Brand-Erbisdorfer OB-Kandidaten stellen sich Leserfragen im Wahlforum

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Rund 200 Zuschauer haben das Online-Wahlforum zur OB-Wahl in Brand-Erbisdorf am Dienstagabend im Internet live verfolgt. Dazu kommen noch die Zuschauer, die die Gesprächsrunde über den Fernsehsender Kanal 9 Erzgebirge geschaut haben. Die Anzahl kann aber nicht erfasst werden. 

Am Sonntag wird in Brand-Erbisdorf und seinen Ortsteilen gewählt: Knapp 7800 Bürger wählen einen neuen Oberbürgermeister für die nächsten sieben Jahre. Den Fragen im Onlineforum haben sich die drei Kandidaten Michel Franz (parteilos, 39), Mirko Espig (CDU, 48) und Amtsinhaber Martin Antonow (parteilos, 56) gestellt. Aufgrund der Coronapandemie konnte kein klassisches Wahlforum live und vor Ort stattfinden. Deshalb beantworteten sie erstmals in einem Online-Format von "Freie Presse" und "Glück auf TV - Fernsehen im Erzgebirge". "Freie Presse"-Redakteurin Astrid Ring moderierte die Gesprächsrunde, die einen spannenden Austausch der Argumente bot. Aus Zeitgründen wurden noch ausstehende Fragen den Kandidaten nach der Veranstaltung per Mail zugestellt. "Freie Presse" berichtet weiter dazu.
Während der Live-Übertragung wurden zudem insgesamt 30 Fragen von Zuschauern per E-Mail, Telefon und WhatsApp gestellt. Einige davon stellte die Moderatorin den Kandidaten sofort. 
Live sind besonders diese Themen diskutiert worden: Wie können junge Familien in die Stadt gelockt werden? Wie soll das Verkehrskonzept umgesetzt werden? Wie werden die Stadtteile besser angebunden?

Junge Familien anziehen: Martin Antonow verwies darauf, dass innerhalb der vergangenen drei Jahre 70 Einfamilienhäuser in Brand-Erbisdorf gebaut worden sind; allein in Langenau seien in den vergangenen Jahren 25 Häuser gebaut worden, schilderte er. Diese Möglichkeit zu schaffen, diene dazu, "die Leute hier zu halten", sagte er. Mirko Espig will dagegen ganz neue Wege gehen: Gemeinsam mit den großen Wohnungsunternehmen Angebote für gute, günstige Studenten-Wohngemeinschaften schaffen. So könnten sie in Brand-Erbisdorf einen Job finden und bleiben. Michel Franz sprach sich dafür aus, das Mehr-Generationen-Wohnen zu forcieren und Wohnungen zusammenzulegen, damit auch Patchworkfamilien genügend Platz finden. 

Verkehrskonzept umsetzen: In puncto Verkehr müsse dringend etwas für das Nadelöhr Bahnhofstraße getan werden, sagte Mirko Espig. Unzählige Busse befahren die Straße täglich, der Schwerlastverkehr schlängelt sich zur Berthelsdorfer Straße. Deshalb spricht er sich für eine Bushaltestelle am Marktplatz aus; das würde die Bahnhofstraße entlasten. Michel Franz sieht dagegen das Bahnhofsgelände als idealen Standort für einen Busbahnhof nach dem Vorbild Freiberg mitsamt Kurzzeitparkplätzen zum Bringen und Abholen. Martin Antonow favorisiert einen "kleinen, feinen Busbahnhof" an einem Standort nahe der ehemaligen Wochenkrippe. Dazu gebe es bereits eine Machbarkeitsstudie, und die Stadt sei in Verhandlung mit Eigentümern.

Stadtteile besser anbinden: Martin Antonow hält ein Ringbus-System - ähnlich wie im Erzgebirgsort Gelenau - für eine gute Idee, die Stadtteile besser mit der Kernstadt zu verbinden. Er rechne dafür mit einem sechsstelligen Betrag.  In jedem Stadtteil einen Dorfladen etablieren zu wollen, halte er für illusorisch; schließlich müsse dafür die Nachfrage groß genug sein. Michel Franz stellt sich einen Bürgerbus vor, "der ohne sechsstelligen Betrag auskommt". In diesem Bus könnte auch der künftige OB einmal pro Woche mitfahren und so die Stadtteile zu besuchen und sich den Einwohnern anzunehmen. Potenzial für einen Hofladen sieht er zum Beispiel in Langenau. Mirko Espig erklärte, dass er eine Ringlinie per Bus schon 2015 vorgeschlagen habe. "Es kann nicht sein, dass man es nicht schafft, an einem Tag von Oberreichenbach ins Zentrum und wieder zurück zu fahren", ärgert er sich. Eine Alternative sei das Prinzip Anrufsammeltaxi, um die Stadtteile besser anzubinden.

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