Darauf freuen sich Theatergänger: Seebühne Kriebstein und Musical in Freiberg

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Im Haus am Buttermarkt ist die neue Spielzeit am Samstagabend eröffnet worden. Bei freiem Eintritt gab es vorab schon viel zu sehen und zu hören.

Freiberg.

Wer am Samstagabend den Mond in Freiberg sehen wollte, der konnte auch ins Theater gehen. Dort tauchte der Erdtrabant auf der Leinwand auf, als der Mondchor aus "Die lustigen Weiber von Windsor" erklang, einem der neuen Stücke der Spielzeit 2022/23. Die wurde bei freiem Eintritt mit einem gut zweistündigen Bühnenprogramm eröffnet, das viel Lust auf die neue Saison machte. Voller Elan begrüßte der neue Intendant Sergio Raonic Lukovic das Publikum im fast voll besetzten Saal, der rund 300 Plätze hat.

"Ich rede nicht so schnell, weil ich aufgeregt bin", sagte der als Sänger und Regisseur schon bestens bekannte Lukovic. "Es liegt am besonders großen Ensemble, das es vorzustellen gilt." Viele neu engagierte Darstellerinnen und Darsteller waren nun erstmals auf der Freiberger Bühne zu erleben. Zum Auftakt führte der neue Generalmusikdirektor Attilio Tomasello die Mittelsächsische Philharmonie schon so voller Elan durch die Jubelouvertüre von Carl Maria von Weber, dass an deren Ende alle im Saal die Worte "God save the Queen" zur bekannten Melodie auf den Lippen hatten.

In der Theatergalerie wurde eine Ausstellung mit Fotos von Ulv Jakobsen eröffnet. Der Künstler, der für das Theater schon Bühnenbilder entwarf, hat zu den Stücken der neuen Saison in Freiberg und Döbeln assoziative Fotomotive gefunden, die in Ausschnitten bereits im Spielzeitkalender zu sehen sind. Darin finden sich auch Schillers "Kabale und Liebe", das Musical "Charley" nach der Erfolgskomödie "Charleys Tante", Verdis "Rigoletto" und Andrew Lloyd Webbers "Jesus Christ Superstar". Am Sonntag folgte bereits die erste Premiere des Schauspielensembles: Johann Nepomuk Nestroys Komödie mit Musik "Der Talisman".

Eine Spielzeit mit so vielen neuen Akteuren ist für Christine Lehmen nichts Neues. Die 80-jährige Freibergerin geht seit einem halben Jahrhundert im Haus ein und aus. Das Theateranrecht hatte sie einst von ihren Eltern übernommen. "Ich freue mich auf die neuen Gesichter und Stimmen", sagte die Seniorin. "Vor allem hoffe ich auf einen Winter ohne Einschränkungen." Dass es wegen knapper Kassen auch Einschnitte bei der Kultur gibt, sieht sie nicht. "Und ich hoffe doch sehr, dass es so bleibt", erklärte die Freibergerin, für die das Neujahrskonzert und die Operette auf der Seebühne immer besondere Erlebnisse sind.

Vor der Naturkulisse der Talsperre Kriebstein wird im Sommer 2023 die Operette "Der Bettelstudent" gespielt. Auch Katharina Strahl besucht jedes Jahr die Seebühne. Am Samstag verfolgte die 42-Jährige zunächst gespannt den Auftritt ihrer Tochter im Theaterjugendclub, der auch unter neuer Leitung steht. "Ich gehe schon seit fast 15 Jahren regelmäßig ins Theater", erzählte die Freibergerin. Es seien die Stücke, weniger die neuen Akteure, die sie reizen. "Jesus Christ Superstar" will sie auf keinen Fall verpassen.

Entspannt und optimistisch zeigte sich Theater-Geschäftsführer Hans-Peter Ickrath: "Ich hoffe doch sehr, dass die Neugier der Besucher größer ist, als die aktuellen Sorgen. Wir tun alles, damit ein Theaterbesuch weiterhin Freude macht."

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