Fluthilfe aus Mittelsachsen kommt an

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Mindestens 172 Menschen sind bei der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland gestorben. In Mittelsachsen sind inzwischen viele Hilfs- aktionen angelaufen.

Mittweida.

In Mittelsachsen wecken Hochwassermeldungen aus Westdeutschland Erinnerungen an die Flutereignisse von 2002 und 2013. Hiesige Städte und Gemeinden, die Kreisverwaltung, Vereine und einzelne Menschen brachten nun schnell Hilfe auf den Weg. "Freie Presse" gibt einen Überblick.

Sandsäcke sind angekommen: 51.000 leere Sandsäcke haben Mittweidas stellvertretender Stadtwehrleiter Sebastian Jesiak und Jugendwart Glen Fechtner am Sonntagabend in der Mittweidaer Partnerstadt Bornheim in Nordrhein-Westfalen abgeliefert. Am Mittwoch wurden die von Mittweida, Döbeln, Penig, Lunzenau, Burgstädt, Lichtenau, Frankenberg und vom Landkreis zur Verfügung gestellten Säcke in Bornheim gefüllt.

"Die erste Palette mit 20 von insgesamt 1000 gefüllten Sandsäcken wurde bereits am Mittwoch von Anwohnern einer Straße, in der letzte Woche fast alle Keller überflutet worden waren, abgeholt", berichtet dazu Ulrich Rehbann, Vorstand des Stadtbetriebs Bornheim. Am Donnerstagmorgen wurden weitere Säcke abgeholt. Angesichts der für kommendes Wochenende angekündigten Gewitterfront werde alles versucht, damit der entstandene Schaden nicht noch größer wird, erklärt Rehbann. Die übrigen gefüllten Sandsäcke dienen zum Schutz vor einem Rheinhochwasser. "Der Pegelstand ist zwar aktuell fallend, das Risiko ist aber bei einer Stadt, die mit drei Ortsteilen unmittelbar Rheinanlieger ist, immanent", so der Stadtbetriebschef.

Die noch nicht gefüllten Sandsäcke aus Mittelsachsen sollen auch noch anderen von dem Unwetter betroffenen Orten rund um Bornheim zur Verfügung gestellt werden. Ihre eigenen Sandsackvorräte hatte die Stadt Bornheim im Zuge des Hochwassers aufgebraucht, hieß es. Die Stadt Mittweida hat zudem ein Spendenkonto für die zwischen Köln und Bonn gelegene Partnerstadt eingerichtet. "Die bei der Stadt Bornheim bereits eingegangenen Spenden sollen möglichst schnell an besonders Betroffene gehen und mit Hilfe der Ortsvorsteher möglichst unbürokratisch nach den Kriterien 'umfangreicher Schaden, kein Versicherungsschutz, Bedürftigkeit' ausgezahlt werden", erklärt Ulrich Rehbann. Er sei "dankbar für die tolle Unterstützung aus unserer Partnerstadt Mittweida", betonte er. DRK verteilt Essen: Sanitäter aus dem Bereich Katastrophenschutz sind seit Mittwoch im Flutgebiet in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Am Dienstagabend war der Konvoi in Hainichen gestartet, nach acht Stunden erreichten die angeforderten Helfer den Bereitstellungsraum am Nürburgring. Es sind 14 Mitglieder des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen sowie sieben der Johanniter Unfallhilfe Leisnig.

Ihr Einsatzgebiet ist Sinzig im Landkreis Ahrweiler. An der Turnhalle der Grundschule wurde von den Mittelsachsen die Feldküche aufgebaut. "Unsere Aufgabe ist vor allem die Versorgung mit Essen", erklärt René Illig vom DRK. "Dazu dienen zwei mobile Küchen. Derzeit geben wir 400 Mal Frühstück, 800 Mittag- und 500 Abendessen aus. Das ist für Betroffene, für Helfer und für Einsatzkräfte." Zusätzlich stehen die Sanitäter den Einwohnern des betroffenen Gebietes für unterstützende Gespräche zur Verfügung und stellen bei Bedarf auch Kontakte zu den Teams der Psychosozialen Notfallversorgung her.

"Es sind alles ehrenamtliche Kräfte, die von ihren Arbeitgebern auch sehr kurzfristig freigestellt wurden", betont Illig. Der Einsatz ist zunächst bis Sonntag befristet.

Ritterliche Geste: Im Schlosspark Lichtenwalde schlüpfte Comedian Rolf Pönicke am Sonntag spontan in die Rüstung des "Ritter Harras". Rund 400 Gäste spendeten, 7690 Euro kamen zusammen. Pönicke übergab das Geld an die Gemeinde Niederwiesa. Bürgermeister Raik Schubert wiederum kontaktierte die Partnergemeinde Bestwig im Hochsauerland. Sie ist selbst nicht von der Flut betroffen, verwies aber auf die nahegelegene Stadt Altena. Dort war ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz tödlich verunglückt. Schuberts Vorschlag: Ein Teil des Spendengeldes soll an die Familie des Verunglückten gehen, ein Teil an die Feuerwehr, deren Gerätehaus stark beschädigt wurde. "Der Vorschlag wurde dort dankend angenommen", sagte Schubert.lkb/fa/hy

Spendenkonten:

Mittweida: DE91 8709 6124 0197 1100 82; Verwendungszweck: "Spende Hochwasser Bornheim 2021";

Niederwiesa: DE52 8705 2000 3610 0005 37, Verwendungszweck Spende Hochwasser 2021-NRW.

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