Urlaub ist schön. Besonders, wenn er vorbei ist. Meint jedenfalls unsere Große (5). Nach zweieinhalb Wochen in Italien freut sie sich auf ihre Freundinnen und das elternfreie Paradies, genannt Kindergarten. Eltern können schließlich ganz schön nerven. Mamma mia! Sogar im Urlaub bestehen sie auf Ritualen wie Haarekämmen und wollen schon nach drei Stunden vom Spielplatz oder Pool weg.

Zum Glück ist Italien aber ein kinderfreundliches Land. Das erkennt man an den ständigen Komplimenten, mit denen unsere Kinder überhäuft wurden: „Bellissimo!“, „Bellissima!“ Die beiden gaben also in Bella Italia eine Bella figura ab.

Vielleicht aber auch nur, weil sie auffielen. Denn im Land der Klischee-Kinderfreundlichkeit begegneten uns nur wenige Kinder. Nun ist auch Rom, wo wir ein paar Tage verbrachten, nicht gerade ein typisches Familien-Reiseziel. Doch die Statistik bestätigt: Italien hat eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. Es fehlt, so lese ich, an Geld für Familien und an Betreuungsplätzen.

Aber schön war’s trotzdem. Außerdem gilt: Reisen bildet und kann ungeahnte Entwicklungssprünge hervorrufen. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass unsere Kinder einmal keine Lust mehr auf Nudeln haben könnten. Und der Kleine (2) beherrscht jetzt schon komplexe Wörter wie „Schokoladeneis“. Zum Glück isst er auch gerne toskanische „Obibiben“. Vielleicht sollten wir uns im Erzgebirge auch einen Obibibenhain zulegen, um unser eigenes Obibibenöl herzustellen.

Auch Eltern können auf einer Reise viel lernen. Erstens: Eine Busfahrt nach Rom kann ziemlich lang sein. Besonders, wenn der Sohn sein Frühstück wieder herausbringt. Wir gehören ja zu den Eltern, die lieber ohne Hose aus dem Haus gehen als ohne feuchte Tücher. Aber an jenem Tag lagen sie unerreichbar im Gepäckraum… Zweitens: In italienischen Krankenhäusern werden Kinder zuvorkommend behandelt, wenn sie sich den Fuß an einer Scherbe aufgeschnitten haben. Drittens: Auch in Italien werden Spielkarten nass, wenn sie bei Starkregen auf den Boden fallen.

Wie gesagt, es war ein rundum gelungener Urlaub. Wir schliefen in unserem VW-Kleinbus. Der Kleine hat über den Vordersitzen sein eigenes Bett. So wurden wir morgens von einem „Klick-klick“ geweckt. Er hatte schon mal geblinkt, um dann gleich das Auto kurzzuschließen und loszufahren. Kinder lernen auf Reisen wirklich viel. Aber ein Gitterbett zu Hause ist auch nicht so schlecht.

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