Oberverwaltungsgericht weist Klagen gegen Eugal-Trasse ab

Voigtsdorf/Bautzen.

Die Erdgastrasse Eugal kann wie geplant in Betrieb genommen werden. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat mehrere Klagen gegen das Projekt abgewiesen - und gleichzeitig eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen. Gegen letzteres können die Kläger allerdings noch Beschwerde einlegen.

Geklagt hatten Dirk und Helfried Unger, Grundstückseigentümer und Betreiber des Windparks Dörnthal/Voigtsdorf im Osterzgebirge, den die Trasse durchschneidet. Ihrer Meinung nach sind bei der Planung der Trasse rechtliche Fehler gemacht worden. So sei eine alternative Variante der Eugal-Trasse nicht ausreichend untersucht worden. Die Windpark-Betreiber hatten Sicherheitsbedenken geltend gemacht. Sie argumentieren, der Abstand der Trasse zu den bestehenden Windkraftanlagen sei zu gering. Sie befürchten, sie können den Windpark nun nicht weiter ausbauen. Auch Haftungsfragen seien ungeklärt, so sei nicht ausgeschlossen, dass die Windparkbetreiber für Schäden an der Leitung einstehen müssten, falls etwa ein Rotorblatt abbreche und die Leitung beschädige.

"Solche Beschädigungen seien nach gutachterlicher Einschätzung äußerst unwahrscheinlich", entgegnen die Richter des OVG Bautzen. Bei ihrer Planung der Trasse hätten die Behörden keine Fehler gemacht. Die 480 Kilometer lange Eugal-Trasse - der Begriff steht für "Europäische Gas-Anbindungsleitung" - von Lubmin bei Greifswald nach Deutschneudorf an der deutsch-tschechischen Grenze im Osterzgebirge soll die deutsche und europäische Erdgasverbindung stärken. Die letzten Tests verliefen erfolgreich, teilte das Betreiberunternehmen Gascade zuletzt mit. Aktuell würden letzte Restfeuchtigkeit getrocknet. Der erste Strang soll am 1. Januar 2020 den Betrieb aufnehmen. Ein zweiter Strang verläuft von Lubmin bis Weißack in Brandenburg. (fhob)

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