Männer gehen einfach nur duschen. Bei Frauen gibt es drei Arten zu duschen: Haare trocken lassen, Haare nass machen und Haare mit Shampoo waschen. So ähnlich hat es jedenfalls der große Spaßmacher Mario Barth einmal formuliert.

Bei meinen Kindern gibt es zwei Arten zu duschen: mit Schreien und mit viel Schreien. Die Angst vor der Brause scheint im Alter zwischen eins und drei quasi eingepflanzt zu sein. Gleichzeitig ist das aber auch das Alter, in dem statistisch gesehen der meiste Sand auf dem Kinderkopf landet. Fazit: Haare waschen muss sein.

Damit der Mittlere (3) nicht ganz so laut weint, wird er mit der "Bießkanne" geduscht. Dumm nur, wenn jemand kurz zuvor noch Erde in die Gießkanne gefüllt hatte. Das ist dann die Schlammpackung. Der Kleine (1) schaut sich das Prozedere an und übt, genauso laut zu brüllen wie sein Bruder.

Eigentlich macht Baden aber Spaß. Die Große (6) formt aus dem dünnen Haar ihres Bruders eine Punkfrisur. Dann spielen sie Puppentheater. Wir haben solche Waschlappen, die wie ein Löwe, Bär oder Pirat aussehen. Einer der Protagonisten heißt Rosalie – wahrscheinlich der Pirat. Besonders lustig ist es, die klatschnassen Lappen über dem Badewannenrand auszudrücken. Bald steht das Wasser auf dem Fußboden höher als diesen Sommer in der Elbe. Während ich aufwische, erinnere ich mich daran, dass ich früher mit meinen beiden Geschwistern in der Badewanne immer "H(aar)-Milch" produzierte: Wir drückten die Haare über einem Becher aus. Eines Tages aber wurde es mir in der Wanne zu eng und ich zog aus. Das war dann wohl das Ende der Kindheit.

In unserer Wohnung haben wir eine geräumige Eckbadewanne. Den Kindern steht also eine lange, glückliche Kindheit bevor. Aber leider muss man irgendwann mal aus der Wanne raus. Die drei sind dann meist völlig aufgeweicht. Der Mittlere erschrickt über seine schrumpeligen Hände und jammert: "Ich hab Gänsenhaut!" Trotzdem will er immer wieder so lange drinbleiben.

Vielleicht sollten wir einfach das Wohnzimmer fluten, damit die Kinder von morgens bis abends baden können. Im Schwimmbad ist die Große der glücklichste Mensch. Der Kleine erschäkert sich einen Wasserball. Nur der Mittlere begegnet dem tiefen Wasser eher skeptisch (O-Ton: "Ich will nicht in das Schwimmbad. Das ist mir zu doof!"). Im Planschbecken ist er dann aber doch zufrieden. Denn dort gibt es eine Bießkanne. Ohne Schlamm.

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