Welterbe ist ein Schatz für das Erzgebirge

Zur Aufnahme der Montanregion Erzgebirge ins Unseco-Welterbe

Alles kommt vom Bergwerk her. Diesen Satz hört man oft im Erzgebirge. Er bringt auf den Punkt, was diese Region ausmacht. Lange Zeit reduzierte sich das in der öffentlichen Wahrnehmung auf die Bergparaden und das Weihnachtsland, auf die Schnitzereien und die mittelalterlichen Bergstädte. Dass es hier auch eine moderne Industrie in einer Dichte gibt, wie in keiner anderen Mittelgebirgsregion - die letztlich auf der montanen Historie gründet - ging dabei oft unter. Es war also höchste Zeit, diesen Erbschatz zu heben.

Das 20-jährige Ringen um den Welterbetitel sagt auch viel aus über die Menschen im Erzgebirge. Über deren Hartnäckigkeit, deren Fähigkeit aus Fehlern und Rückschlägen zu lernen und immer das Ziel in den Augen zu behalten. Dass alles - gepaart mit einem wohldosierten Selbstvertrauen und daraus resultierender Überzeugungskraft - hat auch zögerliche Zweifler vom Sinn einer solchen Bewerbung überzeugt.

Eine Region zu sein, deren Geschichte als wichtig für die ganze Welt bewertet wird, das birgt gleich zwei große Chancen für die Zukunft. Zum einen lässt dieser Titel das Erzgebirge künftig in einer Liga spielen, die national wie international einfach viel mehr Aufmerksamkeit bringt. Das Erzgebirge wollte nie nur das Weihnachtsland sein - jetzt ist es sogar Weltkulturerbe. Touristen, die dadurch in die Region gelockt werden, kommen nicht nur mit großer Neugier, sie kommen auch mit einer großen Erwartungshaltung. Deshalb ist der Titel gefühlt zwar der Höhepunkt eines langen Weges - tatsächlich ist es aber nur eine wichtige Etappe. Denn der Unesco-Titel muss jetzt mit Leben erfüllt werden. Das wiederum ist nicht nur der Job der Tourismusleute oder der Wirtschaftsförderer. Es muss der Anstoß für möglichst viele sein, selbst ein "Botschafter" der eigenen Region zu werden, für sie zu werben und ein guter Gastgeber zu sein.

Die Menschen im Gebirge machen ja gern schon mal ihr eigenes Ding und der Blick zum Nachbarn ist abwechselnd mal neidisch, mal abschätzig. Damit hat man sich in der Vergangenheit das eine oder andere Mal selbst im Weg gestanden. Das war auch am Anfang der Welterbe-Idee mitunter das Problem. Gut, dass auch das mit Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft in den eigenen Reihen überwunden wurde. Somit hat der Titel den Erzgebirgern etwas gebracht, das für die Zukunft enorm wichtig ist: ihre Fähigkeit, doch gemeinsam ein großes Ziel zu erreichen.

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