Ukrainischer Schriftsteller Serhij Zhadan erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:
Frankfurt (Main).

Der ukrainische Schriftsteller, Übersetzer und Musiker Serhij Zhadan erhält am 23. Oktober zur Frankfurt am Main den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022. Das hat der Stiftungsrat am Montag mitgeteilt. Geehrt werde der Autor "für sein herausragendes künstlerisches Werk sowie für seine humanitäre Haltung, mit der er sich den Menschen im Krieg zuwendet und ihnen unter Einsatz seines Lebens hilft", hieß es zur Begründung. Der 47-jährige Zhadan gehört zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur. Er lebt nach Angabe des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bis heute in Charkiw. In seinen Romanen, Essays, Gedichten und Songtexten führe er in eine Welt, die große Umbrüche erfahren habe und zugleich von der Tradition lebe, heißt es in der Begründung des Stiftungsrates. "Seine Texte erzählen, wie Krieg und Zerstörung in diese Welt einziehen und die Menschen erschüttern." Dabei finde er eine eigene Sprache: "Nachdenklich und zuhörend, in poetischem und radikalem Ton" erkunde Zhadan, "wie die Menschen in der Ukraine trotz aller Gewalt versuchen, ein unabhängiges, von Frieden und Freiheit bestimmtes Leben zu führen".

Zhadan wurde am 23. August 1974 in Starobilsk im Gebiet Luhansk geboren. Er studierte in Charkiw Literaturwissenschaft, Ukrainistik sowie Germanistik und promovierte 1996. Seit Anfang der 90er-Jahre organisiert er Literatur- und Festivals und veröffentlicht Romane, Gedichte, Erzählungen und Essays. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar leistet er verstärkt humanitäre Hilfe. Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt ist Zhadan mit zahlreichen Titeln präsent. Zuletzt erschien von ihm 2018 im Suhrkamp Verlag der Roman "Internat", der davon handelt, dass ein Lehrer seinen 13-jährigen Neffen aus dessen Internat nach Hause holen will, da die Bildungseinrichtung unter Beschuss geraten ist und keine Sicherheit mehr bietet. Der gemeinsame Weg nach Hause wird zu einer Odyssee durch eine Kampfzone von apokalyptischen Dimensionen.Weitere Titel aus den jüngsten Jahren sind "Mesopotamien" (2017), "Die Erfindung des Jazz im Donbass" (2012),und "Hymne der demokratischen Jugend" (2011) (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.