Sprengung mit Problemen: Funkturm an A 4 bei Wilsdruff fällt mit Verzögerung

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Eigentlich sollte der Turm gegen 9.45 Uhr fallen. Viele Schaulustige beobachten das Ereignis.

Wilsdruff.

Bei der Sprengung des riesigen rot-weißen Sendemastes an der A 4 bei Wilsdruff ist es am Sonntag zu Problemen gekommen. Eigentlich sollte der Turm bereits kurz nach 9.45 Uhr fallen. Dafür waren an zwei dicken Stahlseilen, die den 153 Meter hohen Turm in nordöstlicher Richtung hielten, sogenannte Schneidladungen angebracht worden. Diese sollten die Halterungen durchtrennen und der Turm danach durch die Zugkraft bzw. das Gewicht der verbleibenden vier Stahlseile in südwestliche Richtung fallen.

Doch bereits gegen 9.30 Uhr wurde eines der beiden Seile gekappt, das zweite wurde gar nicht durchtrennt. Gegen 10 Uhr sollte eine zweite Sprengladung angebracht werden, was offenbar auch nicht gelang. Danach wurde entschieden, das verbleibende Trageseil mit einem Schneidbrenner zu durchtrennen. Gegen 10.20 Uhr dann fiel der Turm zu Boden - das Wahrzeichen von Wilsdruff ist damit Geschichte. 

Vor der Aktion war die Autobahn A 4 großräumig in beiden Richtungen gesperrt worden, Polizeiautos hatten den Verkehr verlangsamt und zum Stillstand gebracht, sodass die Fahrzeuge nicht in die Sperrzone von 300 Metern um den Turm einfahren konnten. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich rund um die Sperrzone, um die Sprengung zu beobachten. Die Polizei war unter anderem mit berittenen Einheiten unterwegs, um zu kontrollieren, dass niemand den Sperrkreis betritt.

Der 1953 erbaute Sendemast, der dem Unternehmen Media Broadcast gehört, hat bereits seit 2013 ausgedient. Einst schickte er über Mittelwelle Radiosendungen zu heimischen Empfängern. Bis Nordafrika sollen sie zu empfangen gewesen sein. Der Mast galt als der letzte seiner Art in Deutschland. Der untere Bereich des Turms, etwa 10 oder 15 Meter, soll an den Förderverein Wilsdruff übergeben werden, der sich lange um den Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Anlage bemüht hatte. Das allerdings gelang nicht. Das Teilstück der Antenne werde an anderer Stelle in Wilsdruff wieder errichtet. (ar/luka)

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