Diese Aufstell-Pools sind die Männersandalen der Gartenszene. Hässlich, aber sie erfüllen ihren Zweck. Der Nutzer fühlt sich angenehm erfrischt. Besonders nett sind die aufgedruckten himmelblauen Mosaikfliesen in diesen Pools. Da haben sich die Produktdesigner so richtig ins Zeug gelegt. Ich habe gelesen, erst werden die Sachen erfunden, und nach vielen Jahren kommt jemand, der sie hübsch macht. Deshalb gibt es zum Beispiel Joghurtbecher in Holzoptik. In dieser Angelegenheit warte ich aber noch auf den großen Durchbruch bei der Handbürste, die von unten her immer vergammelt.

Unser himmelblauer Pool lag eine Weile in der Garage. Mein Mann hoffte auf ein stabiles Tiefdruckgebiet mit Nieselregen und 17 Grad, das das Badebedürfnis seiner Familie reduzieren würde. Er hatte den Pool gekauft und es kurz danach bereut. Während einer Nachbarschaftsversammlung in unserem Garten verging ihm die Lust, das Teil aufzustellen. Es hieß, der Pool muss sehr gerade stehen. Sonst würde er platzen, und das Wohngebiet würde absaufen. Jetzt steht er jedenfalls. Und wenn jemand mit dem Hubschrauber über unseren Garten fliegt, sieht das Ding bestimmt schön aus.

Kind 2 feierte seine erste Pool-Party. Das Mädchen bastelte Eintrittskarten, lud drei Freundinnen ein und bat mich, Gummibärchen und Orangenlimonade zu besorgen. "Unbedingt", sagte ich, und überraschte die Kinder mit Melone und Apfelstückchen. Aber das ist eine andere, zuckerreduzierte Geschichte.

Der große Bruder fischte mit dem Kescher tote Fliegen von der Wasseroberfläche. Dann stellte er sich an die Leiter, kontrollierte die Mädchenfüße auf Grasreste, zwischen den Zehen klebende Steinchen und Erdklümpchen und gab den Weg frei zum Badevergnügen. Am Ende hüpfte er selbst ins Wasser. Für mich war kein Platz mehr. Ich tat so, als sei ich traurig und trollte mich. Hinter einem großen Busch steht mein Liegestuhl. Dort setzte ich mich hinein und las Zeitung. Am Abend holten die Mütter ihre aufgeweichten Töchter ab. Ich war sehr stolz auf die feiertechnische Disziplin von Kind 1 und Kind 2. Die Söckchen, die im Garten verstreut lagen, hatte der Wind am nächsten Tag weggeweht.

Am Mittwoch war ich dran mit baden. Ich kaufte mir eine Luftmatratze und holte die Kinder aus dem Hort. Herzhaftes Lachen kroch aus unserem Garten in meine Ohren. Im Pool saßen ein paar Jungen aus der Nachbarschaft. Sie wollten Kind 1 zum Rollerfahren abholen. Aber ihnen sei sehr heiß geworden beim Warten.

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