Starke Frauen stehen in Frankenberg im Fokus

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Im Erlebnismuseum Zeitwerkstadt wurde am Donnerstag die erste Sonderausstellung eröffnet. Die Schau widmet sich "Pionierinnen. Erfinderinnen. Weltveränderinnen." Männer kamen auch zu Wort.

Frankenberg.

Bianca Steinbock ist eine starke Frau. Und die 54-Jährige stand in der Zeitwerkstadt im Fokus. Denn Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (parteilos) stellte die Museologin und Kulturmanagerin als neue Betriebsleiterin des Museums vor. "Mir geht es darum, diese kulturelle Einrichtung lebendig zu gestalten", sagte die Nachfolgerin von Tobias U. Müller, der das Haus verlassen hat, um sich mehr auf museale Arbeit zu konzentrieren. Bianca Steinbock war schon auf Burg Rabenstein, im Schloßbergmuseum und im Museum Gunzenhauser in Chemnitz erfolgreich. Nun will sie an Kontakte zum Freiluftmuseum der mittelalterlichen Bergstadt Bleiberg in Sachsenburg und zur Landesgartenschau anknüpfen und in Frankenberg durchstarten.

Wichtige Neubesetzung

Darüber freut sich auch Volker Reimers, geschäftsführender Gesellschafter der Leisureworkgroup. Sein Unternehmen und die Stadt haben die Sonderausstellung auf die Beine gestellt. "Es ist sehr wichtig, dass diese Stelle wieder besetzt ist", sagte Reimers. "Aktives Betriebsmanagement hier vor Ort ist gerade in diesen Krisenzeiten sehr wichtig."

"Die Kreativität und der Einfallsreichtum von Frauen trotz nicht immer leichter Rahmenbedingungen ist für mich immer wieder beeindruckend", sagte Sachsens Staatsministerin Barbara Klepsch (CDU) zur Ausstellungseröffnung. "Der Zeitwerkstadt gelingt es, dieses Thema brandaktuell in unser Bewusstsein zu rücken. Sachsen kann nicht auf kluge und mutige Köpfe verzichten, die den vielen Herausforderungen der Zukunft mit Innovationsgeist begegnen wollen. Diese Ausstellung und ihre Begleitangebote sollen die junge Generation motivieren, ganz gleich welchen Geschlechts", so die Kulturministerin.

Besuch war Rückkehr

Für Klepsch war der Besuch eine Rückkehr: In der wegen Corona schwierigen Anfangszeit des Museums half sie bei der virtuellen Eröffnung des Hauses während der Pandemie. Das Wiedersehen nutzte sie auch für Erinnerungsfotos. Den aus der Zeit gefallenen Spruch an einer der Tafeln "Der Mann steht für Öffentlichkeit, Politik, Staat und Wirtschaft" quittierte die Ministerin mit einem Lächeln.

Die Dauerausstellung des Hauses ist für die Sonderschau etwas zusammengerückt, sodass auf 150 Quadratmetern die Biografien und die Leistungen von zwölf Frauen kompakt präsentiert werden können. Das Frankenberger Unternehmen Swap steuerte Aufsteller aus mehrschichtiger Pappe bei.


Härterer Kampf

Die Frauen stammen aus den Bereichen Wissenschaft, Technik, Kunst und Kultur und zwar von 1788 bis heute. Unter den Namen finden sich Erin Smith, Analytikerin und App-Entwicklerin, Komponistin und Pianistin Clara Schumann, Kaffeefilter-Erfinderin Melitta Bentz sowie Maria Teresa de Filippis: "Frauen können alles, was Männer können", sagte die erste Rennfahrerin in der Formel 1. "Nur ist es meist ein viel härterer Kampf mit deutlich weniger Ruhm", schrieb sie mit ihrem Start 1958 jenen ins Stammbuch, die bis heute meinen, Frauen könnten nicht Autofahren.


Frauenorte zu erleben

Auf Frauen aus Sachsen konzentriert sich der Landesfrauenrat mit seiner Wanderschau Frauenorte. Ein Teil derer Tafeln ergänzt jetzt die Sonderschau. Besucher können so auf den Spuren von Louise Otto-Peters, Mitbegründerin der bürgerlichen deutschen Frauenbewegung, von Naturforscherin Concordie Amalie Dietrich und anderer Weltveränderinnen wandeln.

"Die Ausstellung zeigt auf spannende Art und Weise, wie Pionierinnen und Erfinderinnen über die Jahrhunderte hinweg unsere Welt beeinflusst haben und es hoffentlich auch in Zukunft tun", sagte Firmenich und lud zum Besuch ein.

www.zeit-werk-stadt.de

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