Meer" eine wichtige Rolle. Ihr zur Seite steht, wenn auch mehr als 100 Jahre später, Isabel aus Wien. Sie ist nicht ganz so tapfer und selbstbewusst wie Marie Henriette. Die rigorose Vertreibung aus dem Eheparadies hat ihren Lebensmut doch gehörig ins Wanken gebracht.

Zufällig gerät die Landschaftsarchitektin in eine Künstlerkommune, die ein Gutshaus nahe der Ostsee von seiner LPG-Vergangenheit befreien und die historische Parkanlage rekonstruieren will. Schnell steht fest, dass dieser Garten ein Geheimnis in sich birgt, denn er ist fast identisch angelegt wie das international bekannte Rosarium, das die Rosengräfin am heimatlichen Schloss am Rand der Karpaten geschaffen hatte. Parallel werden die Lebensgeschichten zweier Frauen erzählt, und erst zum Schluss wird das Geheimnis um den Rosengarten am Meer gelüftet. Bis dahin gibt es jede Menge Verwicklungen, Liebe, Liebeskummer und zu guter Letzt ein nettes Happy End. Wenn auch nicht für die Rosengräfin, so doch zumindest für Isabel und ihren Alex samt Familie.

Es ist ein leichter Sommerroman voller Romantik. Allerdings eher etwas für Frauen, ohne Nele Jacobsens Buch degradieren zu wollen. Es ist ihr gut gelungen, diese Geschichten aus dem Gestern und dem Heute mit vielen Ideen zu einer zu machen. Die Autorin beweist Sachkenntnis in Sachen Rosenzucht, und als Zugabe bietet sie noch einige Rosenrezepte zum Nachkochen an. Wie wär's mit rosigen Marzipanpralinen oder einem rosigen Sorbet? (ute)

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