Nach der Bürgermeisterwahl in Lichtenberg: Straßenbau und Turnhalle - es gibt viel zu tun

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Die wiedergewählte Bürgermeisterin Steffi Schädlich (Freie Wähler) spricht über nächste Vorhaben. Ihr Gegenspieler setzt auf mehr Transparenz im Gemeinderat.

Lichtenberg.

Solch großen Zuspruch hat Steffi Schädlich zuvor bei keiner Wahl als Gemeindeoberhaupt erhalten, wie die wiedergewählte Lichtenberger Bürgermeisterin am Montagvormittag sagte. "Das bestätigt mir, dass ich in meinen 21 Jahren Arbeit nicht alles falsch gemacht haben kann", fügt die 60-Jährige an, die am Sonntag nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ein Votum von 74,4 Prozent (872 Stimmen) der Wähler erhielt.

Sie gewann damit gegen ihren Mitbewerber Monty Erler, der für die CDU antrat. Der 47-Jährige bekam 25,6 Prozent (300 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag nach den Angaben der Wahlkommission bei 56 Prozent.

Klar ins Auge gefasst hat die Lichtenbergerin die nächsten Aufgaben für die Gemeinde. "Dazu gehört vor allem der zweite Bauabschnitt am Schulhof der Grundschule einschließlich Sanierung des Eingangsbereiches", nennt sie ein wichtiges Vorhaben. Zudem sei der kommunale Straßenbau eine Riesenaufgabe. "Die Straße vom Abzweig Burkersdorf bis zum Seniorenheim muss gebaut werden, die Planung steht bis zur ersten Kostenschätzung. Sie muss jedoch überarbeitet werden", so die Bürgermeisterin. Sie hofft, dass ein Teil der vom Freistaat für den Zeitraum 2023 bis 2026 angekündigten Fördermittel für kommunalen Straßen auch bei der Gemeinde ankomme.

Ein weiteres großes Projekt: Die Sanierung der Turnhalle in Lichtenberg - bis hin zur energetischen Modernisierung. "Das wollen wir anschieben und verschiedene Varianten vergleichen", so Steffi Schädlich. Die Turnhalle sei ein prägendes Gebäude, dessen Aussehen möglichst erhalten werden soll. "Dennoch müssen wir uns neuen Gegebenheiten stellen. Nach Prüfung möglicher Varianten werden wir an die Planungen gehen", blickt die Bürgermeisterin voraus. Zudem ist es ihr Wunsch, in jedem Ortsteil einen Spielplatz für die Jüngsten zu bauen. "Der Platz in Weigmannsdorf wird gut angenommen, ähnliches kann ich mir für Müdisdorf und das Lichtenberger Oberdorf vorstellen."

Monty Erler, der für die CDU als Gegenkandidat ins Rennen ging, zeigte sich am Montag enttäuscht darüber, dass es keinen Wechsel in der Gemeinde gibt. "Ich bin angetreten, um zu gewinnen und finde es schade, dass die Wahlbeteiligung nur bei 56 Prozent lag", sagt er. Monty Erler arbeitet die zweite Legislaturperiode im Gemeinderat mit. "Mir kommt es darauf an, die Einwohner mehr mitzunehmen und Entscheidungen besser zu erklären", wie er erläutert. Das will er nun in seiner ehrenamtlichen Arbeit weiter fordern. "Wenn die Leute verstehen, was entschieden wird, gehen sicher auch mehr wieder zur Wahl", so seine Meinung. Er werde nun seine Firma weiterbetreiben.

Lichtenbergs stellvertretender Bürgermeister Michael Albrecht (CDU) findet das Abschneiden von Monty Erler mit 25,6 Prozent der Wählerstimmen bemerkenswert. "Er ist erstmals angetreten, es ging nicht um Konkurrenz, sondern um eine Wahl", sagt er. Nun heißt es, mit der Bürgermeisterin Schädlich das Begonnene fortzusetzen. "Allem voran im Straßenbau, bei der Straßenbeleuchtung, dort muss viel getan werden", erklärt er. Außerdem sollte die Gemeinde ihren Blick auf die Windkraft schärfen und den Ausbau angehen. "Dazu werden wir ein Projekt erarbeiten", kündigt der stellvertretende Bürgermeister an.

Tobias Uhlig, Vorsitzender des mit etwa 250 Mitgliedern größten Vereins in Lichtenberg, äußerte sich erfreut über die Wiederwahl der Bürgermeisterin. "Es sind über die Jahre Strukturen gewachsen - unsere Zusammenarbeit aus Vereinssicht ist im guten und im schlechten abschätzbar und verlässlich", sagt er. Tobias Uhlig spricht als größte Baustelle ebenfalls die Turnhalle an, deren Umkleidekabinen und Sanitäranlagen nicht mehr zeitgemäß seien. "Bei den vielen Sportlern, die die Halle nutzen, geraten wir mit den Räumlichkeiten an Kapazitätsgrenzen." Der Sportverein leiste umfangreiche Jugend- und damit auch soziale Arbeit und wünsche sich manchmal noch mehr Unterstützung sowie eine intensivere Suche der Gemeinde nach Fördermitteln.

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